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«Lower Pink»: Fernweh und Sehnsucht nach Entschleunigung
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Familiäre Atmosphäre im Luzerner Madeleine: Gitarrist Cédric Lagger als «Lower Pink». (Bild: Milena Koller )

Indiefolk im Luzerner Madeleine «Lower Pink»: Fernweh und Sehnsucht nach Entschleunigung

2 min Lesezeit 23.12.2017, 11:53 Uhr

Einst «SRF 3 – Best Talent», musste sich der Wahlluzerner Cédric Lagger als «Lower Pink» wieder neu bewähren: In der Luzerner Madeleine Bar brauchte der welsche Indiefolker auch lüpfige Coversongs wie «Get Lucky» von Daft Punk, um das Publikum aus der Reserve zu locken.

Cédric Lagger war 2010 mit seiner Band «Hej Francis» zum «SRF 3 – Best Talent» gekürt worden. Am Freitag trat der Indie-Folk-Sänger mit seinem Soloprojekt «Lower Pink» in der Luzerner Madeleine Bar auf. Dabei präsentierte er seine neue EP «Young» vor einem zwar spärlich anwesenden Publikum, dieses liess die neue Musik des Westschweizer Musikers dafür umso entspannter auf sich wirken.

Bereits 2015 und 2016 veröffentlichte Cédric Lagger unter dem 2014 angenommenen Pseudonym «Lower Pink» eine EP und ein Album namens «Run Wild», respektive «Vision». Seine neue EP klingt dunkler und aufwühlender als ihre Vorgänger. Der klangvollen Stimme des Sängers wird dabei besonders viel Raum gegeben. Gesungen wird im Gegensatz zu seiner Zeit bei «Hej Francis» neu auf Englisch.

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Vorweihnachtsgig vor kleinem Publikum

Gegen halb neun, als etwas Publikum einzutrudeln begann, schien es, als ob sich die kleine Location im Madeleine füllen würde. Viel hätte es schliesslich nicht dazu gebraucht. Tatsächlich war dem aber nicht so, und nach einigen wenigen Neuankömmlingen versiegte der Besucherstrom auch wieder, kaum dass er angefangen hatte.

Die meisten der Anwesenden liessen sich dafür mehr oder weniger einheitlich in die Kategorie alternative Hipster einordnen: nicht mehr ganz jung, aber auch noch nicht ganz alt und in der Lebensplanung kurz nach oder kurz vor der Familiengründung.

Die Atmosphäre war dementsprechend ruhig und mehrheitlich paardominiert. Als sich herauszukristallisieren begann, dass sich die Menge der Konzertbesucher nicht mehr erheblich steigern würde, begannen «Lower Pink» ihr Konzert etwas früher als ursprünglich geplant.

Ein gelungener Auftritt

Im Zweimannteam sorgten «Lower Pink» für gute Musik und offensichtlich auch gute Laune bei den Anwesenden. Während 45 Minuten wurde nebst diversen Stücken der neuen EP auch eine interessante Coverversion des Songs «Get Lucky» von Daft Punk gespielt. Auch das frisch klingende Lied «Run Wild» fehlte nicht. Es muss ja nicht immer düster sein, und ein paar leichtere Klänge taten der Konzertatmosphäre keinen Abbruch.

Ganz im Gegenteil darf es ruhig auch einmal lebendig und leicht sein, bevor dann mit gedämpften Klängen der derzeit winterlich düsteren Stimmung wieder musikalisch Ausdruck verliehen wurde. Der letzte Song des Abends war denn auch das eher wehmütige «Young». Fernweh und Sehnsucht nach Entschleunigung kamen da zum Tragen, ein würdiger Abschluss.

Der verdiente Applaus

Das zeitweise etwas desinteressiert wirkende Publikum belohnte die auch nicht immer ganz so motiviert wirkenden Musiker schliesslich doch mit verdientem Applaus. Das Gehörte hat den meisten gefallen. Schade nur, dass relativ wenige der unwirtlichen Witterung getrotzt haben, um sich die durchaus anregende neue Musik von «Lower Pink» anzuhören.

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