Luzerner Bauern müssen ihre Güllesilos abdecken
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Bald wieder saubere Luft? Luzerner Bauern müssen ihre Güllesilos abdecken. (Symbolbild) (Bild: Thomas von Allmen)

Kosten von 30 Millionen Franken Luzerner Bauern müssen ihre Güllesilos abdecken

2 min Lesezeit 1 Kommentar 23.11.2020, 08:10 Uhr

Empfindliche Nasen dürfen aufatmen. Im Rahmen der Luftreinhalteverordnung will der Kanton Luzern alle offenen Güllesilos abdecken. Das kostet nach ersten Schätzungen rund 30 Millionen Franken.

Ziel der Massnahme ist eine Reduktion der Ammoniakemissionen bis 2030. Wie die «Luzerner Zeitung» schreibt, sind nun rund 1200 Bauern gefordert. Sie müssen für die Überdachung ihrer Jauchebehälter mit Kosten von 120 bis 200 Franken pro Quadratmeter rechnen. Laut Hochrechnungen der Dienststelle Umwelt und Energie des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement (BUWD) belaufen sich die Gesamtkosten für das Projekt auf geschätzte 30 Millionen Franken.

Noch ist unklar, ob die Bauern vollumfänglich für die Kosten aufkommen müssen. Zwar hat der Bundesrat vergangene Woche entschieden, sich an mit 30 Franken pro Quadratmeter Abdeckfläche an den Kosten zu beteiligen – allerdings nur, wenn der Kanton mitzieht.

Massnahme erfolgt gestaffelt

Bei Naturverbänden kommt die Massnahme grösstenteils gut an. Zwar bemängelt der WWF Zentralschweiz, dass der Kanton Luzern zu lange zu wenig gemacht hat, begrüsst aber die «sehr wirksame» Methode. Samuel Ehrenbold, stellvertretender Geschäftsführer von Pro Natura findet indes, dass die Fristen zu lang seien, wie er gegenüber der Zeitung erklärte.

Die Abdeckung soll nämlich gestaffelt stattfinden. 500 Luzerner Bauern müssen ihre Silos bis spätestens 2025 abgedeckt haben. 350 Landwirte haben bis 2027 Zeit. Die verbleibenden 350 müssen ihre Silos bis 2030 mit einem Deckel versehen haben.

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1 Kommentare
  1. Stephan Bühler, 23.11.2020, 09:26 Uhr

    Der Artikel lässt wesentliche Details vermissen. Einfach nur Deckel drauf und gut ist greift zu wenig weit um mir eine objektive Meinung dieser Massnahme zu ermöglichen. Was steckt dahinter und welche Überlegungen hat sich das BUWD dazu gemacht?
    Einige Fragen die ich habe:
    Durch eine Abdeckung entsteht im Güllesilo eine erhöhte Konzentration von Ammoniak. Gerne würde ich etwas darüber lesen, wie man diese Gefahr einschätzt und wie man ihr begegnen möchte. Haben wir dann die nächsten Jahre erste Unfälle von explodierenden Silos in der Kleinversion von Beirut? Der Ammoniak löst sich mit der Abdeckung auch nicht einfach auf. Gibt es Ideen, das Gas zu gewinnen, zu nutzen oder in irgend einer Form zu neutralisieren oder entweicht dann einfach beim Bewirtschaften des Silos von Zeit zu Zeit eine noch höhere Konzentration und die Umweltbilanz ändert sich dadurch nur unwesentlich.

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