Luzerner Heimleiter fordern Aufhebung des Besuchsverbots
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Das Alters- und Pflegeheim Kirchfeld in Horw.

Corona-Schutzmassnahmen Luzerner Heimleiter fordern Aufhebung des Besuchsverbots

2 min Lesezeit 1 Kommentar 27.10.2020, 13:03 Uhr

In Luzerner Altersheimen gilt seit Samstag Besuchsverbot. Bereits im Frühling waren die Bewohner von ihren Angehörigen abgeschottet. Dass sich das nun wiederholt, kritisieren die Heimleiter. Der Regierungsrat habe nichts gelernt, so ihre Aussage.

Für Heimbewohner stellt die Corona-Pandemie eine ganz eigene, jedoch nicht minder grosse Herausforderung dar. Während des Lockdowns waren sie von ihren Angehörigen abgeschottet, weil sie zur Risikogruppe gehören, durften sie keinen Besuch empfangen. In Luzern hat sich dieses Szenario nun wiederholt. Seit Samstag gilt das Besuchsverbot in Heimen erneut, wie der Regierungsrat entschieden hatte (zentralplus berichtete).

Doch das schlägt nicht nur den Bewohnern aufs Gemüt. Auch die Heimleiter kritisieren den Schritt. Marco Müller, Geschäftsführer des Horwer Kirchfelds, sagt zur «Luzerner Zeitung»: «Der Regierungsrat hat aus der ersten Welle wenig gelernt. Ohne Dialog mit den systemrelevanten Heimen hat er am Freitag in einer Hauruckübung ein generelles Besuchsverbot für 38 Tage erlassen, dies ist inakzeptabel.»

Regierung sucht mit Heimleitern nach Lösung

Marianne Wimmer vom Zentrum Höchweid in Ebikon bläst ins gleiche Horn: «Ich bin der Meinung, dass es sinnvoller und sicherer ist, Besuche unter strengen Schutzvorgaben zuzulassen, als wenn sich Bewohner mit ihren Angehörigen ausserhalb der Pflegezentren treffen.» Die neue Regelung schlage auf die Psyche der Bewohner, findet auch Nadja Rohrer, Vorstandsmitglied bei Curaviva – zumal sie sehr kurzfristig kommuniziert worden war.

Dessen sei sich der Regierungsrat bewusst, sagt Gesundheitsdirektor Guido Graf zur Zeitung. Grund für den Entscheid sei der Ausbruch von Corona in einem Kurhaus (zentralplus berichtete) gewesen. Man habe ein solches Szenario in den Pflegeheimen verhindern wollen, ebenso mögliche Todesfälle. «Wenn das Verbot aufgrund anderer Vorkehrungen nicht notwendig ist, werde ich selbstverständlich in der Regierung die Aufhebung beantragen», sagt Graf. Tatsächlich haben bereits Gespräche stattgefunden, um einen gemeinsamen Weg zu finden.

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1 Kommentare
  1. Müller, 27.10.2020, 17:08 Uhr

    auch ich habe eine 94 jährige Mutter im Viva, ja nun für uns alle doch besser 14 Tage daure es bis ich weiss das Corona habe gehe nun zu Mutter dann ins Restaurant ein pläuschli da u dort mal ohne Maske da ja die altern oft Angst haben oder einem nicht kennen, sehr schwierig meine ich das so einfach Abzuwägen, ich habe jetzt ein grosse Paket für Mutter gemacht und mal ein Telefon,

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