Luzern: 800 Suva-Mitarbeiter erhalten neue Verträge
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Der pompöse Kuppelbau des Suva-Hauptsitzes bei der Fluhmatt in Luzern. Hier wird aktuell ein Umstrukturierungsprojekt vorangetrieben. (Bild: les)

Grosses Umstrukturierungsprojekt Luzern: 800 Suva-Mitarbeiter erhalten neue Verträge

2 min Lesezeit 6 Kommentare 20.03.2021, 20:42 Uhr

Der Schweizer Unfallversicherer Suva mit Hauptsitz in Luzern. Plant ein grosses Umstrukturierungsprojekt. Hunderte Angestellte in der ganzen Schweiz sind betroffen. Am Samstag berichtete eine grosse Schweizer Zeitung von einem Stellenabbau. Die Suva dementiert.

Rund 4’200 Mitarbeiter zählt der staatliche Schweizer Unfallversicherer Suva mit Hauptsitz in Luzern. 800 von ihnen erreichte neulich eine Hiobsbotschaft. Sie sollen einen neuen Vertrag unterschreiben oder sich eine andere Stelle suchen. Dies berichtet der «Blick» am Samstag. Nun wird also konkret, was verschiedene Medien bereits Ende 2019 berichteten.

Betroffen sind Angestellte aller 18 Niederlassungen in der Schweiz. Folglich dürfte es auch einige Personen treffen, die am Luzerner Hauptsitz tätig sind. Laut der Zeitung bangen nun Sachbearbeiter sowie Team- und Bereichsleiter aus dem Schadenmanagement um ihren Job. Denn ab 2022 solle es gemäss Suva deren Stellen nicht mehr geben.

Sind die Angestellten im Ungewissen?

Der «Blick» stützt sich auf interne Dokumente der Institution. Demnach sollen auch das Kunden- und Partnermanagement betroffen sein. Betreffend der Vertragsänderung seien die Betroffenen weder über den künftigen Lohn, die künftige Position noch über den künftigen Arbeitsort informiert worden.

«Die lange Unsicherheit über den zukünftigen Job und Lohn ist für uns alle sehr belastend», heisst es in einem Schreiben der Suva-Belegschaft, das dem «Blick» ebenfalls vorliegt. Die Stimmung in der Zentrale und den Agenturen sei entsprechend schlecht. Einige hätten wegen des Umstrukturierungsprojekts, mit dem insbesondere die Digitalisierung vorangetrieben werden soll, bereits gekündigt. Sogenannte Änderungskündigungen, wie sie in diesem Fall vorliegen, sind laut Gesetz erlaubt.

Ein Dementi von der Suva

Am Sonntag reagiert die Suva in einer Mitteilung auf die Berichterstattung im «Blick». Suva-Sprecherin Simone Isermann sagt, ein Stellenabbau stehe «nicht zur Diskussion». Niemand bei der Suva müsse Angst haben um seinen Job. Die Mitarbeiter seien über das Umstrukturierungsprogramm mit dem Namen «Structuro» informiert.

Die angepassten Arbeitsverträge ergäben sich aus neuen Funktionen und Prozessen im Zuge der Digitalisierung. Auch betreffend Lohn und Arbeitsort ändere sich für die überwiegende Mehrheit der Betroffenen nichts. «Dieser Prozess wird sorgfältig im engen Austausch mit allen Beteiligten geführt», so Isermann. Ende Januar habe dazu ein Live-Stream stattgefunden, wo alle Betroffenen ihre Fragen hätten stellen können.

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6 Kommentare
  1. Michel von der Schwand, 22.03.2021, 14:28 Uhr

    Schöne Kommunikation der Kommunikationsverantwortlichen. Das Umstrukturierungsprogramm mit dem Namen «Structuro» beinhaltet den neuen Funktionen und Prozessen angepasste Arbeitsverträge, welche sich im Zuge der Digitalisierung ergäben. Tatsache aber ist, dass die Digitalisierung in der Versicherungsbranche bereits sehr weit fortgeschritten ist und es dazu nicht noch mehr Digitalisierung braucht. Man kann es auch «überdigitalisieren»!
    Selbstverständlich sind die Mitarbeitenden über die Pläne informiert und vermutlich sogar in gewissen Projekten involviert. Die Suva ist im übrigen gerade deshalb erfolgreich unterwegs, weil niemand die sehr hohen Verwaltungskosten von 10% (im Vergleich Krankenversicherungen zwischen 4 bis 5%) hinterfragt. Weiter ist die SUVA als Teilmonopolist in der Lage faktisch eine eigene Prämienpolitik zu betreiben. Was also hat die SUVA vor resp. wie lange kann die SUVA dieses Teilmonopol noch aufrecht erhalten? Das sind u.a. Fragen, welche interessieren.

  2. Christian Berner, 21.03.2021, 15:29 Uhr

    Peinlich, dass ihr diese schlecht recherchierte Geschichte von Blick hier kopiert. Ein Telefon beim Unternehmen und ihr hättet gemerkt, dass Alles komplett aus dem Zusammenhang gerissen ist. Von Zentral+ hätte ich wirklich mehr erwartet!

    1. Redaktion Redaktion zentralplus, 22.03.2021, 11:53 Uhr

      Besten Dank für die kritische Rückmeldung. Der Artikel ist in der Zwischenzeit mit einer Stellungnahme der Suva ergänzt worden.

  3. Saleri, 21.03.2021, 10:50 Uhr

    Sorry mit den Staatsbetrieben oder mit zwangsgebühren bezahlten betrieben habe ich leider kein Mitleid. So läuft halt der Hase. Jetzt gehts endlich den Beamten an den Kragen, irgendwann folgen dann die Lehrer, usw. Ehrlich ich fänd das gut, wenn Lehrer weniger bekommen, dafür müssten sie sich auch nicht mehr um all den Eltern und unnötigen Administrativ Kram kümmern.

  4. Berichterstattung der Medien hinterfragend, 21.03.2021, 09:20 Uhr

    Schade, dass hier ungeprüft Berichte von Medien übernommen werden. Ich wünschte mir wieder mehr Journalismus. Es werden nicht 800 Stellen abgebaut, sondern wie bereits 2019 kommuniziert 20% von etwa 800 und das denn auch über natürliche Fluktuationen. Im Übrigen ist die Suva schon längere Zeit mit künstlicher Intelligenz (KI) unterwegs, ich arbeite in diesem Umfeld. Begonnen mit der Heilkostenabwicklung (Sumex) in den 00er Jahr und seit ca. 2017 in der klassischen Schadenabwicklung. Die MA sind über die «Pläne» informiert, hier wurde absolut nichts Neues erzählt. Die Suva ist hier als Teilmonopolist sehr erfolgreich dank einem langfristigen Horizont und intrinsisch motivierten MA. Anders als die Privatassekuranz, welche auf den kurzfristigen Gewinn ausgerichtet ist. Das macht die Suva erfolgreich und erstaunt auch neoklassische Ökonomen.

  5. paul, 21.03.2021, 00:31 Uhr

    umstrukturieren …. na ja… profit steigerung nennt mann/frau/es.
    wirtschaftsstreicher für kurzfristige gewinne. nicht nachhaltig aber seeeeeeehr rentabel für die oberen…
    wie überall …. schade

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