Luzerner Rimoldi-Rivale nimmt Massnahmen-Kritiker ins Visier
  • Politik
In Luzern sind am Montag rund 300 Massnahmen-Kritiker zu einer unbewilligten Demo aufmarschiert – angeführt von Corona-Skeptiker Nicolas A. Rimoldi. Jetzt hat der Luzerner Jurist Loris Fabrizio Mainardi Strafanzeige eingereicht. (Bild: bic/zvg/Twitter)

Mainardi erstattet Anzeige wegen illegaler Demo Luzerner Rimoldi-Rivale nimmt Massnahmen-Kritiker ins Visier

4 min Lesezeit 19 Kommentare 21.07.2021, 19:59 Uhr

Rund 300 Massnahmen-Kritiker sind angeführt von Nicolas A. Rimoldi am Montag in Luzern aufmarschiert. Obwohl die Kundgebung nicht bewilligt war, wurden die Demonstranten von der Luzerner Polizei nicht am Protest-Marsch gehindert. Jetzt hat der Luzerner Jurist Loris Fabrizio Mainardi Strafanzeige eingereicht.

Massnahmen-Kritiker sind am Montagabend in Luzern auf die Barrikaden gegangen. Rund 300 Personen marschierten im Zuge eines unbewilligten Protest-Marschs quer durch die Stadt. Die Luzerner Polizei hatte von der Kundgebung Kenntnis, griff aber nicht ein (zentralplus berichtete).

Das Gebaren der Luzerner Strafverfolgungsbehörde sorgt für Kritik. Allen voran prangert der Luzerner Jurist und Rimoldi-Rivale Loris Fabrizio Mainardi das untätige Verhalten der zuständigen Behörden an. Deswegen hat Mainardi wegen der unbewilligten Demonstration jetzt Strafanzeige gegen Unbekannt sowie gegen den Demo-Veranstalter Nicolas A. Rimoldi, den Co-Präsidenten des Vereins «Mass-voll», eingereicht.

Luzerner Jurist reicht Strafanzeige gegen Rimoldi und Co. ein

Auf Anfrage von zentralplus bestätigt die Staatsanwaltschaft Luzern, dass eine entsprechende Strafanzeige einer Privatperson eingegangen ist. Seitens der Stadt aber gab es bisher keine Anzeige. «Das Ganze ist einfach nur lächerlich. Die Sache ist offensichtlich. Aber die Behörden zieren sich, auf direktem Weg gegen die Drahtzieher der Demonstration vorzugehen und tun, als wäre es ein FBI-Fall», sagt Mainardi zu zentralplus.

Seine Anzeige in Zusammenhang mit dem unbewilligten Protest-Aufmarsch der Corona-Skeptiker beinhaltet einerseits die unbewilligte Nutzung öffentlichen Raums und andererseits ein Verkehrsstörungsdelikt. Denn wie Aufnahmen von zentralplus zeigen, marschierte der Demonstrationsumzug im Zuge ihrer Kundgebung auf der Strasse und blockierte und behinderte damit den Verkehr. In diesem Kontext will Mainardi zudem noch den Tatbestand der «Nötigung» geltend machen.

«Mangelnde Polizei-Präsenz nagt an der Glaubwürdigkeit der Behörde»

Zu lange schon würde nichts gegen die unbewilligten Kundgebungen der Massnahmen-Kritiker unternommen. Das Verhalten der Luzerner Polizei sei für ihn nicht nachvollziehbar. «Die mangelnde Polizei-Präsenz nagt an der Glaubwürdigkeit der Behörde», so Mainardi. «Vor allem, wenn man bedenkt, dass es bereits in der Vergangenheit zu handfesten Auseinandersetzungen bei solchen Aufmärschen der ‹Mass-voll›-Anhänger gekommen ist», so der Jurist weiter.

Mainardi spricht auf die Vorkommnisse vom 12. Juni 2021: Im Zuge der Demo hatten gut ein Dutzend Neonazis, die sich unter die Massnahmen-Kritiker gemischt hatten, auf drei Antifa-Anhänger eingeprügelt (zentralplus berichtete). Für den Luzerner Juristen ist längst klar: «Solche unbewilligten Demonstrationen von Corona-Skeptikern müssen mit härteren Sanktionen unterbunden werden.»

