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Lengwiler: «Es macht keinen Sinn, das Geschäftliche aufs Spiel zu setzen»
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Auch wenn der zweite Platz Carl Klingberg unglücklich stimmt, so hatte das Ergebnis doch eine äusserst positive Auswirkung auf die Finanzen des EVZ. (Bild: EVZ)

Vorsicht beim EVZ, trotz guter Finanzzahlen Lengwiler: «Es macht keinen Sinn, das Geschäftliche aufs Spiel zu setzen»

3 min Lesezeit 29.08.2017, 17:01 Uhr

Am Dienstag präsentierte der EVZ ein positives Jahresergebnis. Der CEO Patrick Lengwiler zeigt sich zwar erfreut darüber, euphorisch ist er jedoch nicht. Dafür sei die Finanzlage viel zu volatil.

Es ist ein stattliches Sümmchen, das die EVZ-Gruppe bei der Medienkonferenz am Dienstag vorstellt. Erstmals liegt der Jahresumsatz der gesamten EVZ-Gruppe nämlich über 30 Millionen Franken. Der Gewinn beläuft sich auf 478’623 Franken.

Wie der CEO Patrick Lengwiler erklärt, habe das positive Ergebnis seine Gründe. Genauer gesagt, sind es deren drei. «So sind vor allem die kürzlich gegründete Swiss League Mannschaft, das gute Ergebnis der ersten Mannschaft, dank dem mehr Matches gespielt werden konnten, und auch der gute Geschäftsgang hauptverantwortlich.» Zufrieden zeigt sich der CEO zudem über die Eigenkapitalquote, die bei der EVZ-Gruppe bei 51 Prozent liegt.

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Lengwilers knappe Feststellung: «Wenn wir im Sport Erfolg haben, haben wir auch in Finanzangelegenheiten Erfolg.» Doch der CEO ist deshalb nicht euphorisch. Betont gleich: «Nur weil wir gute Zahlen geschrieben haben, heisst das nicht, dass wir nun wie wild investieren sollten. Der diesjährige Abschluss hat nichts mit dem künftigen Budget zu tun.» Insbesondere, weil der finanzielle Erfolg der EVZ-Gruppe sehr volatil sei, da abhängig vom Mannschaftserfolg. «Im Budget rechnen wir jeweils mit einem Viertelfinal-Einzug. Es macht keinen Sinn, das Geschäftliche aufs Spiel zu setzen.»

Lockere Finanzlage? Fehlanzeige

Das klingt nicht nach locker-flockiger Finanzlage. «Nein, ganz sicher nicht. Klar spüren wir die Euphorie von der Vorsaison teilweise noch immer, etwa im Verkauf oder auch bei den Sponsoren. Doch haben wir etwa keinen Mäzen, der endlos Geld einschiesst.»

«Wenn wir im Sport Erfolg haben, haben wir auch in Finanzangelegenheiten Erfolg.»

Patrick Lengwiler, EVZ-CEO

Was für eine gewisse Stabilität in der Finanzrechnung sorge, sei der Verkauf von Saisonkarten. «Wir haben eine sehr treue Fangemeinde», sagt Lengwiler. «Aktuell sind nur noch neun einzelne Sitzplätze verfügbar.» Der Verkauf von Einzelkarten sei hingegen viel stärker abhängig vom aktuellen Erfolg der Mannschaft.

Die Ticketpreise steigen

Im Sommer kündigte der EVZ an, die Ticketpreise zu erhöhen. Dies nach fünf Jahren ohne Veränderungen. Konkret bedeutet dies, dass die Saisonabos in drei Kategorien um je 25 Franken steigen, in weiteren drei Kategorien werden die Preise um 50 Franken erhöht. Das Einzelticket Sitzplatz wird um drei Franken teurer, Einzeltickets Stehplatz kosten gleich viel wie letzte Saison.

Vom Kinosessel aus dem EVZ zugucken

Apropos Sitzplätze. Da gab es auf die aktuelle Saison hin Änderungen. Konkret passen nun neu 7’200 Zuschauer ins Stadion, verglichen mit den 7’015 Plätzen zuvor. Mit dem neuen Bandensystem sind etwa zwei sogenannte Rinkseat-Boxen à je 12 Plätze dazugekommen. «Wer dort sitzt, erlebt das Geschehen auf dem Eis aus unmittelbarer Nähe, gleich hinter dem Plexiglas», erklärt Marco Baumann, Leiter Marketing und Verkauf. Überhaupt gehe es bei den neuen Boxen vor allem um den unvergleichbaren Erlebnisfaktor.

Für vier Sitze – in der Tat sitzt man dort gemütlich in einer Art Kinosessel – zahle man pro Spiel 400 Franken. Für ein Topspiel, etwa gegen Bern oder Zürich, verlangt der EVZ 500 Franken. «Das ist jedoch noch nicht fix. Wir müssen nun erste Erfahrungen machen und passen die Preise später allenfalls noch an», erklärt Baumann. Weiter seien noch zusätzliche Sitzplätze eingebaut worden.

Die Devise des EVZ bezüglich seiner finanziellen Lage: Vorsicht, und bloss nichts überstürzen. Gas geben können die, die auf dem Eis stehen.

Über die sportlichen Ziele des EVZ in der kommenden Saison und die frischen Mannschaftsmitglieder berichtet zentralplus in Kürze.

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