Mit seinem neuen Album «Mundart Folk» steigt der Luzerner Musiker Kunz direkt auf Platz eins in die Charts ein.
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Mit seinem neuen Album «Mundart Folk» steigt der Luzerner Musiker Kunz direkt auf Platz eins in die Charts ein. (Bild: zvg)

«Alpen-Gosling» Kunz: heiss umworben Luzerner Frauenschwarm erobert die Charts

4 min Lesezeit 17.10.2015, 05:00 Uhr

Er sieht US-Schauspieler Ryan Gosling zum Verwechseln ähnlich: Der Luzerner Musiker Kunz erobert gerade die Charts – von null auf Platz eins. Doch nicht nur Frauen sind hinter ihm her: Der 29-Jährige wird bestochen, Luzern zu verlassen. Nur genügen ein Loft und ein voller Kühlschrank wohl nicht.

Ein Frauenschwarm à la Hollywood erobert gerade die Schweizer Charts: Die Rede ist von Marco Kunz (29) aus Luzern. Viele kennen ihn als den «Alpen-Gosling», da er seinem Doppelgänger, dem US-Schauspieler Ryan Gosling, zum Verwechseln ähnlich sieht. 

Vor gut eineinhalb Jahren ist Kunz mit seinem Erstlingswerk «Eifach so» auf Platz 13 der Schweizer Alben-Hitparade eingestiegen. Die Single «Lüüt so wie mer» schaffte es gar auf Platz 3. Doch nun hat der Musiker das geschafft, wovon viele träumen: Mit seinem neuen Album «Mundart Folk» (Universal Music) stürmt der Luzerner direkt auf Platz 1 der Hitparade vom kommenden Wochenende.

Mit zentral+ hat Kunz über seinen Erfolg und seine Liebe zu Luzern gesprochen. So viel vorweg: Da kann Olten nicht mithalten. Auch wenn die Solothurner ihn zum Umzug bestechen wollen. Dank seinem Song «Olten» (siehe Video) bezieht er Ende Oktober auf Einladung der Wirtschaftsförderung Region Olten für fünf Tage eine Wohnung dort – damit er Olten nicht nur besingt, sondern leibhaft erlebt. Und nach einer Woche wieder sieht, dass es zuhause einfach am schönsten ist.

zentral+: Mit deinem Mundart-Folk hast du gerade die Hartspitze erobert. Gelernt hast du aber was ganz Bodenständiges: Wie bist du vom Maurer zum Musiker und Chartstürmer geworden?

Marco Kunz: Keine Ahnung … Ich mache einfach das, was mir am liebsten ist, und arbeite schon sehr lange an meiner Musik. Zudem braucht es viele Menschen, die dabei helfen und mich unterstützen. Zudem: Eine harte Lehrzeit hilft beim «Dorebiisse».

zentral+: Was bedeutet dir dieser plötzliche Erfolg?

Kunz: Ganz so plötzlich kam der Erfolg ja nicht. Meine Band und ich sind seit der ersten Platte «Eifach so» (2014) gut unterwegs. Wir konnten geile Konzerte spielen und in grossen TV-Shows auftreten. Schön zu sehen ist, wie es langsam, aber stetig wächst und wir erfolgreicher werden. Schritt für Schritt. Aber ich backe noch immer kleine Brötchen.

«Wenn ich nur auf mein Aussehen angesprochen werde, dann nervt’s natürlich.» 

zentral+: Als Bub hast du gejodelt, jetzt machst du Mundart-Pop – wie schaffst du es, trotzdem cool zu sein?

Kunz: Ich glaube, das liegt an meinen Rollschuhen. Und daran, dass ich zentral+ lese. Lacht.

Wald-Dreck und Familien-Liebe

Im idyllischen Mauensee (LU) aufgewachsen, bezeichnet Kunz seine Kindheit als «eine Märchenzeit mit viel Platz für Wald-Dreck und Familien-Liebe». Das Klavier, gemeinsames Singen mit der Familie und Papis Jodel-Proben weckten seine Passion zur Musik. Heimliches Üben auf der Gitarre seiner Schwester besiegelte es dann endgültig: Marco wollte auf die grosse Bühne. Aber weder mit Jodeln noch mit dem Klavier. Die Gitarre und Mundart-Folk sind seine Leidenschaft: Roh, lebendig und fesselnd muss es sein, so beschreibt Kunz seine Musik.

zentral+: Man nennt dich «Alpen-Gosling» aufgrund deiner Ähnlichkeit zum US-Schauspieler Ryan Gosling. Bist du bereits genervt über diesen Vergleich?

Kunz: Mir ist das so was von egal, kann ja nichts dafür. Lacht. Da sind meine Eltern «schuld». Wenn ich aber nur auf mein Aussehen – und nicht auf die Musik – angesprochen werde, dann nervt’s natürlich.

zentral+: In deiner aktuellen Single singst du über Olten, nun bist du sogar dorthin gezogen. Warum?

Kunz: Die Wirtschaftsförderung Region Olten hat mich eingeladen, die Stadt für eine Woche zu testen. Zu einem Loft, halb gefüllten Kühlschrank und bestimmt lustigen Tagen sagt man doch nicht nein!

zentral+: Tut es dir als Luzerner nicht weh, deine Heimatstadt zu verlassen?

Kunz: Verlassen ist nicht das Problem, das mach ich zurzeit ja ohnehin fast täglich. Das «Nichtzurückkehren» ist viel schlimmer – das macht schliesslich das Heimweh aus!

zentral+: Was bietet dir Olten, was Luzern nicht kann?

Kunz: Das werde ich dann sehen. Mal ehrlich: Als Luzerner ist es sehr schwierig, auf diese Frage zu antworten. 041. Punkt.

Marco Kunz will nicht auf sein Aussehen reduziert werden. (Bild: zvg)

Marco Kunz will nicht auf sein Aussehen reduziert werden. (Bild: zvg)

zentral+: Was wirst du an Luzern am meisten vermissen?

Kunz: Meine Freunde, den Quartierladen, das Neubad, den Bireggwald, den Pilatus, das Istanbul, der Alfred Espresso, die Squashhalle Würzenbach … Und das wohlige Gefühl vom «Deheime sii».

«Man muss nicht alles von mir wissen.»

zentral+: Du bist seit kurzem wieder Single – das dürfte sich mit dem Erfolg schnell ändern, oder?

Kunz: Lacht. Das wäre dann wohl nicht die richtige Partnerin.

zentral+: Wann dürfen wir über deinen ersten Skandal berichten?

Kunz: Ich mag dieses Boulevard-Ding nicht und gehe dem aus dem Weg, so gut es halt geht. Schliesslich muss man nicht alles von mir wissen.

zentral+: Wenn keine Skandale, was ist in Zukunft von dir zu erwarten?

Kunz: Viel Musik und Konzerte. Und ich hab da noch viele Ideen, die ich ausprobieren will.

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