Luzerner FDP-Politiker Gaudenz Zemp verärgert Kulturschaffende
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Gaudenz Zemp sorgt mit seiner Aussage bei Kulturschaffenden für Empörung. (Bild: zvg)

Mit Aussage im Kantonsparlament Luzerner FDP-Politiker Gaudenz Zemp verärgert Kulturschaffende

2 min Lesezeit 4 Kommentare 03.02.2021, 07:33 Uhr

Wer nicht gut genug sei, soll über eine Umschulung nachdenken, sagte der Direktor des KMU- und Gewerbeverbands kürzlich im Parlament. Für Schauspieler und andere Kulturschaffende ein Affront.

Die Corona-Pandemie trifft die Kunstszene besonders hart. Selbst im Sommer war es nur wenigen möglich, Veranstaltungen durchzuführen. Seit beinahe einem Jahr hoffen Kulturschaffende deshalb auf ein Ende der Pandemie. Der Luzerner FDP-Politiker Gaudenz Zemp hat nun Öl ins Feuer gegossen. Im Kantonsparlament sagte er gemäss «PilatusToday» kürzlich: «Kulturschaffende, welche nicht genügend talentiert sind, sollen sich überlegen, sich nun umzuschulen.»

Zemp äusserte sich im Rahmen der Diskussion zu einem Grundeinkommen für Kulturschaffende während der Corona-Krise. Die Betroffenen haben für die Aussage wenig Verständnis. Einer von ihnen ist der Luzerner Schauspieler Samuel Klauser. «Ich als Schauspieler überlege mir das jedes Jahr. Bin ich im richtigen Beruf? Will ich diesen Beruf weiter machen? Ist es meine Leidenschaft? Investiere ich dafür? Ich bin am Schluss immer dazu gekommen – auch in einer Krise – Ja zu sagen.» Dass Zemp gerade jetzt mit dieser Aussage komme, fände er sehr schwierig, sagt Klauser gegenüber «Tele 1».

Auch Gastronomie profitiert von Kultur

Zemp kontert: «Wir haben im Kulturbereich seit Jahren ein Überangebot.» Nun sei der Moment, sich zu überlegen, ob man am richtigen Platz sei. «Ich denke, jene, die am meisten Talent mitbringen, sollten weiter in der Branche bleiben, die anderen sollten sich jetzt bewegen.»

Das sei zu verallgemeinernd, ärgert sich auch der Geschäftsführer der IG Kultur Luzern, Gianluca Pardini. Die Kultur bringe schweizweit eine Wertschöpfung von rund 15 Milliarden Franken und sei eine wichtige Branche. Alle Kulturschaffenden in einen Topf zu werfen, sei falsch. Schliesslich profitieren nicht zuletzt auch andere Bereiche wie etwa die Gastronomie von der Kultur.

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4 Kommentare
  1. Dinah, 04.02.2021, 12:11 Uhr

    Bist Du kurzsinnig?
    Dann wähl freisinnig.

  2. Daniel Steiner, 03.02.2021, 11:58 Uhr

    Meine Antwort: Politiker, welche keinen Weitblick haben, sollen sich überlegen, sich nun „umzuschulen“

    1. CScherrer, 03.02.2021, 13:25 Uhr

      Danke für diesen konstruktiven Beitrag. Sehe ich genau so.

  3. CScherrer, 03.02.2021, 07:59 Uhr

    Im Umkehrschluss soll es demnach auch eine Flurbereinigung bei den KMU’s und in der Gastronomie geben, da diese möglicherweise auch im falschen Beruf tätig sind. So gesehen kann man dann auch diesen Gewerbeverband auflösen. Wir haben in der Zentralschweiz eine wirklich grossartige alternative Kulturszene mit unzähligen hochtalentierten Kunstschaffenden. Dazu haben wir Kulturhäuser, welche sich selber finanzieren und selbst verwalten. Dies tun diese Häuser auf einem hochstehenden und professionellen Niveau, sind besser geführt, als so manches KMU oder Unternehmen. Herr Zemp äussert sich zu Dingen, wovon er keine Ahnung hat.

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