Lido-Stammgäste ärgern sich über zu hohe Preise in der Coronasaison
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Das Luzerner Lido aus der Luft. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Offener Brief an den Luzerner Stadtpräsidenten Lido-Stammgäste ärgern sich über zu hohe Preise in der Coronasaison

3 min Lesezeit 12 Kommentare 17.08.2020, 12:31 Uhr

Regelmässige Besucher finden, das Lido sei das wohl «schönste Strandbad der Schweiz». Doch in dieser Saison sind die Stammgäste verärgert: Die Preise seien in der verkürzten Saison zu hoch, Vergünstigungen würden gar nicht mehr angeboten. Das Strandbad kontert jedoch die Kritik.

Das Lidoareal gehört der Stadt Luzern, die selbst auch Aktionärin ist. Geführt wird es von der Strandbad Lido AG Luzern. In der speziellen Coronasaison verzichtet das Strandbad auf die Herausgabe von Saisonkarten und 11er-Abos.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Badis, bei denen die maximale Besucheranzahl nur selten erreicht wird, muss das gutbesuchte Lido die an Spitzentagen bis zu 4500 Eintritte stärker steuern. So wurden auch die Eintrittspreise angepasst, um Kurzaufenthalte zu fördern und Ausfälle abzufedern.

Ein Eintritt kostet bei einem Aufenthalt bis 13 Uhr dann 6 Franken. Ab 17 Uhr ist man mit 4 Franken dabei. In der Hauptzeit zwischen 13 Uhr und 20 Uhr kostet der Eintritt unter der Woche 8 Franken und 10 am Wochenende. Tageskarten kosten unter der Woche 10 und am Wochenende 12 Franken.

140 Stammgäste unterzeichnen den Brief

Für regelmässige Besucher kommt das Regime durch den Verzicht von Vergünstigungen und Saisonabos sicher teurer – was wohl auch so gewollt ist. Doch es ruft Stammgäste auf den Plan, die sich benachteiligt sehen: «Die Luzerner Stadtregierung ist rot-grün geprägt und schreibt es sich auf die Fahne, für Familien und sozial Benachteiligte einzutreten», steht in einem gepfefferten Brief, der vom langjährigen Stammgast Peter Zgraggen im Namen von seinesgleichen unterzeichnet worden ist.

Dabei monieren die 140 Unterzeichner neben zu hohen Kosten, dass Desinfektionsmittel am Eingang und auf den Toiletten erst nach mehrmaligem Reklamieren an der Kasse «und nach einem Leserbrief» bereitgestellt würden.

Sie fordern Entschädigung für bezahlte Kabinenmiete

Kurz: Diese Massnahmen, die mit «Corona-Mehraufwand» begründet würden, «betreffen sehr viele Stammgäste, die sich regelmässige Lidobesuche finanziell nicht mehr leisten können».

Schliesslich wird ein klärendes Gespräch mit dem Stadtpräsidenten gefordert. Inhalt: Der Stadtrat soll sich als Aktionär an der nächsten GV für gleiche Preise wie vor Corona «sowie für eine Gutschrift für Kabinenmieter wegen verkürzter Saison 2020 einsetzen».

Solche Gutschriften gibt es beispielsweise auch im Kanton Zug bei bereits bezahlten Saisonabos in Badis (zentralplus berichtete).

Die Stadt Luzern bestätigt auf Anfrage den Erhalt des Briefes und verspricht, den Absendern eine Antwort zukommen zu lassen. Zuerst wolle man den Inhalt laut Auskunft der Kommunikationsstelle aber intern besprechen.

Lido AG weist Vorwürfe zurück

Der Verwaltungsratspräsident der Strandbad Lido AG, Marc Syfrig, kontert die Vorwürfe der Stammgäste gegenüber dem SRF-Regionaljournal: «Das Lido stand Anfang Jahr vor einer kritischen Situation, wir wussten nicht, ob wir diese Saison überleben – denn als klassische Non-Profit-Gesellschaft erhalten wir keine Subventionen von der Stadt und finanzieren uns alleine über Eintritte.» Bisher habe sich das System gut bewährt, die Gäste könnten mit den neuen Preisen besser über den Tag verteilt werden.

Das schlägt sich auch in den Zahlen nieder. Laut Syfrig kann das Lido womöglich sogar auf die von der Stadt in Aussicht gestellte Finanzhilfe verzichten, weil die Eintrittszahlen besser als befürchtet waren.

Auch die Kritik an den Schutzmassnahmen weist Syfrig zurück: «Wir halten uns genauestens an die Coronavorgaben des Bundes.» In den Toiletten gebe es Seife für die Desinfektion der Hände. Die Kabinen würden zudem regelmässig desinfiziert.

Ob die Stammgäste in der nächsten Saison wieder auf ihre gewohnten Preise hoffen können, ist noch nicht klar. Erst lasse man die aktuelle enden, sagt Syffrig. Je nachdem, wie das Fazit ausfällt, wird über das weitere Vorgehen entschieden.

