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«Lifestyle-Magazine gibt es genug»
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Ivan Schnyder alias Pablo Haller wird neuer Redaktionsleiter vom «041 – Das Kulturmagazin». (Bild: Bujar Berisha/ Collage les )

Neuer Chef fürs Kulturmagazin «Lifestyle-Magazine gibt es genug»

4 min Lesezeit 15.12.2015, 13:44 Uhr

Ab Februar 2016 wird Ivan Schnyder (27) neuer Redaktionsleiter vom Zentralschweizer Magazin «041 – Das Kulturmagazin». Er will sich auf das Kerngebiet besinnen und kulturpolitisch stärkere Akzente setzen. Die abtretende Martina Kammermann hingegen zielte auf ein Publikum, das nicht schon stark in der Kultur verwurzelt ist.

Ivan Schnyder ist in der Luzerner Kulturszene kein Unbekannter. Als Pablo Haller veranstaltete er Lesungen mit «Barfood Poetry» und initiierte die «Schäferschond-Reihe» mit lokalen Autoren. Ausserdem war er durch eigene Auftritte als Dichter präsent. Heute ist Schnyder Mitglied der Programmgruppe des Spoken-Word-Festivals «Woerdz», engagierter Literat und schreibt regelmässig für den Kulturblock sowie den Literatur-Blog von zentral+.

Zwischen 2010 und 2013 arbeitete Schnyder als redaktioneller Mitarbeiter bei «041 – Das Kulturmagazin». Er schreibt immer noch regelmässig für das Blatt und gehört der externen Redaktion an. Schnyder ist 1988 in Luzern geboren und in Udligenswil aufgewachsen. «Ich freue mich riesig auf die Herausforderung, jeden Monat ein relevantes, interessantes und notwendiges Magazin herauszubringen», sagt Schnyder gegenüber zentral+. Denn die kulturelle Szene brauche das Kulturmagazin.

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Mehr kulturpolitisches Gewicht gefordert

Als Redaktionsleiter von «041 – Das Kulturmagazin» möchte Schnyder für eine klare kulturpolitische Haltung stehen. «Wir müssen wieder näher an unser Kerngebiet, die Kultur. Lifestyle-Magazine gibt es genug», hält er fest. «Sobald etwas im Busch ist, braucht das Magazin eine klare Haltung.» Sei das im Bereich von Zwischennutzungen, Sparplänen oder bei der Diskussion rund um die regionalen Enwicklungsträger. «Das Kulturmagazin soll kulturpolitisch mehr Gewicht erhalten», so Schnyder. Bei Uneinigkeit werde das Magazin auch Möglichkeiten zum Diskurs bieten.

«Als Literat wird es Pablo Haller weiterhin geben.»

Ivan Schnyder, neuer Redaktionsleiter «041 – Das Kulturmagazin»

Ein weiterer Schwerpunkt Schnyders wird die Verbreiterung des kulturellen Spektrums sein. «Ich will mit einem wachen Auge aufs Land und die umliegenden Zentralschweizer Kantone schauen», erklärt er. Heute drehe sich ein Gros der Themen um das kulturelle Leben in der Stadt Luzern. «Es ist klar, dass dies mit mehr Aufwand verbunden ist, professionelles kulturelles Schaffen auf dem Land zu thematisieren.» Schnyder sieht auch Potenzial, den Abonnentenstamm – insbesondere ausserhalb Luzerns – zu vergrössern.

Auf Facebook teilt das Kulturmagazin seine Freude über den neuen Redaktionsleiter mit.

Auf Facebook teilt das Kulturmagazin seine Freude über den neuen Redaktionsleiter mit.

«Geschrieben habe ich genug»

Und was passiert mit Pablo Haller? «Als Literat wird es ihn weiterhin geben», verspricht Schnyder. Als Redaktionsleiter wird er künftig aber unter seinem eigenen Namen schreiben. Er sagt: «Ich habe in meinem Leben schon sehr viel geschrieben, nun freue ich mich auf meine Management-Aufgaben. Die Themensuche und die Organisation rund um das Magazin werden mich erfüllen», ist sich Schnyder sicher. Das Wichtigste sei, stets aufmerksam zu bleiben. «Die Qualität des Magazins steht und fällt mit seinem Inhalt. Worte sind schön, doch die Arbeit beginnt erst», so der neue Redaktionsleiter.

