Lehrerkonvent Zug: Datenschutz an Schulen soll garantiert werden
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Unzufriedenheit an Zuger Schulen: Der Datenschutz soll endlich gewährleistet werden. (Bild: zvg)

Schreiben an Bildungsdirektion Lehrerkonvent Zug: Datenschutz an Schulen soll garantiert werden

3 min Lesezeit 5 Kommentare 30.10.2020, 19:18 Uhr

Der Lehrerkonvent in Zug ist sauer. In einem Schreiben an die Bildungsdirektion des Kantons Zug macht er auf die mangelnde Infrastruktur an Zuger Schulen aufmerksam – und fordert den Kanton in Sachen Datenschutz zum Handeln auf.

In Zug hat sich Unmut gegenüber der IT-Infrastruktur breitgemacht. Zwei Lehrpersonen haben in einem offenen Brief Alarm geschlagen. Die Lage rund um die Infrastruktur in Zuger Schulen sei «desolat», hiess es. Die Bildungsdirektion relativierte die Vorwürfe (zentralplus berichtete).

Nun hat der Lehrerkonvent der Kantonsschule Zug gemeinsam mit dem Verein der Mittelschullehrpersonen des Kantons Zug ein Schreiben an Landammann Stephan Schleiss gerichtet, der für Bildung und Kultur zuständig ist. Darin macht der Konvent darauf aufmerksam, dass die aktuelle IT-Situation auch den Anforderungen an Datensicherheit nicht entspräche.

Im Schreiben heisst es, dass beispielsweise die IT-Abteilung der Kantonsschule Zug eine massive Zwangsschrumpfung aufweise. Die Mittel würden nicht mehr ausreichen, um die Sicherheit der Daten garantieren zu können.

IT-Abteilung soll sich um Infrastruktur kümmern

Im Rahmen des kantonalen Entlastungsprogramms 2015-2018 wurde zusammen mit einer eigens geschaffenen Arbeitsgruppe nach Kräften gesucht: So sollen beispielsweise diverse Weiterbildungen und Helpdesks, die von Lehrpersonen und Schülerinnen geleitet worden sind, organisiert worden sein. Dabei war der Fokus aber fast ausschliesslich auf die Bewirtschaftung von Lernsoftware und Hardware gerichtet.

Doch auch wenn die Lehrpersonen mit einem umfangreichen Ausbildungsangebot auf das Thema Datensicherheit sensibilisiert und geschult worden wären, wäre aus Sicht der Verfasser des Schreibens eine Sicherstellung des Datenschutzes unvorstellbar. Denn: «In grossen Konzernen und Verwaltungen kümmern sich üblicherweise ganze Abteilungen mit entsprechendem Fachwissen oder gar externe Firmen um die Datensicherheit», werden die Gedanken des Konvents der Kantonsschule Zug im Schreiben zitiert.

Das Thema und die Folgen, die das Ausbleiben einer funktionierenden Sicherheit haben könnte, soll ein Schreiben der kantonalen Datenschutzbeauftragten Yvonne Jöhri an alle Mitarbeitenden der kantonalen Schulen deutlich gemacht haben. So geht es um den Schutz sensibler Inhalte wie Noten und Informationen zur Krankengeschichte der Schülerinnen. Normalerweise sollen nur ausgewählte Geräte einen Zugriff auf genannte Dokumente haben. Und dies funktioniere bei den Zuger Schulen nicht, so die Lehrerschaft.

Geld aus dem eigenen Portemonnaie? Bitte nicht.

Ein weiterer Dorn im Auge sind den Erstellerinnen des Schreibens die finanziellen Aufwände, die ihnen durch die Beschaffung privater Geräte entstehen. Der Kanton Zug habe sich nämlich dazu entschieden, ab diesem Schuljahr weder den Schülern ab dem 9. Schuljahr noch den Lehrpersonen Computerinfrastruktur zur Verfügung zu stellen.

Neu müssen diese ihre eigenen Endgeräte mitbringen – und das auch auf eigene Kosten. Zudem müssen diese auch gewisse Anforderungen erfüllen. Die ehemals professionell aufgesetzten Desktop-Computer, die bisher zur Verfügung standen, sollen entsorgt worden sein. Aufreger der Schreibenden dabei: Für die Anschaffung sowie den Unterhalt eines Geräts werden die Lehrpersonen 2021 mit maximal 250 Franken pro Jahr entschädigt.

Der Appell ist klar: Die für die IT zuständigen Gremien sollen sich um die notwendigen personellen und infrastrukturellen Ressourcen kümmern, sodass die Lehrpersonen die vorgegebenen Datenschutzrichtlinien umsetzen können.

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5 Kommentare
  1. Augen auf, 03.11.2020, 16:30 Uhr

    Datenschutz an Schulen.
    Und Microsoft verwenden. Was für ein gewaltiger Wiederspruch. Gezahlt wird mit den vertraulichen Daten der Schüler und Lehrer.
    Es gibt genügend Open-Source und datenschutzfreundliche Lösungen. Microsoft und Apple sind nicht die einzigen Produkte. Schüler/Lehrer sollten lernen, dass das Universum noch ein wenig grösser ist…

    1. Guellemaetteli, 05.11.2020, 13:05 Uhr

      Ich habe heute meinen Raspberry Pi 400 PC in betrieb genommen und nach Raspberry Pi OS werde ich nun Ubuntu (20.10) für Raspberry Pi testen. Schön dass es in diesem Kanton noch andere gibt, die sich für nicht winzigweiche Lösungen einsetzten.

  2. Guellemaetteli, 31.10.2020, 16:26 Uhr

    Ach ja, ich erlaube mir mein Pseudonym, das vielen bekannt ist zu deklarieren: Guellemaetteli setzt sich aus den zwei Namen Jauch(e) = ursprüngliches Urnergeschlecht und Matthias (Mätteli) zusammen, welches ich freimütig mit eine natürlich gedüngten Wiese in Verbindung bringe.

  3. Guellemaetteli, 31.10.2020, 16:11 Uhr

    Zusatz: Gerne stehe ich gegenüber zentralplus dazu Red und Antwort. Sie haben meine Kontaktdaten.

  4. Guellemaetteli, 31.10.2020, 16:06 Uhr

    Zur Situation:
    „Der Lehrerkonvent in Zug ist sauer. In einem Schreiben an die Bildungsdirektion des Kantons Zug macht er auf die mangelnde Infrastruktur an Zuger Schulen aufmerksam – und fordert den Kanton in Sachen Datenschutz zum Handeln auf.“
    Ein völlig unsinniges Verlangen. Warum? Weil die ICT-Verantwortlichen des Kantons Zug diesbezüglich völlig überfordert (ja, unfähig) sind. Leere Worte? Nein!
    Begründung: Ich habe dieses Jahr zigfach insistieren müssen um eine äusserst fragwürdige Technologie der ICT des Kantons Zug umgehen zu können.

    Technologische Grundlage: https://www.adobe-newsroom.de/2019/03/26/adobe-microsoft-und-linkedin-kooperieren-fuer-die-intensivierung-accountbasierter-experiences/
    und die daraus resultierenden Folgen.

    Adeessierte Personen: Herr Heinz Tännler und Herr Felix Schuler. Meines Erachtens sind diese mit dieser situation gerade dilettantisch überfordert. 1984 lässt grüssen.

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