Luga entdeckt die kreativen Kleinunternehmer
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Auch dieses Jahr werden an der LUGA wieder um die 100'000 Besucher erwartet.

Imagepflege? Spezialangebot für «Pop-up»-Stände Luga entdeckt die kreativen Kleinunternehmer

4 min Lesezeit 30.03.2018, 16:08 Uhr

Die Gewerbeausstellung Luga hat ein neues Angebot im Köcher: Kleinstunternehmer können diesen Frühling erstmals einen Stand nur für einen Tag mieten. Erste Anmeldungen für die «Pop-up»-Stände sind eingetroffen. Erhofft sich die Luzerner Gewerbeausstellung dank der Kreativ-Szene ein moderneres Image?

Bald erhalten die Allmend-Wohntürme wieder Konkurrenz vom Riesenrad: Die Gewerbeausstellung Luga samt Lunapark steht vor der Tür (siehe Box). Während zehn Tagen präsentieren sich Gartenmöbel-Designer, Küchenmaschinen-Händler, Bouillon-Verkäufer und viele weitere Gewerbebetriebe den Besuchern. 

Aussen vor bleiben an der Luga oftmals die kleinen Unternehmen, für die ein solcher Aufwand zu gross und zu teuer ist. Dem wollen die Verantwortlichen nun Abhilfe schaffen. Die Luga hat ein neues «Pop-up»-Angebot ins Leben gerufen. Erstmals können Unternehmen sich auch nur an einem Tag an der Luga präsentieren.

Ab 275 Franken ist man dabei

Der Name mag irritieren, ist doch die ganze Luga im wahrsten Sinne eine Pop-up-Veranstaltung. «Das stimmt. Es handelt sich also eigentlich um ein tageweises Pop-up», sagt Corinne Odermatt. Sie ist die Verantwortliche des neuen Angebotes.

«Wir legen Wert darauf, dass es wenn immer möglich Schweizer Produkte sind – im Idealfall aus dem Bereich der Nachhaltigkeit.»

Corinne Odermatt, Verantwortliche Pop-up-Angebot der Luga

«Wir haben zum einen gemerkt, dass es für kleine Unternehmen schwierig ist, eine zehntägige Präsenz an der Luga personell zu stemmen», sagt Odermatt. Zum anderen sind die klassischen Messestände für kleine Betriebe oft zu gross. «Gerade Designer- oder handwerkliche Firmen brauchen nicht so viel Platz und haben nicht das Budget, um ihren Stand speziell zu gestalten», sagt Odermatt. Das Angebot ist daher simpel gehalten: Für 275 Franken pro Tag erhält man eine Standfläche von sechs Quadratmetern mit einfachen Holzelementen, Ablagefläche, Beleuchtung und Teppich, kurz: mit aller Infrastruktur.

Wie bei einem Weihnachtsmarkt erhalten die «Pop-up»-Mieter fixfertige Stände.

Wie bei einem Weihnachtsmarkt erhalten die «Pop-up»-Mieter fixfertige Stände.

(Bild: zvg)

Zum Vergleich: Für einen normalen Messestand beträgt die Miete pro Quadratmeter rund 240 Franken, dazu kommen Kosten für den Standaufbau und Anschlüsse – damit ist man schnell auf einem vier- oder fünfstelligen Betrag. «Mit dem neuen Angebot schliessen wir die Lücke, sodass auch ein Ein-Mann- oder ein Ein-Frau-Betrieb seine Produkte an der Luga zeigen kann», sagt Odermatt.

Luga will mit der Zeit gehen

Für wen das interessant sein könnte, ist für Odermatt klar: Für jemanden, der eigenen Schmuck oder Leder-Portemonnaies herstellt genauso wie für einen Anbieter von Cupcake-Kursen oder einen Hersteller veganer Lippenpomade. «Wir legen Wert darauf, dass es wenn immer möglich Schweizer Produkte sind und im Idealfall aus nachhaltiger Produktion», sagt Corinne Odermatt.

«Für einige unserer rund 150 Mitglieder kann das Luga-Angebot durchaus interessant sein.»

Daniel Furrer, Vorstand Verband «LU – Luzerner Unternehmen»

Will sich die Luga mit der kreativen Kleinunternehmer-Szene ein moderneres Image verschaffen? «Nein, der Kern der Luga bleibt derselbe», sagt Corinne Odermatt. «Doch auch wir wollen mit der Zeit gehen und kreativen, innovativen Unternehmen eine Plattform bieten.» Mit dem Angebot will die Luga auch jenen, die ihre Produkte vorwiegend online verkaufen, für einmal einen direkten Kundenkontakt ermöglichen. Davon dürfte auch die Veranstaltung selbst profitieren, bietet sich ihr damit doch die Chance, einen neuen Kreis an Besuchern anzusprechen. Einen, der die klassische Gewerbeausstellung wohl nicht all zu oft besucht.

Präsenz vor Ort trotz Onlinehandel wichtig

Das Interesse der Unternehmen ist laut Odermatt vorhanden. «Wir haben die ersten fünf Anmeldungen und stehen im Gespräch mit mehreren weiteren Interessierten.» Auch bei «LU – Luzerner Unternehmen», dem Verband der Klein- und Kleinstunternehmer der Region Luzern, stösst das Angebot auf offene Ohren. «Für einige unserer rund 150 Mitglieder kann das Luga-Angebot durchaus interessant sein», sagt Vorstandsmitglied Daniel Furrer. «Denn die Luga ist ein Publikumsmagnet in der Zentralschweiz und bietet eine gute Plattform, sich und sein Produkt zu präsentieren.» Und diese Präsenz vor Ort sei trotz des Siegeszugs des Onlinehandels nicht durch Social Media zu ersetzen.

Luga 2018

Die Luga findet vom Freitag, 27. April, bis am Sonntag, 6. Mai, auf der Allmend in Luzern statt. 450 Aussteller präsentieren ihre Produkte. Gastkanton ist dieses Jahr der Kanton Schwyz, Sonderschauen gibt es unter anderem zur Schweizer Armee, zu exotischen Problempflanzen oder zum Thema Technik und Naturwissenschaften.

Auch preislich ist das Angebot laut Daniel Furrer auf den ersten Blick interessant. Die Attraktivität hänge allerdings auch stark davon ab, wo sich die Stände befänden, wie sichtbar sie seien und was sich im Umfeld abspiele.

Start mit kleinem Angebot

Die kleinen Firmen werden mit ihren Ein-Tages-Ständen keinesfalls in einer vesteckten Ecke versauern, verspricht Corinne Odermatt. «Sie werden gut eingebunden sein in den Marktplatz und nicht etwa separat oder abgesondert platziert.»

Noch bis am Ostermontag können sich interessierte Unternehmer melden. Die Verantwortlichen erhoffen sich, bis dahin insgesamt 20 Ausstellungstage zu verkaufen. Es ist erst ein Anfang, dessen ist man sich bewusst. «Wir möchten dieses Jahr mit zwei Ständen für die Pop-up-Stores starten, um das Angebot im Hinblick auf die Luga 2019 bekannter zu machen.»

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