«Das Kulturmagazin ist sehr gut aufgestellt.»

zentral+ hat mit der bisherigen Redaktionsleiterin Martina Kammermann gesprochen und nach ihrer Meinung zu ihrem Nachfolger, zu ihrer bisherigen Tätigkeit und zu ihrer Zukunft gefragt.

zentral+: Frau Kammermann, mit Ivan Schnyder ist nun ihr Nachfolger bekannt. Sind Sie mit der Wahl zufrieden?

Martina Kammermann: Ja, ich bin überzeugt, er wird es gut machen. Er war ja bereits über drei Jahre als redaktioneller Mitarbeiter für das Kulturmagazin tätig.

zentral+: Was erwartet Schnyder in seiner neuen Aufgabe?

Kammermann: Wir waren ein Team von zwei Redaktoren, ich in einem 60-Prozent-Pensum und Heinrich Weingartner mit 40 Prozent. Daneben haben wir eine externe Redaktion von acht Leuten, die alle ehrenamtlich für uns tätig sind. Man trifft sich ungefähr einmal im Monat, sammelt Inputs für das Magazin, diskutiert und tauscht sich aus. Die externe Redaktion besteht aus erfahrenen Journalisten und Medien-affinen Leuten aus dem Kulturkuchen. Zudem haben wir ein grosses Netzwerk an freien Autorinnen und Autoren. Ivan Schnyder wird nun der Manager über das alles.

zentral+: Sie haben gekündigt. Weshalb?

Martina Kammermann, die scheidende Redaktionsleiterin des Kulturmagazins.

Martina Kammermann, die scheidende Redaktionsleiterin des Kulturmagazins.

Kammermann: Genau, ich hatte im Herbst das Gefühl, es sei ein guter Zeitpunkt, das Kulturmagazin zu übergeben. Ich will wieder mehr selber schreiben und weniger Management-Aufgaben innehaben. Ich übergebe das Magazin in einem guten Zustand – mit der externen Redaktion haben wir eine gute und erfahrene Gruppe. Wir sind sehr gut aufgestellt.

zentral+: Was waren Ihre Schwerpunkte?

Kammermann: Ich habe auf einen breiten Kulturbegriff gesetzt. Neben der Berichterstattung über das kulturelle und kulturpolitische Geschehen wollte ich auch Alltags-kulturellen und lokal wichtigen Themen wie zum Beispiel dem Tourismus oder der Gastronomie Platz einräumen. Und so auch ein Publikum anziehen, das nicht schon stark in der Kultur verwurzelt ist.

zentral+: Wie haben sich die Abo-Zahlen und die Auflage entwickelt?

Kammermann: Die Abozahlen haben sich kaum verändert, was im Medienumfeld mit grosser Konkurrenz ein gutes Zeichen ist. Die Auflage liegt ebenfalls unverändert bei 4’000 Exemplaren. Das Kulturmagazin ist ein Nischenprodukt, aber es besteht noch Wachstumspotenzial.

zentral+: Wie wird das Kulturmagazin finanziert?

Kammermann: Wir sind grösstenteils selbsttragend. Unsere Herausgeberin IG Kultur wird von der Stadt Luzern und Regionalkonferenz Kultur unterstützt.

zentral+: Wie geht es für Sie nun weiter? 

Kammermann: Das ist noch offen. Voraussichtlich werde ich als Freischaffende tätig sein, was in der Branche durchaus üblich ist. Ich wohne zwar in Bern, werde der Luzerner Kulturszene aber erhalten bleiben.

zentral+: Fällt Ihnen der Abschied schwer?

Kammermann: Ja, die Arbeit hat mir sehr gefallen. Es war spannend, jeden Monat ein neues Projekt anzufangen und immer ein schöner Moment, wenn man das fertige Magazin in den Händen halten durfte.

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