147 neue Wohnungen geplant «Lou» will eine Aufwertung für das Tribschen sein – doch wer ersetzt den Solomarkt?

3 min Lesezeit 1 Kommentar 23.04.2021, 12:51 Uhr

Bis im Herbst 2024 entstehen rund 147 neue Mietwohnungen in der Tribsche. Mit dem Projekt «Lou» auf dem Areal des ehemaligen Manor-Solomarkts werde das Quartier aufgewertet. Offen ist noch die Frage, welcher Detailhändler einziehen wird.

Die HRS Real Estate AG, die das benachbarte Areal an der Tribschenstrasse 54 und 56 im Auftrag der Credit Suisse entwickelt, gibt nun auch bekannt, was auf dem Gebiet des ehemaligen Manor-Solomarkts passiert – den notabene immer noch viele Quartierbewohner vermissen.

Das Projekt «LOU» ist das Ergebnis eines Architekturwettbewerbs. Man habe von Anfang an eng zusammen mit den Verantwortlichen der Stadt Luzern geplant, betonen die Verantwortlichen in einer Mitteilung vom Freitag. Die Stadt war etwa auch in der Jury des Architekturwettbewerbs vertreten. Gewinner des Wettbewerbs ist das Zürcher Architekturbüro Caruso St John Architects in Kooperation mit den Landschaftsarchitekten von Antón Landschaft in Zürich.

«Leider ist aktuell kein anderer Standort für einen Solomarkt geplant.»

Andreas Richter, Sprecher Manor AG

«Wir haben das Projekt gezielt auf die Entwicklung des Quartiers, auf die Nachbarschaft sowie auf die Marktbedürfnisse in Luzern abgestimmt», lässt sich Philipp Vogt von Credit Suisse Asset Management zitieren. «Für die künftigen Mieterinnen und Mieter entstehen attraktive Wohnungen und Wohnateliers.» Die Nachbarschaft profitiere unter anderem auch von den aufgewerteten Aussenanlagen.

Wenig Parkplätze an der Oberfläche

Bis bestenfalls im Herbst 2024 entstehen an der Tribschenstrasse 54 und 56 also rund 147 «moderne, attraktive Mietwoh­nungen und Wohnateliers.» Die Mehrheit der Wohnungen sei «bewusst klein gehalten» und bietet
zwi­schen 1.5 und 2.5 Zimmer. Zudem seien 43 «qualitativ hochwertige 3,5 und 4,5-Zimmer-Wohnungen» geplant.

«Es wird ein Angebot geben, das auf die Bedürfnisse des Quartiers ausgerichtet ist.»

Daniel Deicher, «LOU»-Kommunikationsverantwortlicher

«Wir haben besonderen Wert darauf gelegt, dass sich die Situation für die Nachbarschaft in Bezug auf den Verkehr gegenüber dem bisherigen Zustand verbessert», erklärt Michael Breitenmoser von HRS. Die Anlieferung für den Detailhändler erfolge daher künftig hinter geschlossenen Türen. «Das ist leiser und sicherer.» Die Zahl der oberirdischen Parkplätze soll gering gehalten werden. Parkplätze gibt es stattdessen in einer Tiefgarage.

Eine wichtige Frage bleibt ungeklärt

«Es war uns ganz wichtig, auf die bestehenden Bauten der Nachbarschaft Rücksicht zu nehmen», betont schliesslich Architekt Thomas Klement von Caruso St John Architects. «Die stärkste Qualität ist sicher, dass das Gebäude wie ein Puzzlestück in das Quartier passt und sehr viele spannende Aussenräume entstehen», gibt er sich überzeugt.

Bei allen Vorzügen bleibt dennoch die Frage nach einem Puzzlestück offen, das nicht nur zukünftige Mieter umtreibt: Wer ersetzt den Manor-Solomarkt? Im Projekt «Tribsche» auf der gegenüberliegenden Seite der Überbauung wird es die Migros sein, die am 14. Oktober ihr Geschäft eröffnen will. Auch im Erdgeschoss der neuen Überbauung zieht ein Detailhandelsgeschäft ein, das «alle Bedürfnisse des täglichen Bedarfs» abdecken soll, wie im Begleittext versprochen wird. Wer der Anbieter sein wird, will man erst nach Vertragsabschluss kommunizieren.

«Es wird ein Angebot geben, das auf die Bedürfnisse des Quartiers ausgerichtet ist», verspricht der Kommunikationsverantwortlicher für das Projekt LOU, Daniel Deicher. Für den Detailhändler würden 10 Parkplätze oberirdisch und eine ähnliche Anzahl in der Tiefgarage bereitgehalten.

Auf eine Rückkehr des Solomarkts bis 2024 sollten die Anwohner allerdings aber nicht hoffen. «Leider ist aktuell kein anderer Standort geplant», heisst es auf Anfrage von Zentralplus. Man konzentriere sich auf «integrierte Warenhäuser».

Umgestaltung in vollem Gange

Die Baueingabe für LOU erfolgte im März 2021. Das Baugesuch wird nun öffentlich aufgelegt. Der Baustart ist für das erste Quartal 2022 vorgesehen. Läuft alles planmässig, sind die Wohnungen und die Räume für den Detailhändler ab Herbst 2024 bezugsbereit. Das Neubauprojekt umfasst die beiden Häuser an der Tribschenstrasse 54 sowie 56 und bedingt Investitionen «in zweistelliger Millionenhöhe» wie es auf Anfrage von zentralplus heisst.

Die Umgestaltung des Tribschenquartieres ist in vollem Gange: Ab Juli 2021 sollen die ersten Wohnungen an der Tribschenstrasse beim Weinbergli bezugsbereit sein. Zwischen 1160 und 3890 Franken Miete werden die insgesamt 159 Wohnungen in Zukunft kosten (zentralplus berichtete).

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1 Kommentare
  1. Luzerner Müller, 23.04.2021, 15:16 Uhr

    Die Probleme möcht ich haben, der Neubau Tribschen noch nicht fertig viele Wohnungen schon weg 2 ab, 1700Fr an der Strasse sehr klein die * Zimmer ja nach Lage ab 2000 Fr Wahnsinn. wo bleibt da das Recht nach bezahlbarem Wohnungen,,,. Altes Hallenbad hiess es doch es wird Abgerissen und durch bezahlbare Wohnungen ersetzt, der Glauben an Stadt und Regirung hab ich schon lange verloren.

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