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Luzern: Immer mehr Personen werden in die Psychiatrie eingewiesen
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Die Luzerner Psychiatrie – im Bild der Standort Luzern – prüft derzeit verschiedene Kooperationen; zum Beispiel mit dem Kantonsspital. (Bild: zvg lups)

Wegen «problematischen Wartezeiten» Luzern: Immer mehr Personen werden in die Psychiatrie eingewiesen

2 min Lesezeit 30.01.2018, 08:33 Uhr

Im Kanton Luzern sind laut Statistik im vergangenen Jahr 640 Menschen gegen ihren Willen in die Psychiatrie eingewiesen worden. Seit 2013 das neue Gesetz über die fürsorgerische Unterbringung in Kraft trat, ist die Zahl der Personen in fürsorgerischer Unterbringung (FU) ständig gestiegen.

200 Personen mehr als noch vor sechs Jahren wurden heuer in die Psychiatrie eingewiesen. Dass so viele sind, liege laut Fachexperten unter anderem daran, dass es zu wenig Psychiater gebe, berichtet die «Luzerner Zeitung» (LZ) am Dienstag. Bis ein Patient einen Termin habe, dauere es unter Umständen zu lange und die Person müsse eingewiesen werden.

Gegen den Willen eingewiesen werden Personen, die sich selbst oder andere gefährden könnten. In praktisch allen Fällen würde eine betroffene Person durch einen Arzt oder eine Notfallpraxis erfolgen, nur in den wenigsten Fällen durch behördliche Anordnung.

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«Keine Zeit für lange Gespräche»

Aldo Kramis, der Chef der Luzerner Psychatrie, begründet diese Zunahme wie folgt: Es gebe zum Beispiel viele Ärzte, die nicht wüssten, welche Angebote insgesamt vorhanden seien. Notfallpraxen in Spitälern oder am Bahnhof seien ausserdem teils so überfüllt, dass keine Zeit bleibe für lange Gespräche und so werde lieber gleich eine Einweisung angeordnet.  

Ambulante Versorgung könnte Abhilfe schaffen

Mit einer Stärkung der ambulanten Versorgung liessen sich FU womöglich vermeiden, meint auch der Chefarzt der Luzerner Psychiatrie, Julius Kurmann. «Denn je eher einem Patienten Hilfe angeboten werden kann und je fachkompetenter diese ist, desto seltener werden notfallmässige FU-Einweisungen.» Kramis erwähne auch Julius Kurmann die problematischen Wartezeiten: «Sind ambulante Angebote nicht zeitnah verfügbar, kommt es häufiger zu stationären Wiedereintritten.»

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