Luzerner Coiffeur auf Verbrecherjagd
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Mit einem Stein wurde das Schaufenster des Coiffeur-Salons «Al Capello» an der Lindenstrasse eingeschlagen. (Bild: zvg)

Schikane gegen «Al Capello» Luzerner Coiffeur auf Verbrecherjagd

3 min Lesezeit 04.08.2015, 17:36 Uhr

Seit seinem Umzug an die Lindenstrasse wird ein Luzerner Coiffeur von Unbekannten schikaniert. Nachdem sein Geschäft verwüstet wurde, will er nun nicht mehr länger tatenlos zusehen.

Zalan Oltvanyi ist ausser sich: Unbekannte verwüsteten den Vorgarten seines Coiffeur-Salons «Al Capello» an der Lindenstrasse 35. «Sie haben sogar die Scheibe eingeschlagen», sagt er und zeigt auf das mittlerweile abgeklebte Schaufenster. «Zum Glück ist im Innern des Geschäfts kein grösserer Schaden entstanden.» 

Anders sieht es vor dem Laden aus, wo Oltvanyi eine kleine Lounge eingerichtet hat. «Hier haben die Randalierer Vollgas gegeben», sagt der 37-jährige Herrencoiffeur. «Schilder, eine Statue und meine Wetterstation – es wurde einfach alles weggerissen.» Der oder die Täter hätten am vergangenen Samstag vor nichts halt gemacht (siehe Bildergalerie). Auch Blumentöpfe wurden zerschlagen und Steckdosen aus der Wand gerissen.

«Da hat es jemand auf mich abgesehen.»
Zalan Oltvanyi, Herrencoiffeur

Nachdem die Polizei den Schaden am Sonntag besichtigte, habe er sich sofort daran gemacht, alles wieder herzurichten. «Ich will kein Bild der Zerstörung vor meinem Laden», sagt er und erklärt, dass der Vorgarten wichtig für sein Geschäft sei. «Bei mir läuft alles ohne Voranmeldung und mit der Lounge will ich meinen Kunden das Warten angenehmer machen.»

Mit dem Umzug begannen die Schikanen

Seit mehr als 15 Jahren arbeitet der gebürtige Ungar als selbstständiger Herrencoiffeur. Vor sechs Monaten ist er mit seinem Geschäft von der Hauptstrasse in Reussbühl an die Lindenstrasse umgezogen – und damit hätten seine Probleme begonnen. «Ich werde seit längerem schikaniert», erzählt er. Immer wieder würde sein Zaun eingerissen, der Container vor sein Geschäft gestellt und Zigaretten auf seinem Teppich ausgedrückt.

«Was mir zu schaffen macht, ist der ständige Ärger und das Gefühl der Machtlosigkeit.»
Zalan Oltvanyi 

«An Wochenenden treibt sich an der Lindenstrasse ein spezielles Klientel herum», so Oltvanyi. Trotzdem ist er sich sicher: Die jüngsten Verwüstungen sind nicht zufällig durch Betrunkene entstanden, das sei alles geplant gewesen. «Den Stein, mit welchem die Scheibe eingeschlagen wurde, konnte man in der Umgebung nicht einfach so finden – der wurde extra mitgeführt.»

Zalan Oltvanyi ist Coiffeur aus Leidenschaft und will sich die Freude an seinem Geschäft nicht verderben lassen.

Zalan Oltvanyi ist Coiffeur aus Leidenschaft und will sich die Freude an seinem Geschäft nicht verderben lassen.

(Bild: azi)

Auch Kabelbinder könne man nicht spontan durchschneiden, ohne entsprechendes Werkzeug dabei zu haben. Für Zalan Oltvanyi ist deshalb klar: Da hat es jemand auf ihn abgesehen. «Das ist wirklich eine feige Tat», ärgert sich der Coiffeur. «Wenn jemandem etwas nicht passt, dann kann er mir das einfach sagen.»

«Ich will nicht mehr tatenlos zusehen.»
Zalan Oltvanyi  

Wütender Facebook-Aufruf

«Die Polizei war schon viele Male hier, doch passiert ist nichts», meint er weiter. «Die finanziellen Schäden sind zu verkraften, doch was mir zu schaffen macht, ist der ständige Ärger und das Gefühl der Machtlosigkeit.» Er habe zwar eine Vermutung, um wen es sich handeln könnte. Das habe er auch der Polizei mitgeteilt, aber dennoch Anzeige gegen unbekannt eingereicht. 

Seit der Tat vom vergangenen Wochenende will Oltvanyi jedoch nicht mehr tatenlos zusehen. «Wenn es nicht um das Verteilen von Bussen geht, ist nicht genug Einsatz da», meint er und erzählt, das er erst kürzlich 390 Franken an die Luzerner Staatsanwaltschaft bezahlen musste, weil er zehn Minuten nach Ladenschluss einem Kunden noch die Haare fertig schneiden wollte.

Nun will er die Sache selbst in die Hand nehmen: In einem Facebook-Post hat er ein Kopfgeld auf den Täter ausgesetzt. «Ich kenne viele Leute und über Umwege werde ich erfahren, wer dahinter steckt.» Doch was, wenn er ihn findet? «Ich bin nicht der Typ für Selbstjustiz», lacht er. Aber er werde ihn sicher zur Rede stellen und anzeigen. 

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