Liegt das aktuelle FCL-Problem beim zentralen Mittelfeld?
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Hat bald mehr Alternativen im zentralen Mittelfeld: FCL-Trainer Fabio Celestini. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Durchzogener Saisonstart Liegt das aktuelle FCL-Problem beim zentralen Mittelfeld?

4 min Lesezeit 2 Kommentare 03.08.2021, 17:29 Uhr

Der auf diese Saison aufgerüstete FC Luzern steht nach zwei Meisterschaftsspielen gegen Meister YB (3:4) und Cupfinalist St. Gallen (2:2) noch ohne Sieg da. Vor dem Hinspiel in der European Conference League der Luzerner gegen Feyenoord Rotterdam wirft das die Frage auf: Wo und warum hapert es? Eine Spurensuche.

Die Tonalität hat sich merklich geändert. Bei der Spektakel-Niederlage zum Saisonstart gegen YB wurde FCL-Trainer Fabio Celestini nicht müde, die positiven Aspekte zu betonen: «Wir werden eine gute Meisterschaft spielen», folgerte er.

Nach dem glückhaften 2:2 in St. Gallen und dem ersten Punktgewinn für den Cupsieger in der noch jungen Meisterschaft monierte er: «Dieses Spiel haben wir nicht gut hingekriegt. Das ist nicht unser Weg. Jetzt haben wir gesehen, was passiert, wenn wir nicht parat sind.»

Die Mentalität, unbedingt gewinnen zu wollen, müsse sein Team verbessern, erkannte Fabio Celestini und veranschaulichte: «Wenn du deine Identität und deine DNA auf den Platz bringst, gibt dir der Fussball etwas zurück. Das hat nichts mit Glück oder Pech zu tun. Als wir gegen YB damit anfingen, lange Bälle zu spielen, änderte sich der Spielstand von einem 3:1 für uns zu einem 3:4.»

Celestini: Die Einstellung seiner Spieler muss stimmen

Und wenn der technisch überfordert wirkende Simon Grether mit der FCL-Captainbinde um den Arm in der ersten Spielminute gegen St. Gallen zweimal einen identischen Fehlpass spielt, wovon der zweite zum frühen 0:1 führt, kann es für die Erfolgsaussichten der Luzerner nicht besser werden. Aber diese Sichtweise wollte Fabio Celestini unter keinen Umständen gelten lassen: «Klar hat Simon Grether Fehler gemacht. Aber er war super gegen Meister YB, der den Gegner ebenfalls schon in der eigenen Zone früh unter Druck setzte.»

«Alle Teammitglieder können unsere Spielidee umsetzen.»

FCL-Trainer Fabio Celestini

Selbst auf die Feststellung, dass das 29-jährige Kämpferherz doch einen Gegenentwurf zu Celestinis Vorstellung von modernem Fussball darstellen müsse, konterte dieser: «Die Einstellung muss zu 100 Prozent stimmen. Das ist der entscheidende Punkt! Schliesslich reden wir von einem Pass über fünf Meter. Den können alle unsere Teammitglieder spielen – und darum alle unsere Spielidee umsetzen.»

Aber weil Grether so gar nicht zu Celestinis gepflegtem Fussball passen will: Vielleicht lag der Hase ja ganz woanders im Pfeffer?

Grethers Nomination der personellen Not geschuldet?

Womit wir bei der Frage angelangt sind: Welche valablen Alternativen zu Simon Grether hatte Fabio Celestini?

Lorik Emini bestritt kein Vorbereitungsspiel und war erst wenige Tage vor dem Spiel in St. Gallen Teil des Luzerner Mannschaftstrainings. Das Gleiche galt für den Holländer Jordy Wehrmann. Um das Leistungsprimat im Team nicht zu unterwandern, konnten sie keine Kandidaten für die Startformation sein.

«Die Talente sollen eine Ahnung davon erhalten, was es bedeutet, ein höheres Level in ihrem Leistungsniveau erreichen zu können.»

Marvin Schulz, in den Augen von Fabio Celestini ein weiterer zentraler Mittelfeldspieler, musste gerade in der Innenverteidigung aushelfen. Allerdings fehlt der Deutsche nach der Roten Karte in St. Gallen für die nächsten drei Meisterschaftsspiele aus (zentralplus berichtete).

