Luzerner Fanarbeiter wusste nichts von der Protestaktion
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So lief die Protestaktion der FCL-Fans gegen die frühe Anspielzeit des Cup-Viertelfinals gegen die Young Boys am Mittwochabend in der Swissporarena ab. (Bild: SRF)

Er vermittelte zwischen Fans und FCL Luzerner Fanarbeiter wusste nichts von der Protestaktion

3 min Lesezeit 1 Kommentar 08.03.2019, 11:56 Uhr

Fabian Achermann stand unmittelbar daneben, als maskierte FCL-Anhänger am Aschermittwoch gegen die frühe Anspielzeit protestierten und das Tor mit einer Kette verriegelten. Wie ist es möglich, dass der Verantwortliche der Fanarbeit Luzern von dieser Aktion beim Cup-Viertelfinal überrascht wurde?

Ein geflügeltes Wort unter den Newsjägern in der Journalisten-Zunft lautet so: Wenn nur ein Mensch etwas weiss, ist es ein Geheimnis. Wenn zwei davon wissen, ist es eine Information.

Im Fall der maskierten FCL-Fans, die am Mittwochabend mit ihrer Protestaktion in der Swissporarena für mächtig Wirbel sorgten (zentralplus berichtete), sind es gut und gerne 30 Nasen, die genau wussten, was vor der Heimpremiere von Thomas Häberli als Trainer der Luzerner abgehen würde. Doch kein FCL-Verantwortlicher will etwas gewusst haben (zentralplus berichtete).

Nicht einmal Fabian Achermann, verantwortlich für die Fanarbeit Luzern, der Anlaufstelle und Vermittlerin zwischen Anhängern, Verein und Behörden. Er versichert: «Davon hatte ich keine vorgängige Kenntnis.»

Stellt er nicht die Berechtigung seines Jobs in Frage?

Wenn das tatsächlich der Wahrheit entspricht, muss ein Teil der FCL-Fans so verschwiegen sein wie eine der berühmt-berüchtigten Geheimlogen, die sich konsequent gegenüber der Öffentlichkeit abgrenzen. «Das Thema Anspielzeit ist bei den Fans ja schon länger auf dem Tisch. Darum entspringt die Protestaktion keinem Zufall, auch wenn die Art und Weise, wie sie vorgetragen wurde, selbst für mich überraschend war», hält Achermann fest.

«An den Anspielzeiten bleiben die Fans und die Fanarbeit dran.»

Fabian Achermann, Verantwortlicher der Fanarbeit Luzern

Ein Fanarbeiter, der nicht weiss, was bei den eigenen Fans im Busch ist? Stellt er damit nicht gleichzeitig die Berechtigung seines Jobs in Frage? Achermann gibt unumwunden zu, dass er in einem nahen Dialog mit den Fans stehe. «Die FCL-Fans sind aber eine autonom funktionierende Gruppe.»

Aber hätte er dem FCL Bescheid gegeben, wenn er von der Protestaktion vor deren Ausführung gewusst hätte? Für ihn sei das eine hypothetische Frage und deshalb schwierig zu beantworten. Achermann hält fest: «Wir bewegen uns in der Mitte eines Spannungsfeldes. Wir definieren uns als Vermittler zwischen dem FCL und seinen Fans.»

Das Telefonat mit dem Sicherheitschef

Vermittelt hat er tatsächlich. Als die Protestaktion auf dem Rasen der Swissporarena lief. «Mit dem Fanverantwortlichen des FCL bin ich neben den Protestierenden gestanden. Erst habe ich mit Beni Blättler, dem Sicherheitschef des FCL, telefoniert. Und gleich nach der Aktion haben wir uns ausgetauscht», erzählt Achermann.

Mit einer Kette vor dem Tor und Plakaten protestierten die FCL-Fans.

Mit einer Kette vor dem Tor und Plakaten protestierten die FCL-Fans.

(Bild: SRF)

Er bewertet den Auftritt der gut 30 maskierten Fans auf dem Platz als «friedliche Protestform». Die Sicherheit im Stadion sei für keinen Besucher in irgendeiner Art und Weise gefährdet worden. Vielleicht auch dank seiner Vermittlung, weil eine mögliche Eskalation durch aufmarschierende Sicherheitsleute verhindert worden ist.

Nach eigener Auskunft hat der FCL an einem Spiel eine 60 bis 70 Mann starke Interventionseinheit, die er selber rekrutiert hat: «Jeder ist mit einem Pfefferspray ausgerüstet.» 

Doch Achermann lehnt ab, dass auf dem Platz protestiert wurde: «Diese Form verstösst gegen die Stadionordnung und wird eine Busse für den FC Luzern nach sich ziehen.»

Zwei Konsequenzen

Für ihn gibt es zwei Konsequenzen aus dem Vorfall. Jene gegen den Klub und die Protestierenden, die mit einem schweizweiten Stadionverbot rechnen müssen, falls sie durch die Videoaufnahmen identifiziert werden können.

Und die zweite ist das Thema an sich. «An den Anspielzeiten bleiben die Fans und auch die Fanarbeit dran. In Absprache mit dem FCL wird sich die Fanarbeit bei der Liga und dem Verband so weit wie möglich für das Anliegen der Fans starkmachen», weiss Achermann.

Mit ihrem Anliegen sind die FCL-Fans ja nicht allein auf weiter Flur. Und das zumindest ist kein Geheimnis.

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1 Kommentare
  1. Tobias Bjornsen, 08.03.2019, 12:18 Uhr

    Fanarbeiter sind keine Sozialdetektive! Oder hat Achermann schlicht vergessen, per Email anzufragen, ob man ihm noch den aktuellen PDF-Zeitplan mit allen Pyroeinsätzen und Aktionen zusenden kann? 😀

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