Luzern hält nichts von Gutscheinen für Impf-Beratung
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Der Kanton Luzern will keine Gutscheine an Personen ausstellen, die andere vom Impfen überzeugen. (Bild: jal)

Impfoffensive des Bundes Luzern hält nichts von Gutscheinen für Impf-Beratung

2 min Lesezeit 06.10.2021, 14:22 Uhr

Mit einer nationalen Impfoffensive will der Bund die Impfquote in der Schweiz weiter nach oben treiben. Der Kanton Luzern unterstützt die Pläne des Bundesrats grossmehrheitlich – das Ausstellen von Gutscheinen für Impf-Beratungen hält er aber für kontraproduktiv.

Der Bundesrat hat vergangene Woche deutlich gemacht, dass er mit der Impfquote in der Schweiz nach wie vor noch nicht zufrieden ist. So hat er eine Impfoffensive lanciert, mit zusätzlichen mobilen Impfstellen und kostenlosen Beratungsgesprächen. Zudem sollen Personen, die eine andere Person zur Impfung überzeugen, einen Gutschein im Wert von 50 Franken erhalten (zentralplus berichtete). Der Bundesrat hat die Ideen am vergangenen Freitag an die Kantone zur Vernehmlassung geschickt.

Der Kanton Luzern kommuniziert nun, dass er es richtig findet, die Anstrengungen zur Erhöhung der Impfquote schweizweit weiter zu intensivieren. Der Kanton selbst habe in dieser Hinsicht bereits sehr viele und unterschiedliche Massnahmen getroffen, beispielsweise in Form der dezentralen Impfzentren. Er unterstützt daher die nationale Impfwoche sowie den Ausbau der mobilen Beratungs- und Impfstellen.

Gleichzeitig kritisiert der Kanton, dass der vorliegende Vorschlag des Bundes noch zu wenig ausgereift sei. Vor allem lehnt der Kanton den Vorschlag mit den Beratungsgutscheinen ab. Dieser könne nämlich sogar kontraproduktiv sein, wenn jetzt eine grosse Zahl Impfwilliger die Impfung aufschiebt, um die Einführung der Gutscheine abzuwarten.

Lieber ein dritter Impfstoff, als Gutscheine

Der Kanton Luzern geht letztlich nicht davon aus, dass Gutscheine die Impfbereitschaft erhöhen. Er befürchtet zudem einen grossen zusätzlichen Aufwand für die Kantone, um die Gutscheine fälschungssicher auszustellen.

Stattdessen fordert der Kanton, dass für jene Personen, die der mRNA-Technologie kritisch gegenüberstehen, möglichst rasch genügend alternative Impfstoffe zur Verfügung gestellt werden. Ab Mitte Oktober kann sich die Luzerner Bevölkerung mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson impfen lassen. Dieser basiert nicht auf der neuartigen mRNA-Technologie (zentralplus berichtete). Der Kanton Luzern hat vorerst rund 7’000 Impfdosen vom Bund erhalten.

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