Jetzt Community-Mitglied werden und profitieren!
Vorerst keine Umnutzung des alten Krematoriums möglich
  • Gesellschaft
  • Stadt
Wer hat eine Idee? Das alte Krematorium mit imposanter Gartenanlage sucht eine neue öffentliche Nutzung. (Bild: jwy)

Luzern: Alle Bewerbungen ungenügend Vorerst keine Umnutzung des alten Krematoriums möglich

3 min Lesezeit 4 Kommentare 05.11.2019, 09:02 Uhr

Für eine neue Nutzung des alten Krematoriums haben die Stadt Luzern und die Stiftung Luzerner Feuerbestattung im Sommer eine Ausschreibung durchgeführt. Fünf Bewerbungen sind eingegangen – keine erfüllt die Kriterien. Vorerst wird deshalb keine Umnutzung möglich sein.

An Allerheiligen und Allerseelen gedenken viele Menschen der Verstorbenen. Auf dem Friedhof waren am letzten Wochenende denn auch mehr Menschen anzutreffen als sonst. Belebung wünscht sich die Stadt Luzern auch für ihr altes Krematorium oberhalb des Friedhofs Friedental.

Der markante Kuppelbau ist vor knapp 15 Jahren in den Dornröschenschlaf gesunken. Und ein Prinz, der ihn wachküsst, ist offenbar schwierig zu finden.

Unterstütze Zentralplus

Im Sommer hat die Stadt eine freiwillige, öffentliche Ausschreibung lanciert. Wer Ideen hatte für die Anlage samt Kuppelgebäude, Hallen und 8’300 Quadratmeter Aussenraum, konnte sich melden. Diesen Oktober wollte sie verkünden, wer zum Zuge kommt (zentralplus berichtete).

Alle fünf Konzepte erfüllen die Kriterien nicht

Insgesamt sind fünf Konzepte von Personen und Interessengruppen eingegangen, wie die Stadt am Dienstag mitteilt. Für die Beurteilung der eingegangenen Konzepte und Erarbeitung einer Empfehlung haben der Stiftungsrat der Stiftung Luzerner Feuerbestattung (STLF) und der Stadtrat ein Beurteilungsgremium eingesetzt. Dieses bestand aus stadtinternen sowie externen Mitgliedern.

«Für die Jury erfüllt keine Bewerbung die Ausschreibungskriterien», schreibt die Stadt. Inhaltlich seien die Vorschläge zu wenig ausgereift. Vorschläge zu einer neuen Organisation oder Trägerschaft sowie Finanzierungsmöglichkeiten seien fast bei allen fünf Projekten zu wenig konkret abgehandelt.

Zudem entspreche keine der vorgeschlagenen Nutzungen der architektonischen Qualität des Gebäudes. Der Stiftungsrat der STLF und der Stadtrat würden das gleich sehen und folgen der Empfehlung der Jury. Deshalb werde die Ausschreibung formell abgeschlossen, ohne dass weitere Verhandlungen mit den Bewerbenden stattfinden.

Langfristige Nutzung gilt es zu klären

Der Ausgang dieser Ausschreibung zeige auf, wie anspruchsvoll die künftige Nutzung des alten Krematoriums sei. Eine Neunutzung mit einer verlässlichen Trägerschaft zu finden, ist schwierig.

«Die langfristige Nutzung des alten Krematoriums und der umliegenden Grünflächen ist zu klären.»

Wie geht es nun weiter? Die gute Bausubstanz des alten Krematoriums und der Aussenflächen würden kein rasches Handeln erfordern, heisst es in der Mitteilung. Zurzeit besorgen die STLF und die Stadtgärtnerei gemeinsam den Unterhalt der Grünflächen und die Bewirtschaftung der Gräber. «Trotzdem ist die langfristige Nutzung des alten Krematoriums und der umliegenden Grünflächen zu klären», teilen die Verantwortlichen mit. Der Stiftungsrat der STLF, die zuständige Umwelt- und Mobilitätsdirektion sowie die bestehende Projektgruppe würden nun die neue Ausgangslage analysieren und sich weitere Schritte überlegen.

Das alte Krematorium mit grosszügiger Gartenanlage.

Sowohl die STLF sowie der Stadtrat bleiben offen, Gespräche über neue Konzepte zu führen, welche insbesondere der Finanzierung grösseres Gewicht beimessen.

Gewisse Auflagen waren von Anfang an klar

Dass gewisse Auflagen nötig sind, war von Anfang an klar. Eine Partystätte oder ein Openair komme nicht in Frage, hiess es bei der Ausschreibung. Die Nutzung müsse mit dem Friedhof und dem 2005 neu gebauten Krematorium harmonieren, zudem sind Anlage und Gebäude geschützt.

In Frage kämen Ideen aus den Bereichen Gastronomie, Kultur, Religion, Natur, Spiritualität, hiess es damals.

