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Lindberg dreht auf – und der EVZ besiegt Goalie-Fluch
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EVZ-Matchwinner Oscar Lindberg (Nummer 19) lässt sich von seinen Teamkollegen (von links) Thomas Thiry, Erik Thorell und Lino Martschini feiern. (Bild: Patrick Straub/freshfocus)

Zuger bodigen im Spitzenkampf wehrhaften HC Davos Lindberg dreht auf – und der EVZ besiegt Goalie-Fluch

4 min Lesezeit 21.12.2019, 05:00 Uhr

Es ist ein nahezu perfekter Auftritt des EV Zug: Dieser führt gegen Davos vor Augen, welche Fortschritte er in gut einem Monat gemacht hat, und siegt 4:2. Der Aufschwung ist eng mit dem schwedischen Doppeltorschützen Oscar Lindberg verknüpft. Der meistgenannte Titelanwärter klettert auf Platz 3.

Es sind Zahlen, die niemanden beeindrucken. Oscar Lindberg ist in der nationalen Skorerliste bloss auf Platz 50. Mit 9 Toren und 7 Assists aus 24 Spielen. Als Ausländer bloss ein Hinterbänkler.

Aber diese Statistik ist noch nicht zu Ende geschrieben. Gegen Lausanne (3:0) und Davos hat Lindberg dreimal getroffen und ist beide Male zum besten Zuger Spieler gewählt worden. Nach Wochen der Angewöhnungszeit an die Schweizer Liga ist er nun in Schuss.

Doch die Statistik kann der Bedeutung des vormaligen NHL-Spielers für den EV Zug gar nie gerecht werden. Weil man den zweifachen Weltmeister nicht mit der Anzahl Toren und Assists messen kann.

Lindberg, der Alleskönner

Lindberg ist in allen Zonen wertvoll. Er kann defensiv. Er kann Bully. Er kann Boxplay. Er kann Pässe. Er kann offensiv. Er kann Powerplay. Er kann Tore. Er kann das Team ausbalancieren. Ein Alleskönner. Das hat er schon aufblitzen lassen, als es ihm noch nicht lief (zentralplus berichtete).

«Er ist ein richtiger Playoff-Spieler und wird für uns noch wertvoller werden.»

EVZ-Coach Dan Tangnes

«In der NHL hatte Oscar eine kleine Rolle in einer defensiv ausgerichteten Sturmlinie. Bei uns hat er eine grosse Rolle in einer offensiven Angriffsreihe. Diese Umstellung braucht Zeit, und das haben wir gewusst», sagt EVZ-Coach Dan Tangnes. Und prognostiziert: «Er ist ein richtiger Playoff-Spieler und wird für uns noch wertvoller werden.» Vielleicht sogar zu einer ganz grossen Figur in dieser Meisterschaft.

Lindberg war die treibende Kraft hinter dem Sieg über Davos. Er gab die Marschrichtung vor, als der EV Zug gegen Ende des ersten Drittels die Disziplin und den Faden verlor. Die Strafe mit dem 0:1 bedeutete relativ früh, dass EVZ-Goalie Leonardo Genoni dieses Mal keinen Schoggi-Kuchen zu backen brauchte (zentralplus berichtete).

Für die erstmalige Führung zum 2:1 im Mittel- und das siegbringende 3:1 im Schlussdrittel war Lindberg besorgt.

Zuger Zwischenprüfung

Am 15. November hat der meistgenannte Titelanwärter nach kläglicher Defensivleistung noch 4:5 gegen den HC Davos verloren. Danach ging der EVZ defensiv über die Bücher (zentralplus berichtete).

«Es war ein gutes Statement unsererseits.»

Die Mannschaft von Trainer Dan Tangnes hat die Lektion kapiert und sich defensiv zusammengerauft. Seither geht es in der Meisterschaft aufwärts. Die Herausforderung gegen Davos war nun so etwas wie eine Zwischenprüfung auf dem Weg zu einem Spitzenteam. Schliesslich ist der Titelgewinn der Massstab.

Wie ist die Leistung der Zuger einzustufen? «Es war ein gutes Statement unsererseits. Dieses Mal war es für Davos viel härter, gegen uns spielen zu müssen», befand Tangnes. Er hätte durchaus noch mehr Lob in seine Einschätzung verpacken können – dem starken Auftritt der Zuger wäre auch das gerecht geworden. Aber der 40-jährige Norweger zeigt sich in guten wie in schlechten Zeiten als austarierter Mensch.

Van Pottelberghe gut, aber nicht gut genug

Mit der Revanche gegen Davos hat sein Team aber auch mit der unschönen Tradition gebrochen, dass frühere im EVZ beschäftigte Torhüter den Sieg aus der Bossard-Arena davontragen konnten – und das jeweils ausgerechnet gegen den auf diese Saison hin verpflichteten fünffachen Meistergoalie Leonardo Genoni.

Tobias Stephan, der im Frühjahr 2019 mit dem verlorenen Goalie-Duell gegen Genoni ein grosser Faktor für die Final-Niederlage der Zuger war, gelang der Sieg in Zug mit Lausanne. Danach Noel Bader mit Rapperswil-Jona. Und schliesslich Sandro Aeschlimann Mitte November mit Davos.

Aber dem früheren EVZ-Junior und aktuellen HCD-Goalie Joren van Pottelberghe blieb ein solch feierlicher Moment verwehrt, obwohl er 26 von 29 Schüssen (Fangquote von 89,66 Prozent) abwehrte und zum besten Spieler seiner Mannschaft gewählt wurde.

Doch Genoni war statistisch noch besser mit 92,31 Prozent abgewehrter Schüsse. Er machte vor allem um sein Tor herum nicht immer den sichersten Eindruck, aber mittlerweile wird er beim Verhindern von Gegentoren durch seine Feldspieler viel besser unterstützt.

Der EVZ hat in den letzten neun Spielen 23 Punkte ergattert und dabei 30 Tore erzielt und deren 18 kassiert. Das Spiel der Zuger ist in diesen Tagen und Wochen viel ausbalancierter geworden.

Mit seiner Spielweise personifiziert Lindberg den Aufschwung des meistgenannten Titelanwärter bestens.

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