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Lo & Leduc: Wo bleiben nur die Handys?
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Lo & Leduc befeuern des Publikum im Luzerner KKL.   (Bild: rvo )

Hit-Duo spielte im KKL für «Jeder Rappen zählt» Lo & Leduc: Wo bleiben nur die Handys?

3 min Lesezeit 19.12.2017, 12:17 Uhr

Ausverkauftes Haus für Lo & Leduc in Luzern: Zugunsten von «Jeder Rappen zählt» (JRZ) spielte das Hip-Hop-Duo im Luzerner Saal ein zweistündiges Konzert. Sie taten das in erwarteter Manier – aber mit einem etwas verhaltenen Publikum. Zumindest zu Beginn.

Pur und rein ertönen die Klänge einer Posaune. Zu sehen ist eine Frau in weissem Hemd. Hinter ihr ein gross projiziertes Bild eines Fünflibers, welches wohl daran erinnern soll, dass die Band den Erlös des Konzertes vollumfänglich an das diesjährige JRZ-Projekt spendet (zentralplus berichtete).

Die beiden Bieler Lo & Leduc lassen am Montagabend im Luzerner Saal des KKL nicht lange auf sich warten. Plötzlich ist die Bühne voll, die Lichter gehen an und der Beat wird schnell.

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Kein Gerangel, kein Lärm

Das Publikum ist anfangs noch sehr verhalten, kein Gerangel, kein Lärm, alles ganz friedlich, nur wenig wippende Gestalten. Auch keine Schreie von 16-Jährigen sind zu hören, wie man das angesichts des Erfolgs erwarten konnte. Man fragt sich: Trügt der Schein oder sind die Jungen wirklich draussen auf dem Europaplatz geblieben?

Lo & Leduc trafen am Montag auf ein ausverkauftes Haus im Luzerner Saal.

Lo & Leduc trafen am Montag auf ein ausverkauftes Haus im Luzerner Saal.

(Bild: KKL Luzern/André Springer)

Spätestens als Leduc alle 30- bis 50-Jährigen im Saal zum Mitsingen auffordert, wird klar, dass tatsächlich viele im Saal wohl schon eher älteren Alters sind. Noch klarer wird dies, als auch nach dem dritten Lied immer noch keine Handys in der Luft zu sehen sind.

Songs in neuem Kleid

Die Band setzt ganz auf die schönen Klänge, die Musiker singen immer wieder im Duett mit Sängerin Julia Portmann und die Bandmitglieder trumpfen mit klangreinen Solos von Saxofon, Trompete und Posaune auf. Lo & Leduc und Band spielen einen bunten Mix aus ihren fünf veröffentlichten Alben.

Dabei zeigen sie, wie wandelbar sie sind: Der Song «Vampir» erstrahlt kurzerhand in neuem Kleid mit rasenden Klängen. Und auch in ihr altbekanntes «Warum düet ihr so fröhlich» bringen sie neues Feuer.

Und so sah das aus:

 

Die Band scheint zu spüren, dass das Publikum vor allem hier ist, um gute Musik zu hören und nicht nur um das Tanzbein zu schwingen. Sie treffen den Nerv der Zuschauer und einmal mehr stellt man fest, dass sie sowohl Jung wie Alt von ihrer Musik begeistern können.

Natürlich fehlt auch die bereits legendäre Freestyle-Session des gewandten Wortkünstlers Lorenz Häberli alias Lo nicht. Aus dem Publikum werden die Wörter «Ferien», «Fasnacht», «Bleistift», «Schneeballschlacht» und «Steigeisen» gerufen. Lo verwandelt diese gekonnt in einen Rap und das Publikum zeigt seine Begeisterung mit tosendem Applaus und lauten Zurufen.

Nun zücken doch noch die ersten Zuschauer ihre Handys und halten diesen einmaligen Moment fest …

 

Beste Sicht und kein Gedränge

Das KKL weiss, wie es seine Besucher begeistern kann. Es gibt Stehplätze mit bester Sicht auf das Konzert und trotz ausverkauftem Saal bleibt genügend Platz, um sich frei zu bewegen. Kein Gedränge, keine schlecht gelaunten Konzertgänger, kein Gekreische.

Sogar in der vordersten Reihe bleiben die Leute gelassen und man findet schnell eine Lücke, um den Musikern ganz nahe zu kommen.

Sie wissen, wie's geht: Lo & Leduc begeistern im KKL.

Sie wissen, wie’s geht: Lo & Leduc begeistern im KKL.

(Bild: rvo)

Die Freude ist zu spüren

Man kann die Freude der Musiker förmlich spüren. Auf der Bühne wird getanzt, gelacht und gespielt. Sie geniessen die volle Aufmerksamkeit der Besucher und schmeicheln dem Publikum: «Imfall, es ist Montag, ich will gar nicht wissen, wie’s hier am Freitag ist.»

Ganz zum Schluss verabschieden sich Lo & Leduc mit ihrem noch nicht veröffentlichten «Risotto» von der Zuschauermenge – und verbreiten damit soviel Begeisterung, dass sie für den Moment selber nicht ganz wissen, ob sie nun wirklich aufhören sollen …

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