Luzerner Fasnächtler beraten sich mit der Stadt – das Zittern geht weiter
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Die Zunft zur Inseli vor ihrem Sujetwagen. Ihre Pionierarbeit im vergangenen Jahr könnte wegen Corona unerwartet Früchte tragen. (Bild: zvg)

Quartierfasnacht wird wahrscheinlicher Luzerner Fasnächtler beraten sich mit der Stadt – das Zittern geht weiter

2 min Lesezeit 5 Kommentare 07.09.2020, 20:09 Uhr

Die Luzerner Fasnächtler sind sich fast sicher, dass es eine Fasnacht geben wird. Wie genau die aussehen soll, darüber haben nun erste Gespräche stattgefunden.

Was macht ein Kind, wenn man ihm seinen Nuggi wegnimmt? Genau: «Brüele». Fasnachtsfreunden schiesst das Tränenwasser in die Augen, wenn sie nur schon daran denken, dass 2021 wegen Corona keine Luzerner Fasnacht stattfinden soll.

Deshalb trafen sich nun Vertreter von Wagenbauern, Vereinigten, Guuggenmusigen, des Luzerner Fasnachtskomitees, der Stadt und der Blaulicht-Organisationen zur Lagebesprechung. Obwohl noch keine Entscheide getroffen wurden, bekräftigt LFK-Sprecher Peti Federer seine Aussagen, die er schon früher gegenüber Zentralplus gemacht hat: «Es wird eine Luzerner Fasnacht geben.»

Die Fasnacht werde wohl aber etwas anders aussehen: Dichtes Gedränge in der Altstadt vor den Wagen, 10’000 Besucher beim Fötzeliregen – das wird es 2021 kaum geben. Auch wie genau – und ob – Umzüge durchgeführt werden sollen, darüber herrscht noch keine Klarheit. Entsprechende Schutzkonzepte für die möglichen Veranstaltungen geraten nun in den Fokus. Für Federer ist klar, dass es für die Stadt und die Fasnächtler besser ist, Regeln aufzustellen, wie Fasnacht trotz Corona begangen werden könne, als die ganze Übung abzublasen. «Das ist sicherer.»

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Im Gespräch mit Zentralplus sagt Peti Federer weiter, dass man in regem Austausch mit den Baslern stehe, da man für das kommende Jahr ähnliche Anliegen habe. Dabei zeichne sich zunehmend ab, dass es wohl zu einer Dezentralisierung der Fasnacht, zurück in die Quartiere, kommt. «Ich rechne aber damit, dass insgesamt weniger Leute an die Luzerner Fasnacht kommen werden, als auch schon», so Federer.

Eine Vorreiterrolle könnte dabei ungewollt die versuchte Belebung des Inseli im vergangenen Jahr gehabt haben (zentralplus berichtete).

Nächstes Treffen in den Herbstferien

Seitens der Stadt betont man in einer Mitteilung vom Montagabend: «Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern war am Schluss aber klar, dass sicher die Grossveranstaltungen in Frage gestellt sind.» Gemeinsam sei vereinbart worden, dass man sich nach den Herbstferien zu einem weiteren Austausch treffe. Die Beteiligten würden nun in ihren jeweiligen Organisationen besprechen, was der Austausch für ihre weiteren Planungen bedeuten kann. Die Öffentlichkeit soll erst dann informiert werden, «wenn Entscheide gefällt sind», wie es seitens der Stadt heisst.

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5 Kommentare
  1. Renate Goldschmidt, 08.09.2020, 13:34 Uhr

    Ich fände es richtig und gut,wenn die Fasnacht 2021 ganz abgesagt würde.Ich bin selber in einer Musig,aber ich habe ein ungutes Gefühl in dieser Situation etwas zu erzwingen

    1. Martin von Rotz, 08.09.2020, 14:37 Uhr

      Ich kann Ihr „ungutes“ Gefühl verstehen, aber unter Umständen müssen wir trotzdem eine Lösung finden. Nehmen wir mal pessimistisch an dass es in den nächsten Jahren keine wirksame Impfung und kein Heilmittel gibt. Nach Ihrem schlechten Gefühl würde dann die Fasnacht nie mehr stattfinden.

  2. CScherrer, 08.09.2020, 08:26 Uhr

    Selbstverständlich darf jeder seine Meinung über ein Stattfinden der Fasnacht 2021 äussern. Der Egoismus und die Selbstinszenierung gewisser Exponenten sind nur schwer erträglich. Sieht man etwas genauer auf das LFK stellt man sich unweigerlich die Frage, warum sich diese Exponenten für eine Durchführung der Fasnacht äussern. Exponenten, welche Inhaber von eigenen Unternehmen sind und sich auf der anderen Seite wohl über die schlechte wirtschaftliche Lage beklagen. Vielleicht sogar Kurzarbeit angemeldet haben? Von ihren Angestellten erwarten, dass sie sich vorsichtig verhalten etc.

    Die Fasnacht ist eine «Virenschleuder» par exellence und kann – nein soll – nicht weiter organisiert und reglementiert werden. Schon heute ein absolutes Unding, dass man die Fasnacht versucht zu reglementieren. Für einen wirklich richtigen Fasnächtler eine Qual.

    Es kann und darf nicht sein, dass die Fasnacht – in welcher Form auf immer – stattfindet. Es wäre ein Hohn gegenüber all denjenigen, welche aufgrund der Pandemie ihren Job verloren haben. Ein Hohn gegenüber allen Angestellten, welche sich an die Regeln halten. Ein Hohn gegenüber Kulturschaffenden.

  3. Mario Bucher, 07.09.2020, 23:47 Uhr

    Ich empfinde es jetzt schon Unsinnig mit 40-60 Personen zu proben. Dies entbehrt jedweder Logik, da die Viren ja raus „posaunt“ werden (ein Mindest-abstand bringt da nicht viel). Obwohl sicher schade ist, würde ich die Fasnacht frühzeitig absagen, damit auch aktive Vereinsmitglieder nicht in ein moralisches Dilemma kommen, wenn sie Angst haben sich anzustecken.

  4. Patrick drago, 07.09.2020, 21:01 Uhr

    Meine meinung ist, das man die fasnacht 2021 absagt, weill wenn man die fasnacht in den Quartiere macht, gibt es trotzdem ein gedrängel. Ich bin selbst in einer guggemusik und würde es gut finden das man die fasnacht 2021 absagt

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