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Luzern: Grünliberale wehren sich weiter gegen Spange Nord
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Die Anwohner wehren sich beim Maihofschulhaus gegen die Spange Nord. (Bild: les)

Projekt ist eine «Fehlplanung» Luzern: Grünliberale wehren sich weiter gegen Spange Nord

2 min Lesezeit 08.05.2018, 16:16 Uhr

Am Dienstag hat der Kantonsrat dem Projektierungskredit für die Spange Nord zugestimmt. Die Grünliberalen haben sich in der Debatte wiederholt gegen diesen Kredit ausgesprochen und sparen nicht mit Kritik. Sie bezeichnen das Projekt als eine «Fehlplanung».

Im Rahmen des Gesamtsystems Bypass Nord soll neben dem Bypass-Tunnel auch eine Spange Nord durch das Luegisland-Quartier realisiert werden. Profitieren würde hiervon insbesondere der Verkehr in die Rontaler Gemeinden. Kantonsrat Urs Brücker (GLP) meint dazu: «Mit einem anständig dimensionierten Rontal-Zubringer könnte das Problem des Durchgangsverkehrs aus dem Rontal gelöst werden.»

Die Grünliberalen haben den Kredit  von 6.5 Millionen Frankenim Kantonsrat abgelehnt (zentralplus berichtete). Das vorliegende Projekt sei städtebaulich unverträglich und die Verkehrsbelastung für die betroffenen Wohnquartiere sei viel zu hoch. Die Belastung durch den motorisierten Individualverkehr würde zunehmen; auch in anderen Quartieren und im Rontal selbst.

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«Unzumutbare Lärmbelästigung»

Zudem sei die zusätzliche Lärmbelastung für die Bewohner unzumutbar. Die Aufwendungen für Lärmschutzmassnahmen wären zu gross und würden zu einer ästhetischen Beeinträchtigung der Quartiere und der Entwertung von Grundeigentum führen, schreibt die GLP in einer Mitteilung.

Zu kritisieren sei ebenfalls das Vorgehen: Die Anwohner der betroffenen Quartiere seien bislang wenig bis gar nicht in den Prozess eingebunden worden. Das habe im Vorfeld der Kantonsratsdebatte zu grossem Widerstand bei der Stadtluzerner Bevölkerung geführt. Ohne Miteinbezug der Bevölkerung dürfe kein solches Projekt geplant werden.

Gemäss Kantonsrätin Claudia Huser fehle es dem Projekt an Visionskraft. Anstatt auf die Veränderungen der Bedürfnisse einzugehen, setze der Kanton auf die altbekannte, aber langfristig erfolglose Strategie des Strassenbaus. Mit Blick auf die Zukunft sei diese Strategie jedoch nicht mehr zeitgemäss. Der urbanen Bevölkerung sei eine hohe Lebensqualität wichtig.

Metro und autoarme Zonen

Das Mobilitätsverhalten der städtischen Bevölkerung wanele sich zunehmend hin zu mehr ÖV und Velo. Ausserdem führe ein Kapazitätsausbau stets zu einer Zunahme des Gesamtverkehrs und somit zu einer Verschiebung der Verkehrsprobleme in die Zukunft.

In ihrem Verkehrskonzept präsentieren die Grünliberalen Alternativen zur Spange Nord, welche die Lebensqualität der Bevölkerung in der Agglomeration Luzern erhöhen und die Verkehrsprobleme langfristig lösen sollen.

Die kürzlich lancierte Metroinitiative stellt aus Sicht der GLP einen solch visionären Ansatz dar. Die Metro soll unterhalb der Erde vom Ibach direkt bis zum Schwanenplatz führen. Des Weiteren soll der Verkehr in der Innenstadt durch die Schaffung von autoarmen Zonen weiter reduziert werden, damit mehr Raum für den ÖV, das Velo und die Fussgänger entsteht.

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