Luzerner Gastro-Unternehmen sorgt für Shitstorm
  • Gesellschaft
Clever oder asozial? Das Treiben im Restaurant Ferus spaltet. (Bild: Symbolbild Adobe Stock)

Restaurant bietet «Proforma-Zimmer» an Luzerner Gastro-Unternehmen sorgt für Shitstorm

2 min Lesezeit 6 Kommentare 12.12.2020, 14:13 Uhr

Das Restaurant Ferus sorgt auf den sozialen Medien für Wirbel. In einem Newsletter wird scheinbar dazu aufgerufen ein «Proforma-Zimmer» zu buchen, um die Sperrstunde zu umgehen.

Nur Stunden nachdem Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga am Freitag die neuen Corona-Massnahmen des Bundes verkündete, trudelt ein Newsletter des Luzerner Gastronomie-Unternehmen Sinnvoll Gastro in die Mailboxen. Darin wird auf die Auswirkungen der neuen Regel auf die acht Restaurants und Hotels des Unternehmens hingewiesen.

Während die meisten der Betriebe coronakonform um 19 Uhr Schliessen, tanzt ein Standort aus der Reihe: Das Restaurant und Hotel Ferus in Emmen. Für dieses wird im Newsletter mit dem Slogan «Leb dein Leben wie gehabt» geworben. In der Praxis bedeute dies sich ein Proforma-«Zimmer» zu buchen, um so sein Essen bis 23 Uhr geniessen zu können.

Reaktionen folgten promt

Auf den sozialen Medien wird das Angebot derzeit heftig diskutiert. Auf einen Post, der das Angebot anprangerte, folgten etliche weitere Reaktionen.

In den Reigen der – grösstenteils – entrüsteten Kommentatoren, reihte sich auch GLP-Nationalrat Martin Bäumle ein:

Wirt verteidigt das Angebot

Gegenüber den Medien beschwichtigt versucht Philippe Giesser, Geschäftsführer von Sinnvoll Gastro, zu beschwichtigen. Man versuche eine «spitzfindige» Idee umzusetzen, um seine Angestellten weiterhin beschäftigen zu können.

Die Idee sei aber schon, dass die Gäste nach dem Essen über Nacht bleiben, sagt er gegenüber «20 Minuten», wo er sich selbst als «Schlitzohr» bezeichnet. Tatsache bleibt aber, dass man im Ferus nun ein Hotelzimmer für 30 Franken buchen könne, berichtet die «Luzerner Zeitung». Dies erlaube den Restaurantaufenthalt bis 23 Uhr. Ob der Trick ein Nachspiel haben wird, bleibt abzuwarten.

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6 Kommentare
  1. Peter, 14.12.2020, 21:59 Uhr

    Also ich finde die Idee wesentlich kreativer, als die merkwürdige Massnahme, alle Leute vor 19:00 in Restaurants und noch schlimmer, Einkaufsläden zu pferchen…..

  2. Roland Grüter, 13.12.2020, 17:35 Uhr

    Statt solchen Unsinn mit einem Bericht zu propagieren, würden Sie besser die Probleme der Spitäler, der betroffenen Angehörigen von Corona-Opfern, des Gesundheitswesens im jetzigen Zeitpunkt aufzeichnen. Anscheinend sind für Sie aber dumme Vorschläge, seitens gewisser Branchen, wichtiger.

  3. Sigfried Meint, 13.12.2020, 16:01 Uhr

    Wenn Grosskonzerne Gesetze und Moral um-/hintergehen, dann ist das scheinbar kein Problem. Lokal wird das nicht geduldet. Mehr Konzernverantwortung wurde ja mit einem grossem «Nein» in der Zentralschweiz goutiert.

  4. Andreas Peter, 13.12.2020, 10:48 Uhr

    Wenn der Bundesrat komplett willkürliche, sinnfreie, aktionistische, wissenschaftlich durch nichts gestützte „Massnahmen“ beschliesst, welche Existenzen zerstören, dann braucht man sich über Täubelireaktionen nicht zu wundern.

  5. Ein Wirt, 13.12.2020, 02:13 Uhr

    Sinnfrei Gastro halt.

  6. Valeria, 12.12.2020, 16:07 Uhr

    In diesem ganzen Zirkus wo gerade passiert, wundert mich das überhaupt nicht. In der Not wird der Mensch erfinderisch !

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