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12 Kommentare
  1. Luzerner, 20.08.2020, 14:37 Uhr

    Und dann noch solche Bemerkungen von Gästen auf Google:

    vor 6 Tagen
    Grundsàtzlich sehr schône Badi, die wir (meine Partnerin aus Luzern und unsere Kinder ) seit vielen Jahren schätzen. Super Lage, schôner Strand und abwechslungsreicher grosser Spielplatz sowie neuer super Gastronomie-Betreiber .
    Sehr freundliche und hilfsbereite
    Mitarbeiter an der Kasse und am Kiosk.
    Jedoch schon zum zweiten Mal unerfreuliche Begegnung mit einem Bademeister (gibt aber auch unter den Bademeistern sehr hilfsbereite )
    So geschehen heute:
    Schwimme mit meinem 7-jàhrigen Sohn auf Floss ( liegt ca. 40 meter vom Ufer entfernt im See ). Um 11.15 Uhr und während wir schwimmen paddelt ein Bademeister los um das Floss zu putzen, als wir ankommen làsst er uns nicht hoch.
    Antworte ich freundlich , gerne ein paar Minuten zu warten. Antwort seinerseits: das dauert lange.
    Erkläre ich… mein Sohn braucht Pause, setzen uns in die Ecke. Dann werde ich vom Bademeister beschimpft und beleidigt sowie mitsamt meinem Sohn weggeschickt .
    Habe ich noch nie erlebt. Und das von einem Bademeister! Kundenfreundlichkeit, Kinderfreundlichkeit, Rûcksicht und Anstand geht anders. Sehr schade fûr die schöne Badi.
    Zudem waren wàhrend der gesamten Zeit des Putzens von Floss und Sprungturm, der Strand und die Badegäste komplett unbeaufsichtigt.

    Leider haben wir diese Unfreundlichkeit eines Bademeisters da auch schon mehrfach zu spüren bekommen, aber für CHF 12.- Eintritt darf man ja nicht reklamieren 😉 .

  2. Rob, 18.08.2020, 22:30 Uhr

    Die Preise im Bericht stimmen nicht. Wie kann sowas publiziert werden! Ich warte auf die Korrektur.
    Das sowas überhaupt möglich ist, ist mehr als fragwürdig. Schon vor corona Zeiten waren zum Beispiel Vergünstigungen durch die Kulturlegi welche wenig Verdiener das lido Bad zahl und besuchbar gemacht hätte kein Thema.
    Und die Stadt Luzern als hauptakzionär…die lobi spielt wohl heftig mit.

    1. Redaktion Redaktion zentralplus, 18.08.2020, 22:39 Uhr

      Sie finden die offiziellen Eintrittspreise hier: https://www.lido-luzern.ch/downloads/Corona_Tarife_und_Oeffnungszeiten_2020%281%29.pdf Was genau stimmt bei den von uns publizierten Preisen nicht?

  3. Erwin Lussi, 18.08.2020, 13:29 Uhr

    Marktwirtschaft ist ganz einfach.
    Entweder ist man mit den Bedingungen und Regeln einverstanden und greift zu, andernfalls lässt man es einfach.
    Sich mal umorientieren und etwas anderes ausprobieren ist auch ganz gesund.

  4. Kaya, 18.08.2020, 09:00 Uhr

    Die Preisangaben oben stimmen überhaupt nicht. Ich war am Mittwoch dort um 11h und habe 12.-. Eintritt bezahlt! Der Eintritt kostet 12.-. Und nicht 8.-. unter der Woche! Von einer Tageskarte wurde mir nichts gesagt. Dazu kommt noch der Parkplatz oder ÖV, da ist man schnell auf fast 20.-. Geht ja gar nicht. Nur fürs Baden. Man kann nicht immer alles mit Corona rechtfertigen. Das heisst für mich nicht mehr ins Lido. Wie teuer das für eine ganze Familie ist kann sich jeder selber ausrechnen. Schade für diesen schönen Ort. Ich hoffe viele Leute schrecken diese hohen Eintrittspreise vom Besuch ab. Da sollte man konsequent sein und sowas nicht unterstützen! Das ist einfach nur Wucher.

    1. Sabine Zimmermann, 22.08.2020, 16:51 Uhr

      man hat mit dem Artikel gewartet, bis die Sommerferien vorüber waren – da waren nämlich die gesamten 6 Wochen die Eintrittspreise wirklich noch höher!

  5. Tribschengast, 17.08.2020, 15:01 Uhr

    Dieser Syfrig soll Häuser planen und keine Badi führen. War er mal da an einem schönen Wochenende? Für CHF 12.- sollte man ja ein funktionierendes Schutzkonzept erwarten dürfen oder was rechtfertig diesen Preis? Am Anfang waren die Eintritte auf 1500 Personen beschränkt, da habe ich diesen hohen Preis verstanden, nun bei 3500 Personen verstehe ich diesen nicht mehr!

    1. Tribschengast, 17.08.2020, 18:50 Uhr

      Wer sich die Eintrittsbillete nicht leisten könne, der soll sich in der Gratisbadi «Ufschötti» verweilen, so Syfrig. Diese Aussage ist so richtig frech und weltfremd.

  6. J.Vallante, 17.08.2020, 14:06 Uhr

    Wir waren nur 1x, wochentags nicht Wochenende da, wollten nur Mittagessen. Fr. 12.- pro Erwachsener. (Bei nur Mittagessen wird der Eintritt ans Essen angerechnet.
    Aber 12.- ist einfach zu viel. Andere Badis haben nicht aufgeschlagen. Wir gehen nicht mehr hin! Und andere die ich kenne auch nicht mehr. Jenseits von gut und böse.

  7. Hono Lulu, 17.08.2020, 13:37 Uhr

    Solidarität in Zeiten von Corona. Unternehmen sollen überleben können und das Preisgejammer geht mir auf den Keks. Gleich nebenan kann man gratis in den See hüpfen … die Glacé gibt’s beim Minigolf. Abkühlung geniessen …

  8. Joseph de Mol, 17.08.2020, 13:25 Uhr

    Wer hohe Preise vermeiden will, geht ohnehin nicht ins Strandbad Lido.

  9. Urs Eggler, 17.08.2020, 13:07 Uhr

    12 Franken um eine Runde im See zu schwimmen ist schlicht zu viel. Deshalb geh ich jetzt einfach nicht mehr ins Lido, der VR-Präsident mag seine Rechnung machen und ich die meine.

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