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Lesen, arbeiten und Schluss machen: Hier geht’s am besten
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Caffebar Alfred: Arbeiten ja, mit der Gefahr, dass irgendwann ein Kind kreischt. (Bild: wia)

Das sind die ruhigsten Beizen Luzerns Lesen, arbeiten und Schluss machen: Hier geht’s am besten

5 min Lesezeit 1 Kommentar 24.11.2019, 11:30 Uhr

Ungestört Bücher lesen, für die Rechtsprüfung büffeln oder auch mal intime Gespräche mit der Liebsten führen. Das geht nicht in jedem Luzerner Lokal. Darum haben wir uns auf die Suche gemacht und die ruhigsten Cafés und Bars für jede Gelegenheit gesucht, die eines tiefen Lärmpegels bedürfen.

«Was machst du eigentlich beruflich?!» – «Ja, ich nehm gern noch ein grosses Bier!» «Häää?!» – «Ein Biiier!» – «Was du beruflich machst, wollte ich wissen!» – «Nein, Ski fahre ich nie!» Nicht jede Bar ist dazu geeignet, innige Gespräche zu führen.

Gerade bei einem ersten Date oder während einer geschäftlichen Besprechung schätzt man es, wenn Musik und Gespräche vom Nebentisch nur diskret zu hören sind, damit man sich voll und ganz dem Gegenüber widmen kann.

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Auch in Luzern gibt es lautere und weniger laute Cafés und Bars. Wir haben sie besucht und getestet.

Ein Ort für ernste Angelegenheiten

Ob eine wichtige Präsentation oder ein bevorstehender Gerichtstermin: In der Bar des Hotels des Balances findet man die nötige Ruhe für konzentrierte Gespräche. Jedenfalls unter der Woche. Am Wochenende gehe es ziemlich lebhaft zu und her, verrät eine Angestellte. Das Personal ist freundlich und diskret, die Aussicht auf die Reuss toll. Wermutstropfen: Die gehobene Atmosphäre hat ihren Preis. Für einen halben Liter Mineralwasser zahlt man hier 7 Franken.

Schicke Atmosphäre gibt’s in der Bar des Hotels des Balances.

Café mit Klasse

Die Grundregel lautet: Je näher an Bibliothek oder Museum, desto ruhiger. Das Café im Kunstmuseum, im vierten Stock des KKL-Gebäudes bildet da keine Ausnahme. Das Lokal eignet sich also gut für vertraute Gespräche – nicht nur über Kunst – oder aber zum Lesen. Hinsetzen, ins Buch vertiefen, auf den See hinausschauen, nachdenken. Das klappt hier ganz hervorragend. Neben Kaffee gibt’s hier auch Wochengerichte, eines davon meist eine «Buddha Bowl», die unerhört gesund und vielfältig daherkommt.

Im Café beim Kunstmuseum ist’s meist sehr ruhig.

Netzlos mit Café au lait

Während die paar Tische im vorderen Teil des Café Salü am Helvetiaplatz häufig von schwatzenden Stammkunden besetzt sind und durch den Service an der Bar häufig ein «Gläuff» herrscht, lässt es sich im hinteren Teil hervorragend in Ruhe lesen. Insbesondere, da Zeitungen doppelt und dreifach zur Verfügung stehen und hier ausserdem sicher niemand laut und nervig telefoniert. Handy- und Internetempfang hat man hier hinten nämlich kaum, WLan gibt’s nicht. Ideal daher auch für Arbeiten am Laptop, bei denen man sich nicht von Facebook und Co. ablenken lassen will.

Im Salü lässt’s sich gut lesen. Dafür schlecht telefonieren.

Geeignet zum Arbeiten, dafür nicht für Intimes

Klein, aber häufig «gschaffig»: Die winzige Alfred Caffebar nahe des Bundesplatzes eignet sich, um den Laptop aufzuklappen und sich in der Zahlen- und Buchstabensuppe des Arbeitsalltags zu vertiefen. Bei unserem Besuch am Donnerstagnachmittag sitzt eine Handvoll Leute im Lokal. Nur gerade zwei von ihnen unterhalten sich, der Rest hat Kopfhörer auf und ist in die Arbeit vertieft. Der Geräuschpegel ist ziemlich tief. Das sei nicht immer so, erklärt uns ein Mitarbeiter.