Filip Ugrinic wäre auch noch eine Alternative fürs Zentrum im FCL-Mittelfeld gewesen. Aber Fabio Celestini hätte ihn mit dieser Massnahme wohl dessen offensiver Stärken beraubt. Ugrinic leitete immerhin die Wende vom 0:2 zum 2:2 in St. Gallen ein. Sonst stünde der FCL aktuell vielleicht schlechter da.

FCL ohne Müller, Schürpf und Ndenge

Selbstredend sah sich Fabio Celestini nicht dazu veranlasst, sich zu solchen Gedankenspielen zu äussern. Zumindest aber bekräftigte er einmal mehr, dass er neben dem Bundesliga-Titanen Christian Gentner (bald 36) einen jungen FCL-Spieler laufen lassen wolle: «Die Talente sollen eine Ahnung davon erhalten, was es bedeutet, ein höheres Level in ihrem Leistungsniveau erreichen zu können.»

«Der bessere Umgang mit dem Ball wird für mich der Schlüssel zum Weiterkommen sein.»

Lorik Emini ist erst 21, Jordy Wehrmann 22. zentralplus wertet es als Hinweis darauf, dass beide mit ihren fussballerischen Qualitäten in der Gunst von Fabio Celestini vor dem fleissigen Simon Grether (29) liegen.

Für das Hinspiel in der European Conference League gegen Feyenoord Rotterdam am Donnerstag in der Swissporarena (20.30 Uhr) meldete Fabio Celestini drei FCL-Spieler als nach wie vor nicht einsatzfähig: Dabei handelt es sich um Stammgoalie Marius Müller, den nach wie vor verletzten zentralen Mittelfeldspieler Tsiy Ndenge und den offensiven Vorkämpfer Pascal Schürpf.

FCL-Geschichte schreiben – aber wie?

Celestini machte noch nie einen Hehl aus seinem Anspruch, mit dem FCL nach dem Erringen des ersten nationalen Titelgewinns seit 29 Jahren auch auf internationaler Ebene Geschichte zu schreiben. Aber wie will er das scheinbar übermächtige Feyenoord Rotterdam überwinden?

Zu seinem Schlachtplan sagte der FCL-Trainer: «Es treffen zwei Mannschaften aufeinander, die sich dem offensiven Fussball verpflichtet fühlen und weit in der gegnerischen Hälfte zu verteidigen beginnen. Deshalb wird für mich der bessere Umgang mit dem Ball der Schlüssel zum Weiterkommen sein.»

Aus Luzerner Sicht wird der Besetzung des zentralen FCL-Mittelfeldes erst recht eine übergeordnete Rolle zukommen.

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2 Kommentare
  1. Karl Ottiger, 06.08.2021, 11:41 Uhr

    Gut Celestini hat in Spanien gespielt und ist dort von Barca ein paarmal an die wand gespielt worden er hat sich dieses System verinerlicht leider hat er vergessen Alves Iniesta Xavi Puyol Suarez Messi Alba und Naymar mitzunehmen weil genau die braucht es für diesen Fussball jetzt hast du Sidler Greter Schürpf Burch Emini Ugrinic und wenn du für diese Gruppe kein gutes System findest bist du spätestens in zwei monaten enlassen hopp FCL

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  2. Karl Ottiger, 05.08.2021, 16:30 Uhr

    Der Umschwung gegen YB kam bei einem Ballverlust in der eigenen hälfte zustande und nicht weil der FCL lange Bälle gespielt hat. Ich hoffe schon das die spiele richtig analisiert werden. Rolf Fringer hat recht mit seiner Analyse der Trainer ist nicht flexibel er kann den Gegner nicht lesen er denkt die müssen sich unserem Spiel anpassen die Wahrheit seiner Taktik haben wir live gesehen die St.Galler haben die Luzerner sensationell hinten zugestellt und Luzern hat genau die Bälle am Strafraum verloren die du mit einem gezielten langen Ball nicht verlierst ich bin auch für Fussball spielen aber dann brauchst ballsichere Leute die die Augen schnell auf dem Spielfeld haben die die das können spielen mit Millionen Gagen in anderen Vereinen also lieber Celestini bleib bitte mit deinen Möglichkeiten bei uns in der superlig und probier den Fussball zu spielen der die Mannschaft hergibt und den wo sie nicht her gibt kannst du mit ihnen im Training üben bis sie ihn kann das wird mit stand heute in 5 jahren so weit sein.

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