Luzern: Darum durfte die Ravioli-Bar ihre Parkplatzbeiz bisher nicht wieder aufbauen
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Bislang durfte die Ravioli-Bar ihre Lounge nicht wieder aufstellen. Der Betreiber lässt aber nicht locker. (Bild: ida)

Betreiber reicht neues Gesuch ein Luzern: Darum durfte die Ravioli-Bar ihre Parkplatzbeiz bisher nicht wieder aufbauen

3 min Lesezeit 2 Kommentare 06.05.2021, 12:24 Uhr

Die Ravioli-Bar konnte ihre Holzkonstruktion bisher nicht aufstellen. Die Stadt hat sie nicht erneut bewilligt. Denn eigentlich habe sie nicht den Vorgaben entsprochen. Der Betreiber zeigt wenig Verständnis dafür und hat ein neues Baugesuch eingereicht.

Die Installation der Ravioli-Bar war im vergangenen Corona-Sommer eine der beliebtesten Parkplatzbeizen in der Stadt Luzern und auch Stadtpolitiker liessen sich dort ablichten. Doch während die Tische und Stühle auch dieses Jahr vielerorts wieder zum Strassenbild gehören, herrscht eingangs der Frankenstrasse nach wie vor gastronomisches Niemandsland.

Grund: Die Stadt hat einen erneuten Aufbau der Holzkonstruktion bislang nicht bewilligt. Über die genauen Gründe wollte Bar-Betreiber Roger Duvoisin nicht Auskunft geben (zentralplus berichtete). Nun hat er aber ein neues Baugesuch eingereicht. Dort nimmt er auch zu den Punkten Stellung, welche die Stadt am bisherigen Konzept bemängelt hat.

Kritik an der Kommunikation der Stadt

Einerseits ragte demnach die Holzplattform strassenseitig in den Veloweg, was im letzten Sommer laut Stadt ein Verkehrssicherheitsproblem dargestellt habe. Weiter wurden durch die Anlage Schachtdeckel verdeckt, weshalb die EWL keinen Zugang mehr dazu hatte. Hinzu kam, dass sich entlang der Kanten vermehrt Schmutz sammelte, weil die Strassenreinigung in diesem Bereich behindert worden sei. Und zu guter Letzt sei die Beiz nicht barrierefrei erreichbar gewesen.

«Wenn wir nur Tische und Stühle aufstellen dürfen, gibt es fast keinen Grund, zu uns zu kommen.»

Roger Duvoisin, Betreiber Ravioli Bar

Die Beanstandungen scheinen den Betreiber zu verärgern. Insbesondere kritisiert er im überarbeiteten Baugesuch die Kommunikation der Behörden. «Die Holzplattform ragte nicht in den Veloweg. Sie ragte ein wenig in den Raum zwischen Randstein und Sicherheitslinie vor dem Veloweg. Zirka vier Zentimeter. Bei einer Beanstandung bei der Bauabnahme hätten wir dies korrigiert», schreibt Duvoisin. Auch die anderen Mängel wären ihm zufolge problemlos zu beheben gewesen.

Holzkonstruktion war eigentlich nicht zulässig

Gemäss der Stadt ist aber die Holzkonstruktion an sich ein Problem. Im Ablehnungsantrag an Duvoisin hielt sie fest: «Die beiden Parkplätze können zur Verfügung gestellt werden, es ist jedoch auf die Holzinstallation, bestehend aus Boden, Wänden, Pflanztrögen, Bänken und Tischen, zu verzichten. Stattdessen können wie bei allen anderen bewilligten Boulevardflächen Tische und Stühle aufgestellt werden.» Denn das Mobiliar habe sich nach dem Leitfaden «Boulevardrestaurants» zu richten und müsse im Bedarfsfall umgehend entfernt werden können.

Duvoisin will allerdings nicht auf eine Plattform verzichten: «Wenn wir nur Tische und Stühle aufstellen dürfen, gibt es fast keinen Grund, zu uns zu kommen, weil es hundert schönere Orte gibt mit Tischen und Stühlen», so seine Begründung. Zudem würden Richtlinien gemäss seiner Optik Spielraum zulassen. «Dies haben wir auch bei anderen Lösungen in der Stadt, die bereits in Betrieb sind, festgestellt.»

Betreiber hält am Bisherigen fest

Hinzu komme, dass die Gäste dem Verkehr ausgesetzt seien, wenn es keine Abschrankung gebe. «Die Einfahrt in die Frankenstrasse ist bei Autoposern für Rundfahrten sehr beliebt. Man fühlt sich schutzlos», so Duvoisin. Die Wände mit den Blumen signalisierten folglich «ganz klar eine Grenze für die Autofahrer». Ausserdem blockten sie das Kohlenmonoxid ab, das etwa 80 Zentimeter über Boden am stärksten konzentriert sei, und die Blumen würden Bienen und andere Insekten anlocken und eine Atmosphäre schaffen.

Für den Ravioli-Chef ist deshalb klar: «Man muss da eine Lösung, der Situation angepasst, realisieren. Alles andere ist nicht einladend und wird nicht rentabel betrieben werden können.»

Stadt weist Vorwürfe zurück

Bei der Stadt hat man für Duvoisins Ärger kein Verständnis, wie Markus Hofmann, Bereichsleiter Baugesuche auf Anfrage schreibt: «Herr Duvoisin wurde bereits im letzten Jahr auf Probleme und Beanstandungen mit der damaligen Plattform aufmerksam gemacht», so Hofmann. Auch bei der erneuten Kontaktaufnahme im April dieses Jahres habe man ihn wieder darauf hingewiesen.

Wie es weitergeht und ob es doch wieder eine Plattform gibt, ist noch nicht klar. Laut Hofmann werde das überarbeitete Gesuch nun geprüft. Inhaltlich könne man dazu jedoch keine Auskunft geben.

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2 Kommentare
  1. Silvan Studer, 06.05.2021, 15:11 Uhr

    Was nett, unbürokratisch, mit lockerem Rechtsverständnis und viel «goodwill» beginnt, gibt irgendwann ziemlichen Ärger. Siehe Eichwäldli.
    Meistens ist es besser, etwas bünzlig zu sein, klare Regeln durchzusetzen und «Grauzonen» zu vermeiden.

    1. Till Eulenspiegel, 07.05.2021, 19:59 Uhr

      Es handelt sich um eine temporäre Installation, die beim Publikum sehr gut angekommen ist.

      Sehr schade, dass die Behörden hier keine Bewilligung geben wollen.

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