Luzern braucht mehr Kurzzeit-Parkplätze
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Parkplätze sorgen in der Stadt Luzern immer wieder für heisse Köpfe. Auch am Podium im Neubad.   (Bild: zvg)

Bericht zur Park-Situation Luzern braucht mehr Kurzzeit-Parkplätze

4 min Lesezeit 03.07.2017, 10:10 Uhr

Parkplatznot in Luzern? Von wegen! Es gebe genügend freie Parkplätze in Luzern, sagt ein neuer Bericht über die örtliche Parksituation. Trotzdem gebe es noch Verbesserungspotential.

Alles in allem stünden für die Bedürfnisse der Anwohnerschaft in der Innenstadt genügend Parkplätze zur Verfügung, schreibt der Luzerner Stadtrat am Montag in einer Mitteilung. Der Stadtrat hat ein Grundkonzept Parkierung erarbeiten lassen. In diesem Bericht wird die heutige Parkplatzsituation in der Innenstadt analysiert. Neben der Anzahl von Parkplätzen in der Stadt werden im Bericht Aussagen unter anderem zur Parkdauer, zur Verfügbarkeit von freien Parkplätzen oder zum Parkierungszweck gemacht.

Hohe Anzahl Strassenparkplätze

In der Stadt Luzern mit ihren 81’057 Einwohnerinnen und Einwohnern gibt es gemäss der Parkplatzstatistik 7’235 Strassenparkplätze. Dies ist im Vergleich mit Städten wie Winterthur oder 
St. Gallen eine relativ hohe Anzahl: Die Stadt Winterthur, die 111’174 Einwohnende zählt, verfügt über 5’200 Strassenparkplätze. In St. Gallen mit 79’659 Einwohnenden zählt man 2’720 öffentliche, oberirdische Parkplätze.

Neben den Strassenparkplätzen gibt es in Luzern 7’791 Parkplätze in öffentlich zugänglichen Parkierungsanlagen und 49’000 private Parkplätze, also insgesamt 64’626 Parkplätze. Diese Zahl lässt sich nicht mit Winterthur oder St. Gallen vergleichen, weil keine detaillierten Daten aus diesen Städten bekannt sind.

Strassenparkierung: 60 bis 80 Prozent mit Parkkarten

Im Bereich der Strassenparkierung zeigt der Bericht, dass der Anteil an parkierten Fahrzeugen mit Parkkarten im Bruch- und Hirschmattquartier bei 60 bis 80 Prozent liegt. Die Nutzung der Parkplätze durch Anwohnende mit Parkkarten und durch Kundinnen und Besucher ist zeitlich stark überlappend. Die Reserve an freien Parkfeldern beträgt in der Regel rund 10 Prozent. Die Mehrheit der Fahrzeuglenkenden ohne Parkkarte parkiert nicht länger als eine Stunde. Die Strassenparkplätze werden mehrheitlich von Personen genutzt, deren Zielort im Quartier liegt.

Private Parkierung: viele autofreie Haushalte in der Innenstadt

In der Innenstadt gibt es überdurchschnittlich viele autofreie Haushalte. Der Motorisierungsgrad (Anzahl registrierte Fahrzeuge pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner) liegt bei 30 bis 35 Prozent gegenüber 45 Prozent auf dem ganzen Stadtgebiet. 20 bis 30 Prozent der Autobesitzenden haben eine Parkkarte. Diese sind im Vergleich zu den privat vermieteten Parkplätzen und den öffentlichen Parkhäusern sehr günstig. Theoretisch stehen mehr als genügend private Parkplätze zur Verfügung, um den Parkplatzbedarf für die nach Parkplatzreglement vorgesehenen Nutzungen decken zu können. Nicht bekannt ist allerdings, wer diese Parkplätze konkret nutzt.

Parkhäuser: immer freie Parkplätze

Im Vergleich zu anderen Städten verfügt die Stadt Luzern über ein gut funktionierendes Parkleitsystem für die öffentlich zugänglichen Parkhäuser. Die Auswertung zeigt, dass die Parkhäuser der Stadt am Samstagnachmittag am besten ausgelastet sind. Durchschnittlich stehen dann nur rund 400 freie Plätze zur Verfügung. An Werktagen besteht eine Reserve von rund 800 freien Parkplätzen.

Die Gebühren sind in der Regel degressiv, das heisst, dass sich der Tarif nach einer gewissen Parkdauer pro zusätzliche Stunde verringert. Die grösste Anzahl an Ausfahrten werden in der Hauptverkehrszeit am Abend verzeichnet. Parkhäuser werden unabhängig vom Zweck des Aufenthalts ab einer Parkdauer von einer Stunde akzeptiert. Für kürzere Parkierungsvorgänge wird ein Strassenparkplatz bevorzugt. Parkierende in Parkhäusern sind bereit, längere Wegdistanzen bis zu ihrem Ziel zurückzulegen.

Autos in die Parkhäuser

Im Fachbericht werden auch Handlungsansätze zur Optimierung und Neuausrichtung des städtischen Parkierungssystems aufgezeigt. Vorgeschlagen wird, mehr Kurzzeitparkplätze für das Gewerbe zur Verfügung zu stellen. Für längere Parkierungsvorgänge sollen in Zukunft vermehrt die Parkhäuser aufgesucht werden. Zudem sollen zur Aufwertung der Strassenräume auch Oberflächenparkplätze aufgehoben und in Parkhäuser verlagert werden. Vorgeschlagen wird auch, das Parkplatzreglement aus dem Jahr 1986 zu überarbeiten, um unter anderem autoarme Arealentwicklungen zu fördern.

Wichtiger Beitrag zu aktuellen politischen Diskussionen

Der Stadtrat hat diese Handlungsansätze zur Kenntnis genommen und wird sie in einem nächsten Schritt analysieren und weiterentwickeln. Ziel ist es, dem Grossen Stadtrat im Jahr 2018 einen Bericht und Antrag zur Parkplatzpolitik vorzulegen, der aufzeigen soll, wie der Stadtrat das Parkierungssystem optimieren und neu ausrichten will. Der Stadtrat ist überzeugt, dass insbesondere die Analysen und Erkenntnisse aus dem Bericht wichtige Beiträge zu den aktuellen politischen Diskussionen im Bereich Mobilität sind und mithelfen, die Diskussionen rund um die Parkierungsfragen zu versachlichen.

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