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Luzern leuchtet am Abend in Rot – nur der Wasserturm nicht
  • Kultur
Der Wasserturm wird nicht beleuchtet.

Aktion «Night of Light» Luzern leuchtet am Abend in Rot – nur der Wasserturm nicht

3 min Lesezeit 22.06.2020, 19:00 Uhr

Am Montagabend leuchtet die Schweiz in Rot. Dies aus Solidarität mit der Eventbranche, die noch immer sehr unter der Coronakrise leidet. Auch in Luzern machen viele Betriebe mit. Nur das Wahrzeichen bleibt grau.

Die Schüür, das Hotel Schweizerhof, das KKL, das Neubad – sie und viele weitere Betriebe aus der Kulturbranche setzen am Montagabend ein Zeichen. Schweizweit wird die Aktion «Night of Light» durchgeführt: Kulturstätten und Bauwerke werden in rotes Licht getaucht, um auf die prekäre Situation in der Kulturbranche aufmerksam zu machen (zentralplus berichtete). Während der Coronakrise herrschte bei vielen Betrieben Stillstand, bei manchen herrsche «Alarmstufe Rot», wie etwa Marco Liembd, Geschäftsführer der Schüür, sagt.

Bisher sei von der vom Bund angekündigten Kulturhilfe in der Höhe von insgesamt 280 Millionen Franken noch kein einziger geflossen. Und im Herbst, wenn sich die Politik mit dem Notstand in der Branche beschäftigt, dürfte es für erste Betriebe bereits zu spät sein. «Davon bin ich überzeugt», sagt Liembd.

Der Wasserturm bleibt dunkel

Denn trotz etlicher Lockerungen seitens des Bundes können viele Betriebe noch nicht zum Normalbetrieb zurückkehren, da die Regelungen für sie schlicht nicht umsetzbar sind. Auch in der Schüür wird die Anzahl Personen deshalb weiterhin auf 300 Personen beschränkt. «Diese Krise ist noch lange nicht vorbei», sagt Liembd. Umso erfreuter zeigt er sich, dass die Aktion «Night of Light» bereits im Vorfeld eine Solidaritätswelle ausgelöst hat, die es in der Eventbranche so gross «noch nie gegeben hat».

Die Kulturschaffenden hatten für ihre Aktion am Montagabend auch den Wasserturm im Visier. Die Stadt hat dafür aber keine Genehmigung erteilt. Dies habe verschiedene Gründe, wie Mario Lütolf, Leiter Stadtraum und Veranstaltungen, auf Anfrage sagt: Die Stadt werde immer wieder «mit ideell und kommerziell ausgerichteten Anfragen» konfrontiert, übe sich aber bei der Erteilung von Bewilligungen für «Gesuche aller Art» in «grösster Zurückhaltung». Dies geschehe auch in Abstimmung mit der Polizei, Natur-, Umwelt- und Denkmalschutz sowie den Anwohnern.

Am LiLu Lichtfestival wird der Wasserturm jeweils kunstvoll beleuchtet, an der Night of Light nicht.

Weiter führt Lütolf an, dass man auch andere Nutzungen bewilligen müsste, wenn jetzt eine Genehmigung erteilt würde. Ausserdem herrscht bei den Alpenseglern derzeit Brutsaison, rund 50 Paare leben beim Wasserturm. «Vielleicht hat eine nächtliche Anstrahlung keine negativen Auswirkungen, vielleicht aber fatale, wir wissen es schlicht nicht und können es angesichts der kurzfristig anberaumten Aktion auch nicht seriös beurteilen.» Luzern könne sich aber auch ohne Wasserturm mit einigen beleuchteten, hervorragend geeigneten Gebäuden solidarisch zeigen, ist Lütolf überzeugt.

Der Entscheid enttäuscht Liembd: «Das zeigt, dass die Problematik nicht in der Politik angekommen ist.» Angesichts der prekären Lage hätte die Stadt seiner Meinung nach eine Ausnahme machen können. Zudem würden in der ganzen Schweiz Sehenswürdigkeiten beleuchtet. Dass der Wasserturm nicht dazu gehört, sei schade.

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