Mainardi geht nicht zum ersten Mal juristisch gegen «Mass-voll»-Anführer vor

Mit seiner Strafanzeige will Mainardi eigenen Angaben zufolge die Ermittlungen im Fall der immer wiederkehrenden unbewilligten Demonstrationen durch den Verein «Mass-voll» beschleunigen. Der Luzerner Jurist moniert zudem, dass die Luzerner Polizei nicht von sich aus aktiv wurde. «Entgegen den Aussagen der Luzerner Polizei handelt es sich nicht um Antragsdelikte, sondern um Offizialdelikte. Und somit wäre es Aufgabe der Polizei, diese Straftaten von Amtes wegen zur Anzeige zu bringen», findet Mainardi.

Die aktuelle Anzeige von Mainardi gegen Rimoldi ist nicht die erste. «Ich habe bisher schon mehrfach gegen Herrn Rimoldi, unter anderem wegen unbewilligter Demonstrationen Strafanzeige erstattet», so der Luzerner Jurist. Bisher kam es aber seines Wissens noch zu keiner Verurteilung. Er hofft allerdings, dass sich das mit seiner erneuten Anzeige gegen Rimoldi bald schon ändert: «Jetzt ist es an den Behörden, zu ermitteln!»

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19 Kommentare
  1. Andreas Bründler, Kriens-Bleiche, 22.07.2021, 16:12 Uhr

    Wir leben immer noch in einem Rechtsstaat. Die Gesetze sind einzuhalten. Es ist ein Armutszeugnis für unseren Rechtsstaat in Luzern, wenn es einen Bürger wie Loris Fabrizio Mainardi braucht um diesen Rechtsstaat einzufordern. Ich winde Herrn Mainardi ein goldenes Kränzlein für sein Zivilcourage in dieser Sache tätig zu werden. Auch anderweitig hat er sich schon sehr für uns Bürger eingesetzt.

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  2. Groucho, 22.07.2021, 14:00 Uhr

    In einer Demokratie entscheidet die Mehrheit der Bürger und die Minderheit hat dies zu akzeptieren.

    Die Mehrheit der Bürger in unserem Lande ist mehr oder weniger einverstanden mit den Vorgaben der Behörden. Wer das nicht akzeptieren kann, ist kein Demokrat, sondern ein Querulant.

    Anscheinend gefallen sich die Demonstranten in dieser Rolle.

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  3. mebinger, 22.07.2021, 12:40 Uhr

    Jurist Loris Fabrizio Mainardi sollte mit einem Berufsverbot belegt werde, er hat nicht begriffen, was Juristerei bedeutet sondern lebt immer noch im preussischen Denken, dass Gesetze allmächtig sind und ohne jegliches Hinterfragen anzuwenden sind

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    1. lfm, 22.07.2021, 13:29 Uhr

      … jaja, und wie das geltende Recht zu «hinterfragen» und anzuwenden ist, entscheiden dann Sie, Rimoldi und RR Winiker.

      Grüsse vom Juristen.

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    2. Michel von der Schwand, 22.07.2021, 15:41 Uhr

      Entscheidend sind immer noch die Rechtssprechungen und nicht das Geschwafel des möchtegerne Staatskundler mebinger. Bitte Staatskunde-Unterricht belegen. Danke.

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  4. schaltjahr, 22.07.2021, 11:35 Uhr

    Ich finde es langsam als Beunruhigend was bei Polizei und Staatsanwaltschaft im Kanton Luzern abgeht. Man nimmt den gegebenen Auftrag schlichtwegs nur noch selektiv wahr und zieht sich ins Schneckenhaus zurück. Es fehlt offensichtlich die Führung durch das entprechende Departement und das Polizeikommando.
    Der Kommandant der Polizei ist nicht präsent und stellt sich nicht vor seine Leute. Der zuständige Regierungsrat spritzt lieber Schiffe ab und feiert mit den FCL Fans ..
    Nehmt endlich die Verantwortung wahr, seit Vorbilder und führt das Departement und die unterstellten Abteilungen ..

