Politik

Was hilft gegen Müllberge in der Ufschötti?
Luzern ist gar nicht Feuer und Flamme für Grill am See

  • Lesezeit: 3 min
  • Kommentar: 1
Beliebter Treffpunkt der Luzerner: Die Ufschötti an Auffahrt.
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Beliebter Treffpunkt im Sommer: die Ufschötti (Bild: rob)

Im Sommer hängt bei gutem Wetter meist ein Geruch von Grillgut und Kohle über der Ufschötti. Viele benutzen für den Brutzel-Plausch einen Einweggrill. Dies wollen GLP und SP ändern – sie forderten von der Stadt fix installierte Elektrogrills. Wieso der Stadtrat sich nach wie vor dagegen sperrt.

Holzkohle, leicht angebranntes Grillgut und lachende Menschen: Dieses Bild gibt es im Sommer bei der Ufschötti regelmässig. Leider sieht es nach dem Grillabend oft aus, als ob eine Bombe eingeschlagen hätte. Einweggrills lassen den Rasen aussehen wie eine Kraterlandschaft und der Müllberg ist teilweise gross.

Dies wollen SP und GLP ändern. Sie wünschen sich öffentliche Grillstellen in der Stadt. In einem Pilotversuch soll ein Elektrogrill auf der Ufschötti installiert werden. Dies würde die Einweggrill-Dichte senken, so die Hoffnung der beiden Parteien.

Die Idee ist nicht neu. Schon 2019 hatte die SP/Juso-Fraktion öffentliche Grillstellen gefordert. Der Stadtrat hat damals schon geprüft, ob die Idee umsetzbar ist – sprach sich am Ende aber dagegen aus. «Wir sind nach wie vor der Meinung, dass ein öffentlicher Grill ein Mehrwert wäre und dass es sich lohnt, das zumindest mal auszuprobieren», begründet SP-Grossstadtrat Gianluca Pardini den erneuten Vorstoss (zentralplus berichtete).

Die Stadt will keine Elektrogrills betreiben

Jetzt liegt die erneute Antwort des Stadtrates vor – und sie fällt wieder negativ aus: «Es gibt drei Punkte, die gegen die Elektrogrills gesprochen haben», sagt Adrian Borgula, Umwelt- und Mobilitätsdirektor (Grüne). «Punkt 1: Verhältnismässigkeit. Die Idee steht in einem ungünstigen Kosten-Nutzen-Verhältnis.» Die Anschaffungskosten belaufen sich gemäss Stadt auf rund 36’000 Franken und jährlich kämen Betriebskosten von rund 16’000 Franken dazu. Um die Leute auf der Wiese zu informieren und sensibilisieren, würden weitere rund 10’000 Franken anfallen.

«Wir versuchen die Leute zu sensibilisieren und an ihre Eigenverantwortung zu appellieren, anscheinend reicht es noch nicht.» 

Adrian Borgula, Stadtrat

Punkt zwei ist die Wirksamkeit. «Wir gehen nicht davon aus, dass Elektrogrills wirklich den Abfallberg und die Verwendung von unsinnigen Einweggrills bekämpfen können», sagt Adrian Borgula. Erfahrungen von anderen Städten wie Zürich zeigten, dass die Nutzung von Einweggrills nur wenig oder gar nicht zurückgehe.

Punkt drei ist die Zuständigkeit der öffentlichen Hand. «Ob es wirklich Aufgabe der Stadt ist, für eine Grillstelle zu sorgen, dies kann schon gefragt werden», sagt der Stadtrat.

Das Problem bleibt – Rauch und Müll bei der Ufschötti

Ob das Stadtparlament diese Ansicht teilt, entscheidet sich an der nächsten Sitzung am 25. November. Doch auch wenn die Stadt keine Elektrogrills installieren will, das Problem mit dem Abfall bleibt. «Die Stadt überlegt sich dauernd, wie man Littering reduzieren kann. Wir versuchen die Leute zu sensibilisieren und an ihre Eigenverantwortung zu appellieren; anscheinend reicht es noch nicht», sagt Adrian Borgula dazu. «Die Hinterlassenschaften von leider zahlreichen Leuten im öffentlichen Raum sind schon eine Zumutung für alle, für die Umwelt und für die Mitarbeitenden des Strasseninspektorats und der Stadtgärtnerei, welche die Grünflächen dann räumen.»

Mehrfach hat die Stadt schon Recycling-Stationen aufgebaut, um Ordnung zu schaffen (zentralplus berichtete). Am Ende hofft Luzern, dass in Zukunft Eigenverantwortung wieder grössergeschrieben wird. So soll im nächsten Sommer die Wurst mit weniger Müll-Aussicht genossen werden.

In der Stadt Zürich gibt es bereits Grillstationen, die sehr beliebt sind.

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1 Kommentare
  1. RASA, 16.11.2021, 18:39 Uhr

    Herr Borgula sollte mal einen griffigen Vorschlag machen, statt an die kaum existierende Eigenverantwortung zu appellieren. Seit Jahren ist dieses Problem ungelöst.

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