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Lisa Zanolla: Was gegen Hanf-Legalisierung spricht
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Lisa Zanolla wehrt sich gegen eine Legalisierung von Cannabis. (Bild: zvg/ Montage les )

Stadt Luzern: Umstrittene Studie im Parlament Lisa Zanolla: Was gegen Hanf-Legalisierung spricht

3 min Lesezeit 2 Kommentare 21.09.2017, 09:01 Uhr

In einer Studie soll der legale Cannabis-Verkauf in Apotheken getestet werden. Das Stadtparlament entscheidet diesen Donnerstag über einen Kredit von 140’000 Franken. Die zweifache Mutter, Lisa Zanolla, lehnt die Legalisierung ab. Jedoch scheut sie einen inhaltlichen Schlagabtausch.

Schweizweit geben über 220’000 Personen an, regelmässig Cannabis zu konsumieren. Jeder Dritte über 15 Jahren hat schon einmal gekifft. Der Luzerner Stadtrat will deshalb an einem Pilotprojekt zum kontrollierten Verkauf in Apotheken teilnehmen. Diesen Donnerstag entscheidet das Parlament über einen Kredit von 140’000 Franken (zentralplus berichtete). Laut Informationen von zentralplus stehen die Chancen gut, dass das Parlament diesem Kredit zustimmt.

Kosten als Gegenargument

Das Hauptargument dürfte die gesellschaftliche Realität sein. So heisst es im Bericht und Antrag: Der Stadtrat begrüsst es, wenn für gesellschafts- und gesundheitspolitische Fragen neue Wege und Lösungen im Rahmen von wissenschaftlichen Studien getestet werden. Es ist bekannt, dass die urbane Bevölkerung grundsätzlich offener mit der Hanf-Frage umgeht – das zeigt sich auch an bisherigen Abstimmungsergebnissen. Politisch ist es die ländliche Region, die der Cannabis-Legalisierung den Riegel schiebt.

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Und dennoch gibt es auch in der Stadt Luzern Widerstand. Lisa Zanolla, zweifache Mutter und Grossstadträtin der SVP, will von einer Legalisierung nichts wissen. Sie wird diesen Donnerstag das offizielle Votum ihrer Fraktion halten: «Das Hauptargument gegen die Studie sind die Kosten», sagt sie. Es gäbe andere Projekte, wo die Stadt das Geld intelligenter einsetzen könne.

Die SVP und die persönliche Freiheit

Nebst den Kosten gäbe es weitere Gründe: «Es ist ja bekannt, dass die SVP hier eine konservative Haltung einnimmt und mit der Legalisierung nicht glücklich ist», sagt sie. Man wolle aber nicht in eine Grundsatzdiskussion abdriften: «Das gäbe nur einen unnötigen Schlagabtausch. Grundsätzlich muss jeder für sich persönlich entscheiden, wie er zu dieser Frage steht.»

Zanolla sagt offen: «Ich will mir gar nicht anmassen, zu beurteilen, was richtig oder falsch ist.» Sie kenne die Realität, doch es sei ihre ganz persönliche Haltung: «Mein Bauchgefühl sagt mir, es ist falsch, den Cannabis-Konsum zu legalisieren.» Für sie ist nämlich klar, dass die Studie die Türe für die Legalisierung öffnen würde. «Nachher würde man mit der Studie kommen und sagen, jetzt habe man doch positive Erfahrungen gesammelt. Rasch würde der Ruf nach mehr Legalisierung laut», so die SVP-Politikerin.

«In unserem Rechtsstaat gibt es Grenzen.»

Lisa Zanolla

«Cannabis ist eine Einstiegsdroge», sagt sie. Obwohl sie sogleich anfügt, dass ihr durchaus bewusst sei, dass es verschiedene gesundheitspolitische Betrachtungen gebe. Dass sich die SVP sonst die persönliche Freiheit auf die Fahne schreibt, hier jedoch an einem Verbot festhält, beisst sich gemäss Zanolla nicht. «In unserem Rechtsstaat gibt es Grenzen. Wenn ich ein Rotlicht überfahre, mache ich mich strafbar – auch wenn ich ganz alleine auf der Strasse unterwegs bin.»

Die Hanf-Thematik beschäftigt Familie Zanolla

Dass man sich selbst schädige, sei ja das eine. Zanolla stört sich aber auch an den Folgen für das Umfeld. Beruflich als Schaustellerin unterwegs, freut sich Zanolla schon auf die Lozärner Määs. Dort werde sie ganz direkt mit den Auswirkungen von Cannabis-Konsum konfrontiert. «Wenn ich in meinem Kabäuschen stundenlang diesen Geschmack rieche, ist das nichts anderes als störend und belästigend.»

«Wir sind nicht päpstlicher als der Papst.»

Lisa Zanolla

Lisa Zanolla ist Mutter zweier erwachsener Töchter. zentralplus wollte von der SVP-Politikerin wissen, wie das Thema in der Erziehung behandelt wurde. «Wir haben das offen diskutiert. Meine Kinder kennen meine klare Haltung.» Zanolla hält fest, dass eine Tabuisierung der falsche Weg wäre. «Es ist ja klar, kommt man mit dem Thema in Kontakt. Wir sind nicht päpstlicher als der Papst.» Bei den Themen Rauchen und Alkohol sei es dasselbe. «Wir haben klar Grenzen gesetzt, erwarten bei unseren Kindern aber auch Eigenverantwortung. Sie müssen selbst für ihr Handeln geradestehen – Überwachung braucht’s also nicht», erklärt sie.

Wirklich konfrontiert wurde Familie Zanolla mit dem Thema jedoch nie. «Meine beiden Töchter arbeiten im medizinischen Bereich und sind sich einig, dass der Konsum keine gute Sache ist.»

Lisa Zanolla während ihrer Tätigkeit als Schaustellerin-

Lisa Zanolla während ihrer Tätigkeit als Schaustellerin-

(Bild: Facebook)

Hinweis: zentralplus wird diesen Donnerstagnachmittag aus dem Stadtparlament berichten.

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2 Kommentare
  1. Christoph Schmitt, 26.09.2017, 09:34 Uhr

    Puh, wieso fangen wir jetzt wieder bei Null an? Ist doch alles längst zu Tode diskutiert.

  2. Michel Ebinger, 23.09.2017, 16:27 Uhr

    Die selben fadenscheinigen Argumente, mit denen die Prohibition begründet wurde. Die heutige Politik ist und bleibt realitätsfern und wenn hunderttausende ein Gesetz missachten, da muss das Gesetz in Frage gestellt werden!

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