Wenn nur schon drei Leute ein lebhaftes Gespräch führen, werde es schnell laut. Ausserdem hört man dann im ganzen Raum, worüber gesprochen werde. Auch wenn Kinder anwesend seien, steige der Geräuschpegel schnell. Er deutet auf die Spielsachen auf dem untersten Regaltablar.

Für Hintergrundmusik sorgt die grosse Plattensammlung. WLAN gibt’s, auch Zeitungen hängen an der Wand. Arbeiten geht hier gut, private Gespräche führen vielleicht weniger.

Die Theke bei «Alfred».

Gepflegtes Versumpfen in Jean-Nouvel-Gefilden

Die Details über den letzten Gynäkologenbesuch spart man sich besser für «The Lounge» beim Vögeligärtli auf. Hier, in der Bar von «The Hotel» ist die Musik genug laut, damit nicht gleich alle im Raum mithören. Dennoch versteht man, was das Gegenüber sagt, ohne dreimal nachfragen zu müssen. Die Atmosphäre in der von Jean Nouvel designten Bar: Etwas kühl, aber durchaus geeignet für ein gepflegtes Versumpfen mit schicken Drinks und guten Gesprächen. Zum Arbeiten eignet sich die Bar nur bedingt. Nicht zuletzt, da sie erst um 16 Uhr öffnet.

«The Lounge» im «The Hotel» ist kühl, aber gut für tiefsinnige Gespräche.

Petrus – Zum Arbeiten konzipiert

Im Restaurant & Café Petrus gibt’s nicht nur unkonventionelle Pizzen. Das grosse, neue Lokal im Himmelrich eignet sich auch sehr gut für ruhige Angelegenheiten. Als wir einen Blick in das charmante Lokal werfen, sitzen gerade zwei Schülerinnen in einer «Booth» und sind in ihre Matheaufgaben vertieft. Eine Studentin hat den Laptop vor sich und tippt. Währenddessen stillt eine Mutter ihr Kind in einer Ecke.

Ulkig: In den «Booths», die für etwas Privatsphäre sorgen, hängen grosse Rollen mit Packpapier, welche nach Lust und Laune bemalt werden können. Ein gutes Mittel gegen Lern- und Arbeitsblockaden, finden wir. Ebenfalls nett: Praktisch überall stehen Steckdosen zur Verfügung.

Unter der Woche sei dies ein sehr guter Ort, um zu arbeiten oder in Ruhe Gespräche zu führen, bestätigt Petra Stöckli, die Betriebsleiterin von Petrus. Am Wochenende könne es hingegen schon auch mal lauter werden.

Gut für persönliche Gespräche und Lernsessions. Wem es an Inspiration fehlt, kann was malen.

Wenn’s knistern soll

Ein ruhiges Date in lauschiger Atmosphäre gefällig? Hier empfiehlt sich die Bar des Hotels Anker. Derzeit weihnachtet es bereits stark, im Kamin prasselt ein Feuer, die Stimmung ist so, dass das Bedürfnis, näher zusammenzurücken schier unvermeidlich ist. Romantisch also durchaus. Noch romantischer wird’s ausserdem durch den Rausch, der mitunter von der grossen Gin- und Wein-Auswahl herrührt.

Zum Schlussmachen eignet sich das Lokal übrigens weniger. Ein Rückzug in die Damen- oder Herrentoilette geht nicht, denn hier gibt’s nur Unisex-Klos. Dafür eignet sich die kühle «The Lounge»-Atmosphäre vielleicht doch besser.

Die Bar des Hotels Anker versetzt Gäste in Weihnachtslaune.

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1 Kommentare
  1. F, 26.11.2019, 08:34 Uhr

    Der letzte Abschnitt ist sehr heteronormativ geschrieben. Dass die schreibende Person automatisch davon ausgeht, beim Schluss machen seien zwei verschieden geschlechtliche Menschen beteiligt, finde ich traurig.
    Sonst gefällt mir der Beitrag sehr gut, vorallem weil auch unbekanntere Lokale gezeigt werden.