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Auch im Krienser Stadthaus arbeitet eine Mehrheit der weiblichen Angestellten Teilzeit, während die Männer vorwiegend Vollzeit arbeiten. (Bild: bic)

Frauen arbeiten selten Vollzeit Luzern: Alte Rollenbilder in öffentlichen Verwaltungen

2 min Lesezeit 08.10.2021, 08:51 Uhr

In der öffentlichen Verwaltung existieren noch alte Geschlechterrollen. Die zeigt ein Blick ins Personalwesen verschiedener Stadtverwaltungen im Kanton Luzern.

Der 14. Juni 2019 war ein historischer Tag für die gesamte Schweiz. Im ganzen Land strömten hundertausende Frauen und Männer auf die Strassen, um am Frauenstreik für gesellschaftliche Anliegen der Frauen einzustehen. Gerechte Löhne und faire Anstellungsbedingungen, dies waren zwei der vielen Forderungen, die an diesem Tag geäussert wurden.

Mehr als zwei Jahre danach zeigt sich: In den öffentlichen Verwaltungen im Kanton Luzern herrschen ältere Rollenbilder immer noch vor. Zwar würden sich gemäss Erhebungen die unerklärbaren Lohnunterschiede zwischen Männer und Frauen auf tiefem Niveau bewegen, wie die «Luzerner Zeitung» berichtet. Just diese Woche hatte dies beispielsweise die Stadt Kriens vermeldet. Doch im Hinblick auf die Arbeitsmodelle in den Verwaltungen zeigen sich noch immer die klassischen Rollenbilder.

Vor allem im Hinblick auf die Arbeitspensen sind die Unterschiede zwischen Frau und Mann eklatant: Während in den Verwaltungen von Luzern, Kriens, Emmen und Sursee die Männer vorwiegend Vollzeit arbeiten, sind Frauen oftmals in einem Teilzeitpensum angestellt.

GemeindeMänner VollzeitFrauen VollzeitMänner TeilzeitFrauen Teilzeit
Luzern62123888
Kriens60174083
Emmen71202980
Sursee74162684
Arbeitspensum in den Verwaltungen in Prozent. (Quelle: Luzerner Zeitung)

Der Grund dafür liegt gemäss Angaben der Gemeinden in der Art der Beschäftigung. Die meisten Frauen in der Verwaltung seien in der Betreuung oder der Reinigung angestellt. Dort werden hauptsächlich Teilzeitpensen ausgeschrieben. Bereiche wie die Stadtgärtnerei, das Strasseninspektorat oder Planungs- und Baudienste seien derweil vorwiegend in Männerhand. Dort würde das Personal weniger häufig in Teilzeitpensen angestellt.

Auch bei der Besetzung von Führungspositionen zeigt sich ein klarer Graben zwischen den beiden Geschlechtern. In jeder der vier genannten Gemeinden arbeiten weniger Frauen in Führungspositionen als Männer. Obschon in allen öffentlichen Verwaltungen insgesamt mehr Frauen als Männer angestellt sind. In Führungspositionen sind Männer somit überdurchschnittlich vertreten.

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