Luzerner Brillengeschäft eckt mit «Mohrenkopf»-Spruch an
  • Regionales Leben
Für diese Aktion auf seinem Schaufenster erhielt der Luzerner Optiker gemischte Reaktionen. (Bild: Facebook)

Schriftzug wieder entfernt Luzerner Brillengeschäft eckt mit «Mohrenkopf»-Spruch an

2 min Lesezeit 11 Kommentare 26.06.2020, 12:00 Uhr

Ein Luzerner Optiker wollte mit «Mohrenkopf»-Sprüchen an seinem Schaufenster auf Rassismus aufmerksam machen. Doch der Schuss ging nach hinten los: Nach heftigen Reaktionen in den sozialen Medien hat er die Schriftzüge wieder entfernt.

«Ob weiss, ob schwarz, ob gelb oder braun – jeder Kopf braucht eine Brille» prangte an einem Schaufenster des Brillengeschäfts Pfistergassoptik. Auf dem anderen steht: «Was bin ich? a) Schoggikuss, b) Schaumkuss, c) Mohrenkopf, d) Schockoköpfli, e) weiss nicht mehr, wie ich heisse …» Der angepeilte Humor kommt auf Social Media nicht gerade gut an.

Die Online-Plattform «Ron Orp Luzern» stellte die Fotos der Schaufenster am Donnerstag auf Facebook und schrieb dazu: «Liebe Scherzkekse der Pfistergassoptik, eure Verharmlosung von Rassismus in der Schweiz macht mir ehrlich gesagt etwas Bauchweh.»

Geschäftsführer wollte Zeichen gegen Rassismus setzen

Ein weiterer Nutzer wirft dem Optiker vor, die aktuelle Debatte für Werbezwecke missbraucht zu haben. Wenig später reagiert Jürg Lischer, Geschäftsführer von Pfistergassoptik, in den Kommentaren und zeigt sich enttäuscht. «Es ist nicht die Rückmeldung, die ich problematisch finde. Die Art und Weise finde ich schwierig. Aber ich hab es angezettelt, ich stehe es aus.»

Die Idee hinter den Schriftzügen sei nicht böswillig gewesen: «Wir wollten eigentlich mitteilen, dass es schlauer wäre, den Rassismus an der Wurzel zu packen und dass jeder bei uns willkommen ist, ob schwarz, weiss, braun.» Ob die Aktion gut war, könne er nicht sagen. Er habe unterschiedliche Rückmeldungen erhalten, schreibt er auf Facebook.

Zu einer Reaktion veranlasst sah man sich bei der Pfistergassoptik offenbar trotzdem: Der «Schriftzug ist weg», schreibt Lischer schliesslich auf Facebook.

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11 Kommentare
  1. Physiotherapie, 27.06.2020, 12:36 Uhr

    Demokratie bedeutet:
    Wir haben das Recht unsere freie Meinung zu äussern.
    Wir haben die Pflicht dem/der Anderen zu zuhören um ihn/ sie zu verstehen.
    Gewaltfreie Kommunikation gibt unserer Gesellschaft eine neue Chance miteinander zu leben , uns gegenseitig zu verstehen und gut miteinander umzugehen.
    Eine Chance das aufzuarbeiten was Jahrhunderte verbrochen wurde.
    Andrea Hörig

    1. Peter Bitterli, 27.06.2020, 15:11 Uhr

      Was wurde denn „Jahrhunderte verbrochen“.

    2. Lukas, 29.06.2020, 08:34 Uhr

      Nein, es besteht glücklicherweise keine Pflicht anderen zu zuhören.

      Es gibt das Recht, die Meinung frei zu äussern. Aber zur Meinungsfreiheit gehört es auch, andere Meinungen kritisieren zu dürfen. Das wird gerne vergessen.
      Sprich:
      Nur weil die Reaktionen auf eine Meinung unangenehm sind, schränken diese die Meinungsfreiheit noch lange nicht ein.

  2. ludin, 26.06.2020, 22:07 Uhr

    In der Diskussion um politisch korrekte sprache meinte er ein sehr beleibter kollege, sprache würde nicht verletzen. ich verklemmte mir die frage, wie er reagieren würde, wenn er als „dicke pfluttere“ tituliert würde.

    1. Peter Bitterli, 27.06.2020, 07:26 Uhr

      Dabei hätten Sie so möglicherweise der diversity Vorschub und Ihren Beitrag geleistet, um einer weiteren diskriminierten Minderheit zu Geld, Quote und vielleicht sogar einem Winselfach an einer Hochschule zu verhelfen.

    2. Roli Greter, 27.06.2020, 08:11 Uhr

      Eine gereifte und vernünftige Person steht darüber, und offenbar entspricht „dicke Pfluttere“ wohl der Wahrheit. Das traurige in der ganzen Diskussion ist, dass es vielen Menschen ganz offensichtlich an Selbstvertrauen fehlt.
      Gruss von einem Verrückten.

      PS: Mensch Ludin, wo hast du schreiben gelernt? In der Baumschule? 😉

  3. Peter Bitterli, 26.06.2020, 13:31 Uhr

    Die ganze vollkommen intellektfreie und hysterische Idiotie wird irgendwann auch wieder versickern, so wie sie aus den Senkgruben selbstgefälligen Pharisäertums und kurzschlüssiger Moralfahnenschwingerei hochgeblubbert ist. Diese sogenannten „shitstorms“ sind ja nichts Anderes als der Pranger und die Denunziationsbriefkästen des Mittelalters und stehen jedem Demokratieverständnis und jeder offenen Debatte diametral entgegen. Dabei werden sie getragen von einer jämmerlichen Minderheit, die ja etwa auch bereits nach Zensur missliebiger Meinungen hier auf „Z+“ schreit.
    Für die stets einwandfreien, sympathischen, originellen und dazu kulturell engagierten Optiker tut es mir leid.

    1. olga von der wolga, 26.06.2020, 14:07 Uhr

      ach peter….denk an deinen blutdruck ❤️

    2. Peter Bitterli, 26.06.2020, 15:31 Uhr

      Ach Du bist das! 🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣
      Ich dachte ja an irgendeine Ex. Sind wir schon soweit?

    3. Lischer Jürg, 26.06.2020, 18:28 Uhr

      Lieber Peter, danke für deine moralische Unterstützung. Und Olga hat recht, immer schön auf den Blutdruck achten.

  4. Silvan Studer, 26.06.2020, 12:51 Uhr

    Der Antirassismus-Wahn frisst seine eigenen Kinder.
    Man muss sich von all dem distanzieren und kann nur den kühlen Kopf schütteln.

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