Der Kuppelbau des alten Krematoriums von 1926.

War dieser Artikel nützlich für Dich?

Ja

Nein

In diesen Artikel haben wir viel Zeit investiert. Löse ein freiwilliges Abo und hilf uns, Artikel wie diesen auch in Zukunft anzubieten.

CHF

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

4 Kommentare
  1. [email protected], 07.11.2019, 18:52 Uhr

    Es geht bei der Umnutzung nicht darum die Toten nicht ruhen zu lassen, das steht bei mir auch an erster Stelle. Sondern einen Platz zu schaffen, wo sich auch die Lebenden und Hinterbliebenen wohl fühlen und treffen können.
    Die Initianden welche ich kenne, und die schon seit Jahren um die Möglichkeiten für das alte Krematorium bemüht sind, haben alles Andere im Sinn, ein Platz zu schaffen der diesem nicht gerecht würde. Bodenständige, pietätvolle, und innovative Leute mit viel Erfahrung, und garantiert fähig den Kriterien und Vorlagen der Stadt gerecht zu werden.
    Die im Zentralplus erwähnten Mangelpunkte, sind nicht gewährleistet. Anstatt das Gespräch mit den Bewerbern zu suchen und mögliche Unklarheiten zu besprechen nimmt die Stadt lieber den Brexitweg und vertagt die Vergabe nochmals um 5 Jahre.
    Es könnte ja noch etwas Besseres kommen..? Was denn?
    Dieses Objekt ist, und das ist allen bewusst, eine grosse Aufgabe. Die Bewerber welche ich kenne sind perfekt und sensibel genug das Friedental und das alte Krematorium in einen würdigen Einklang zu bringen.
    Ich bin enttäuscht 😔
    Ps das alte Krematorium liegt seit Jahren brach. Wieso sollte man etwas bestehendem, nicht die Möglichkeit geben wieder aufzuleben? Der Weg führt sowieso nicht daran vorbei, sonst hätte die Ausschreibung gar nicht stattgefunden. Wenn nicht jetzt dann in 5 Jahren….vielleicht?

  2. F.Kneubühl, 07.11.2019, 08:57 Uhr

    Es geht bei der Umnutzung nicht darum die Toten nicht ruhen zu lassen, das steht bei mir auch an erster Stelle. Sondern einen Platz zu schaffen, wo sich auch die Lebenden und Hinterbliebenen wohl fühlen und treffen können.
    Die Initianden welche ich kenne, und die schon seid Jahren um die Möglichkeiten für das alte Krematorium bemüht sind, haben alles Andere im Sinn, ein Platz zu schaffen der diesem nicht gerecht würde. Erfahrene, pietätvolle, bodenständige und innovative Leute mit viel Erfahrung, und garantiert fähig, den Kriterien und Vorlagen der Stadt gerecht zu werden.
    Die im Zentralplus erwähnten Mangelpunkte, sind nicht gewährleistet. Anstatt das Gespräch mit den Bewerbern zu suchen und mögliche Unklarheiten zu besprechen nimmt die Stadt lieber den Brexitweg und vertagt die Vergabe nochmals um 5 Jahre.
    Es könnte ja noch etwas Besseres kommen..? Was denn?
    Dieses Objekt ist, und das ist allen bewusst, nicht ganz einfach zu unterhalten.Die Bewerber welche ich kenne sind perfekt und sensibel genug das Friedental und das alte Krematorium in einen würdigen Einklang zu bringen.
    Ich bin enttäuscht 😔
    Ps das alte Krematorium liegt seid Jahren brach. Wieso sollte man etwas bestehendem, nicht die Möglichkeit geben wieder aufzuleben? Der Weg führt sowieso nicht daran vorbei, sonst hätte die Ausschreibung gar nicht stattgefunden. Wenn nicht jetzt dann in 5 Jahren….vielleicht?

  3. Kaufmann, 05.11.2019, 13:33 Uhr

    Aus der Sicht der Toten und Lebendigen ist keine Eile angesagt. Die Ersten wünschen sich Ruhe und die Zweiten allenfalls Entspannung bei einem Spaziergang durchs grün-farbige Friedental.

    1. Joseph de Mol, 06.11.2019, 07:22 Uhr

      Find ich auch. Die Umnutzung ist das Unwort der Stunde. Warum kann man es nicht einfach mal beim ursprünglichen Zweck belassen. Auch wenn dieser in der Zwischenzeit obsolet geworden ist. Das Menschsein selber ist einer ständigen Umnutzung unterworfen – in erster Linie infolge der Bedürfnisse der Wirtschaft. Auch dort täte ein radikaler Marschhalt durchaus Not. Indem man bleibt, was man ist. Und sich nicht immer noch mehr “umnutzen” lässt.

Mehr Gesellschaft