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    1. Winnie, 22.07.2021, 12:22 Uhr

      Der zuständige Regierungsrat hat andere Prioritäten. Zwischen Führung für unseren Bundespräsidenten, Schiffsduschen sind schliesslich noch ganz viele Apéros unterzubringen. Da bleibt keine Zeit mehr für profane Führungsaufgaben.

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  5. Fabrizio, 22.07.2021, 11:08 Uhr

    Es ist nicht das erste Mal, dass sich dieser Loris Fabrizio Mainardi in den Mittelpunkt stellen will.

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    1. lfm, 22.07.2021, 11:59 Uhr

      Welch anmassender Namensvetter bezichtigt mich denn auf dieser Schaubühne des Geltungsdrangs? Ich vermute, dass er weder mich noch meine Motivation kennt.

      Es grüsst Sie «dieser» Loris Fabrizio Mainardi

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  6. Michel von der Schwand, 22.07.2021, 10:02 Uhr

    Täubeli-Schwurbler und Verfassungsskeptiker. Das Clowneske nimmt kein Ende und jeder nimmt für sich in Anspruch, ein aufrechter Demokrat zu sein. In all dem Geschwurbel, Gefassel und den Hirngespinsten erkennen sie nicht mehr, dass sie alle auf dem Holzweg sind. Es gibt keine Verschwörungen. Demokratisches Verhalten hat scheinbar doch etwas mit Intelligenz zu tun. Pseudo Verfassungsrechtler schwurblen solange es für sie stimmt. Stimmt es nicht mehr, dann werden sie ihren verfassungsmässigen Rechten scheinbar beraubt. Von allen Seiten eine unglaubliche Posse, welche an Peinlichkeiten und Dummheiten nicht zu überbieten ist.

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    1. Roli Greter, 22.07.2021, 10:11 Uhr

      Das schöne an ihren Kommentaren ist, dass Sie Sich jedes Mal von neuem selber disqualifizieren mit Ihren Stammtischbegriffen.

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    2. Michel von der Schwand, 22.07.2021, 11:19 Uhr

      Wenn Sie etwas nicht verstehen, empfehle ich Ihnen Fragen zu stellen. Antworten Sie nicht auf Dinge, welche Sie nicht verstehen.

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  7. Joe, 22.07.2021, 09:24 Uhr

    Darf man noch erfahren, welches Offizialdelikt gemeint ist?

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    1. lfm, 22.07.2021, 10:25 Uhr

      … darf man: § 100 StrG, Art. 181 und 237 StGB sowie Art. 90 SVG.

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    2. joe, 22.07.2021, 11:05 Uhr

      Vielen Dank für die Updates. Zumindest die Störung des öffentlichen Verkehrs sollte laut Artikel gute Chancen haben.

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  8. Pia Wirz, 22.07.2021, 08:21 Uhr

    Ich bin froh, dass Herr Mainardi Strafanzeige eingereicht hat. Wann endlich werden die Behörden gegen die Täubeli-Schwurbler tätig? Diesen Ignoranten sollte kein Fussbreit unserer schönen Stadt gewährt werden.

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  9. Roli Greter, 22.07.2021, 06:36 Uhr

    Es war zu erwarten dass der Verfassungsskeptiker Mainardi eine Strafanzeige macht. Es wird erneut nur heisse Luft produziert.

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    1. schaltjahr, 22.07.2021, 14:20 Uhr

      Herr Greter, Die Strafanzeige hat Herr Mainardi gemacht, weil sich die Strafverfolgungsbehörden nicht an ihre Aufgaben halten und selbst Offizialdelikte nicht mehr zur Anzeige bringen …

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  10. David L, 21.07.2021, 22:54 Uhr

    In der Tat skandalös, wie sich weite Teile der Schweiz während der letzten Monate zum einem rechtsfreien Raum entwickelt haben, in welchem solche «Corona-Demonstranten» Woche für Woche illegale Aktionen durchführen können, ohne eine Reaktion von Polizei und Justiz befürchten zu müssen.

    Danke an Herrn Mainardi für seinen Einsatz gegen die Verluderung unseres Rechtsstaats.

    Zu prüfen wären sicher auch Anzeigen gegen die Behörden, welche ihren Strafverfolgungspflichten systematisch nicht nachzukommen scheinen.

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