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Luzerner Guerilla-Kampagne gegen «20 Minuten»
  • Wirtschaft
Eines der kritischen Plakate in der Luzerner Neustadt. (Bild: jwy)

Pendlerzeitung wird hart angegangen Luzerner Guerilla-Kampagne gegen «20 Minuten»

2 min Lesezeit 16.07.2019, 10:59 Uhr

Wer steckt dahinter? In Luzern kritisieren Plakate die Gratiszeitung «20 Minuten» mit scharfen Worten. Der Verlag Tamedia prüft eine Klage.

Während die Pendlerzeitung «20 Minuten» momentan eine gross angelegte Plakatkampagne fährt, ist in Luzern eine kritische Gegenaktion aufgetaucht. Auffällig deftige Sprüche mit weisser Schrift auf blauem Hintergrund prangen seit ein paar Tagen auf Luzerner Fassaden.

Da heisst es etwa: «Er fickt seine Mutter, weil es in 20 Minuten steht.» Dazu die Erklärung: Die Gratiszeitung trage mit ihren Artikeln zur persönlichen Meinungsbildung bei. «Sie ist nicht neutral, darum muss ihr Inhalt kritisch gelesen werden.» Als Kontakt ist das Luzerner Büro von «20 Minuten» angegeben.

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Mit Logo und gewohnten Farben

Mit der gewählten Schrift, den Farben und dem offiziellen Logo erscheinen die Plakate auf den ersten Blick wie ein offizieller Aushang.

Weitere ähnliche Plakate prangern die Profitgier, die reisserischen Schlagzeilen oder die nicht neutrale Berichterstattung des Gratisblatts an. Als «Guerilla-Aktion für kritisches Zeitungslesen» hat die Facebook-Seite «Streetart Luzern» die Aktion betitelt:

Fraglich ist, wieso sich die Guerilla-Kampagne gerade gegen die Luzerner Redaktion von «20 Minuten» richtet. Die regionale Redaktion ist nicht eben bekannt für besonders reisserische Inhalte.

Wer hinter den Plakaten steckt und ob es auch in anderen Städten ähnliche Parolen gibt, ist nicht bekannt. Auch auf der Luzerner Redaktion von «20 Minuten» sind die Plakate ein Thema, sie verweist aber an die Pressestelle von Tamedia, die «20 Minuten» herausgibt.

Tamedia prüft Klage

Dort heisst es: «Wir haben Kenntnis von den Plakaten in Luzern, die sich gegen 20 Minuten richten und auf denen missbräuchlich das 20-Minuten-Logo verwendet wird.» Tamedia prüfe darum die Einreichung einer Strafanzeige.

«Wir bedauern, dass die Urheber nicht direkt das Gespräch mit uns gesucht haben», heisst es weiter. Von ähnlichen Aktionen in anderen Städten weiss Tamedia nichts.

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