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Leuthard: «Bypass Luzern nicht gefährdet»

2 min Lesezeit 12.01.2016, 11:37 Uhr

An einem Podium in Sempach versicherte Bundesrätin Doris Leuthard, dass die zweite Gotthardröhre den Bypass des Kantons Luzern nicht gefährden werde. Der zweite Tunnel sei die sicherste und kosteneffizienteste Lösung. Mit ihren Argumenten konnte sie allerdings nicht alle überzeugen.

Die Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Gesellschaft (AWG) des Kantons Luzern lud am Dienstag zur Informationsveranstaltung über die zweite Gotthardröhre. Das Thema polarisiert. Bundesrätin Doris Leuthard sprach in Sempach vor rund 700 Personen und versicherte, dass die zweite Tunnelröhre den Bypass Luzern nicht tangieren werde.

Die Bundesrätin weibelte mit den bekannten Argumenten für den Tunnel. Mit zwei getrennten Spuren sinke die Unfallgefahr und die Rettungskräfte seien schneller vor Ort, sagte sie. Dem Einwand der Gegner, wonach letztlich vier Spuren durch den Gotthard führen werden, widersprach Leuthard mit zwei Argumenten. Erstens verbiete die Verfassung diesen Schritt und zweitens werde die EU gemäss einer schriftlichen Zusicherung keinen Druck ausüben.

Für und Wider in Luzerns Regierung

Der Luzerner Regierungsrat Robert Küng äusserste sich für den Bau der zweiten Röhre – unter einer Bedingung: «Die Luzerner Regierung sagt Ja zur zweiten Gotthardröhre unter der Bedingung, dass der dringend benötige Bypass in Stadt und Region nicht gefährdet wird.» Der Gotthard habe rund 17’000 Fahrzeuge täglich, im Reussporttunnel seien es 95’000 mit entsprechenden Staus. Bundesrätin Leuthard versicherte, dass der Gotthard Projekte wie den Bypass nicht tangiere, weil diese mit ganz unterschiedlichen Finanzierungstöpfen realisiert werde.

«Unser Gewerbe ist auf eine funktionierende Verbindung zwischen dem Tessin und der Deutschschweiz angewiesen», konstatierte Gewerbeverbandsdirektor Gaudenz Zemp. Das biete nur eine zweite Röhre, Verladestationen seien ineffizient und niemand wolle sie. Ständerat Konrad Graber hingegen bekämpft die zweite Gotthardröhre. Die Kosten seien zu hoch, der Kampf um verfügbare Mittel werde immer härter.

Befürworter und Gegner

Anschliessend diskutierten auf einem Podium unter der Leitung von Kari Kälin, Neue Luzerner Zeitung prominente Befürworter und Gegner: Ständerat Filippo Lombardi (CVP, TI) und Nationalrat Thierry Burkart (FDP, AG) argumentierten mit der Sicherheit, dem Zusammenhalt im Land und den unrealistischen Alternativen. Nationalrätin Regula Rytz (Grüne, BE) und der Urner Regierungsrat Markus Züst (SP) zweifelten an der Fortführung von nur je einer Spur und setzten auf die Alternative Verladestationen.

Organisiert wurde die Veranstaltung von der Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Gesellschaft (AWG) Kanton Luzern zusammen mit dem Gewerbeverband, der Industrie- und Handelskammer, dem IFU-Club und den Business & Professional Women.

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