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Luzerner Gemeinde gehört zu den «Pestizidhöllen»
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Wie in fliessenden Gewässern nehmen Mitarbeiter der Dienststelle Umwelt und Energie auch bei Trinkwasser regelmässig Proben und untersuchen diese auf Rückstände. (Bild: Archivbild)

Messungen des Bundes im Grundwasser Luzerner Gemeinde gehört zu den «Pestizidhöllen»

2 min Lesezeit 2 Kommentare 09.02.2020, 10:06 Uhr

Zahlen des Bundesamts für Umwelt zeigen, in welchen Gemeinden das Grundwasser durch Pestizide verseucht ist. In einer Luzerner Gemeinde überschreitet die Messung den Grenzwert um das 12-Fache.

Chlorothalonil-Rückstände im Grund­wasser liegen in 20 von 31 getesten Gemeinden über dem seit Anfang Jahr liegenden Grenzwert. Doch welche Gemeinden das sind, war bisher unbekannt, der Bund hielt die Daten zurück.

Nun hat die «Sonntags-Zeitung» die Zahlen publik gemacht – und an dritter Stelle mit dem höchsten Chlorothalonil-Wert im Grundwasser liegt die Luzerner Gemeinde Fischbach. Die Rückstände überschreiten dort den Grenzwert um das 12-Fache. Grundwasser ist aber nicht gleich Trinkwasser. Wie stark das Leitungswasser davon betroffen ist, ist offen.

Der Stoff baut sich im Grundwasser nur sehr langsam ab, seine Wirkung auf die Gesundheit ist noch schlecht erforscht. Die Messungen stammen aus dem Jahr 2017, ausgewertet wurden sie letztes Jahr durch das Wasserforschungsinstitut ­Eawag.

Gemeinde wusste von nichts

In der Gemeinde Fischbach hatte man von den Messwerten bisher keine Kenntnis. «Dass das Bundesamt für Umwelt in unserer Gemeinde so hohe Konzentrationen von Chlorothalonil-Abbauprodukten gemessen hat, erstaunt mich sehr», sagt Ivo Häfliger, Präsident der lokalen Wassergenossenschaft, zur «Sonntags-Zeitung». Er sei überrascht, dass der Bund das nicht mitgeteilt habe.

Bei bisherigen Messungen in Fischbach seien die Konzentrationen von Pestiziden – auch Chlorothalonil – immer unter den Grenzwerten gelegen. Doch für das von den Bundesbehörden gemessene Chlorothalonil-Abbauprodukt R471811 gab es im Juli letzten Jahres noch keinen Grenzwert, deshalb wurde er auch nicht beanstandet.

Auch im Zugerischen Hünenberg liegen die Chlorothalonil-Rückstände im Grund­wasser leicht über dem Grenzwert. In Emmen jedoch liegen sie darunter.

Auch Trinkwasser enthält Pestizide

Der Kanton Luzern hat kürzlich Messungen im Trinkwasser gemacht, das Fazit: 70 Prozent der Trinkwasserproben in Luzerner Gemeinden enthalten Pestizid-Rückstände. In den allermeisten Fällen liege die Konzentration aber im gesetzlichen Rahmen (zentralplus berichtete).

Im Trinkwasser von sechs Luzerner Gemeinden allerdings sind damals die Chlorothalonilwerte überschritten worden. Um welche Gemeinden es sich dabei handelt, gab die Lebensmittelkontrolle nicht bekannt, weil sie im Unterschied zum Bund der Schweigepflicht untersteht.

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2 Kommentare
  1. Oliver, 10.02.2020, 18:59 Uhr

    Drei Jahre später kommt es raus und das ist nicht nur in der Zentralschweiz so ! Die Bauern spritzen nach wie vor ihre Felder mit Pestizide es kommt auf den Ertrag an und die schnelle aufmastung der Tiere. Geld regiert und das ist in der Schweiz wie überall auf der Erde, die Politiker sind Lügner und Nutzer…. so regiert man. Demokratie lässt die Bürger bluten aber wie lange noch ihr seit gefragt, wo sind da die Menschenrechte bitte schön 🙈🙈

  2. Hans Peter Roth, 09.02.2020, 15:00 Uhr

    Und was ist eigentlich mit den Kantonschemikern? Die beziehen doch einen guten Lohn. Aber für was eigentlich?

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