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Luzerner Beizen haben keine Angst vor Bumann
  • Gesellschaft
Hier testet Bumann am Montag. Der Wirt des Bahnhöfli hat nicht vor sich zu beschweren, stattdessen gibt's public viewing.

Der Restauranttester in Luzern Luzerner Beizen haben keine Angst vor Bumann

4 min Lesezeit 12.04.2014, 05:57 Uhr

Nach der Ausstrahlung der ersten Folge von «Bumann, der Restauranttester» auf 3+ hatte sich der Wirt des Baarer «Relax» im «Blick» zu Wort gemeldet: Sein Restaurant habe Image-Schaden erlitten. Am Montag ist ein Luzerner dran. Der Wirt des Bahnhöfli in Ebikon hat allerdings keine Angst vor der Sendung.

Im Trailer zur nächsten Sendung «Bumann, der Restauranttester» geht’s schon zur Sache: Eine weinende Wirtin, ein schimpfender Bumann. Dem Wirt des Bahnhöfli in Ebikon geht das allerdings nicht zu weit: «Es muss ja ein wenig Show sein», sagt Roger Vogel, sein Restaurant wird in der nächsten Folge am Montagabend von Bumann getestet. «Ich habe alle vorherigen Folgen der Sendung gesehen, ich wusste was auf uns zukommt.» Davon ist er so überzeugt, dass er am Montagabend vor dem Restaurant ein Public Viewing veranstaltet. «Natürlich lassen wir in der Sendung die Hosen herunter, da geht es auch um Schulden zum Beispiel. Aber wir stehen dazu. Deswegen sind wir ja noch lange keine Säuniggel.»

«Ich habe kein Drehbuch»

Muss man denn vor Bumann Angst haben? «Manchmal muss ich hart sein, damit eine Veränderung überhaupt erst stattfinden kann», sagt der Restauranttester, «wir wären nicht so erfolgreich, wenn wir nicht etwas wehtun würden. Wenn du nicht hart und ehrlich bist, kannst du auch keine Veränderung herbeiführen.» Ob es denn für ihn nicht schwierig sei, zu unterscheiden ob er jetzt tatsächlich hart sei für die Veränderung, oder ob er hart sei, um die Sendung interessanter zu machen? «Da geht es nur um die Veränderung. Ich habe kein Drehbuch, das mir sagt, wann ich hart sein soll: Ich bin einfach authentisch und höre auf meinen Instinkt. Und mein Ziel ist es ganz klar, den Wirt weiterzubringen, da ist mir die Kamera egal.» Warum sich der Wirt des «Relax» nun beschwere, das könne er nicht nachvollziehen: «Ich bin überzeugt davon, den Wirten zu helfen. Sonst würde ich das nicht machen. Nach der Sendung einfach beleidigt sein, das kann ich dem Wirt nicht empfehlen: Stattdessen wäre es gut, wenn er sachlich in sich geht und sieht, was schief läuft. Und sich tatsächlich für eine Besserung öffnet.»

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«Wir hatten es so gut mit Bumann»

Obwohl die erste Sendung der neuen Staffel für den Wirt des Baarer Restaurants «Relax» laut Blick einen grossen Imageschaden bedeutet, macht sich Vogel keine Sorgen: «Es gibt sicher unangenehme Dinge in der Sendung. Aber mir haben einige gesagt, die den Film schon gesehen haben, das wird eine gute Sache.» Und die Auswirkungen der Kritik Bumanns seien schon spürbar: «Es sind mehr Gäste da als vorher. Und sie haben uns ja schon ein paar nützliche Sachen gesagt.» Er habe den Film noch nicht gesehen, aber er wisse ja ungefähr, was gedreht wurde. «Meine Frau hat zwar Angst, dass die von der Sendung uns schlecht wollen, aber das glaube ich nicht. Wir hatten es so gut mit den Bumanns und dem Team, ich kann mir nicht vorstellen, dass die uns schlecht machen.»

«Wir waren vorbereitet»

Am Ostermontag ist Restauranttester Bumann im Luzernischen Grosswangen. Der Gastrobus ist ein «spezieller Fall» – ein rollendes Restaurant. Co-Geschäftsinhaber Urs Glanzmann sagt: «Angst vor der Ausstrahlung haben wir grundsätzlich nicht. Wir wussten, wie es in solchen Sendungen zu und her geht und waren darauf vorbereitet.» In den meisten Fällen bewerben sich die Restaurants aus eigenem Antrieb beim Restauranttester für eine Sendung. Bei Urs Glanzmann und seinem Geschäftspartner Markus Weber war es anders. «Bumann suchte ein spezielles Restaurant. Deshalb hat er uns angefragt», so Glanzmann.

«In einem Wort: Katastrophal!»

Bumann testete das Essen im rollenden Restaurant zuerst undercover. Sein Urteil fiel hart aus: «Das Fleisch ist à la Sahara – furztrocken. In einem Wort: Katastrophal!» Glanzmann fürchtet nicht, dass sein Geschäft unter diesem Urteil leiden wird: «Entweder kann man mit harter Kritik umgehen oder nicht. Wir versuchen, das Beste daraus zu machen.» Und er fügt an: «Für uns ist es eine Win-Win-Situation.»

Beim Gastrobus ist am Ostermontag das Personalessen geplant. Im Anschluss wird sich das Team zusammen die Sendung ansehen.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Restauranttester nach Luzern kommt: Im Jahre 2011 machte er in Littau halt. Damals unter der Lupe des Starkochs war das Restaurant Flyingball, das zur lokalen Tennisanlage gehört. «Die Sendung hat sich für uns langfristig ausbezahlt», sagt die Wirtin Ginette Arnold. «Wir verkaufen seither zwischen 15 und 20 Mittagsmenus mehr», sagt sie. Arnold würde auch heute wieder teilnehmen und mit Bumann habe sie noch heute immer wieder Kontakt auf privater Basis.

 

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