Leerer Parkplatz beim Inseli: Stadt ist für Zwischennutzung offen
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(Bild: uus)

Kaum Cars wegen Corona Leerer Parkplatz beim Inseli: Stadt ist für Zwischennutzung offen

4 min Lesezeit 2 Kommentare 15.09.2020, 18:28 Uhr

Während des Sommers war der Carparkplatz beim Luzerner Inseli meist fast komplett verwaist und dies dürfte auch über den Winter so bleiben. Deshalb wäre die Stadt bereit, Zwischennutzungen verschiedenster Art zu prüfen. Doch es gibt einige Hindernisse zu überwinden.

Wer diesen Sommer regelmässig beim Carparking auf dem Luzerner Inseli vorbeiging, sah nicht selten eine fast komplett leere Asphaltfläche. Teilweise war nicht ein einziger Reisebus zu sehen. Trotzdem wurde auf dem Platz weder eine Sitzbank noch eine Blumenkiste installiert.

Das mag einigermassen erstaunen, da auf den Parkfeldern für die Cars auf dem Löwenplatz innert kürzester Zeit ein Pop-up-Park mit Sitzgelegenheiten und viel Grün geschaffen wurde. Was ist da los? Ging das Inseli bei der Stadtverwaltung einfach vergessen?

SP-Politiker will handeln

«Beim Schwanenplatz und beim Inseli ist der Stadtrat zurückhaltender, da in der unmittelbaren Umgebung dieser Plätze grosszügige und teilweise begrünte Aufenthaltsflächen vorhanden sind und somit das Defizit an Freiflächen für die Bevölkerung an diesen Orten derzeit geringer ist als beim Löwenplatz», hielt die Stadtregierung in ihrer Antwort auf ein Postulat der SP fest.

Dennoch hat die Aussicht auf einen mittelfristig eher wenig belegten Inseliparkplatz SP-Grosstadtrat Mario Stübi auf den Plan gerufen. «Nach der Abstimmung über das carfreie Inseli versprach der Stadtrat, eine Zwischennutzung ins Leben zu rufen, sobald die Cars weg sind. Die spezielle Situation in diesem Sommer hätte eigentlich die ideale Möglichkeit geboten», sagt er in Richtung Stadthaus.

Stübi überlegt sich deshalb, im Namen der SP-Fraktion im Stadtparlament eine Anfrage an den Stadtrat zu stellen, wie dieser eine alternative Nutzung des Inseliparkplatzes in den kommenden Monaten beurteilt. «Wir befürchten, dass eine mögliche Zwischennutzung vergessen gehen könnte», führt Stübi aus. Das Credo laute: «Jetzt oder nie.»

Ein Skatepark oder Spielplatz?

Bei der Stadt sei man grundsätzlich offen für Vorschläge zur alternativen Nutzung des Inseliparkplatzes, schreibt Mario Lütolf, Leiter der Dienstabteilung Stadtraum und Veranstaltungen, auf Anfrage. «Wir planen derzeit aber nicht, das Inseli selber zu bespielen.» Eine Projektidee sei im August hingegen von der Juso Stadt Luzern eingegangen. «Ziel wäre ein nicht-kommerzieller Anlass, bei welchem aufgezeigt wird, was auf dieser Fläche entstehen könnte», so Lütolf.

Vorgeschlagen habe die Juso etwa einen kleinen Skatepark, einen Kinderspielplatz, mobile Graffitiwände und einen offenen Grill als erste Ideen. Die Anfrage, ursprünglich für September gedacht, sei zwischenzeitlich aber auf Mitte Oktober verschoben worden.

Bahnersatzbusse im November

Inwiefern eine Zwischennutzung in den kommenden Monaten tatsächlich möglich ist, ist laut Lütolf aber schwer vorauszusehen. «Grundsätzlich offen für Vorschläge, müsste auf die Erfordernisse des noch bestehenden Tourismus- sowie des Fernbusverkehrs ab Luzern Rücksicht genommen werden.»

Denn nach wie vor sei der Parkplatz ein Ein- und Aussteigeort für die konzessionierten Fernbuslinien, die Luzern auf ihren Routen durch Europa regelmässig anfahren. Hinzu komme, dass im November Bauarbeiten im Bahnhof stattfinden und Bahnersatzbusse auf dem Inseli halten müssten.

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Dass es bislang noch wenig Konkretes zu vermelden gibt, hat gemäss Lütolf auch damit zu tun, dass bis vor kurzem noch die Durchführung der «Määs» vom 3. bis 18. Oktober vorgesehen war. Diese wurde Ende August aber bekanntlich abgesagt (zentralplus berichtete). Sollte hingegen der Rudolf-Weihnachtsmarkt stattfinden, könnten die Veranstalter einen Antrag für die Nutzung eines Teils des Parkplatzes stellen.

Auch Containerbeizen wären möglich

Und was ist danach? Wäre es auch möglich, zum Beispiel über den Winter beheizte Container analog der Zwischennutzung auf dem Seetalplatz zu installieren und eine Beiz zu betreiben? Diese Frage kann Lütolf nur bedingt beantworten. «Es käme auf die Nutzungsform, die konkreten Ansprüche und so weiter an. Abhängig von der Belegungsdauer gilt es insbesondere, die Bestimmungen der Baugesetzgebung zu beachten», hält er fest.

Aber auch diesbezüglich sei man generell empfänglich für Projektideen, müsste aber ein detailliertes Gesuch zur Beurteilung einfordern, das anschliessend mit den betroffenen Fachstellen wie dem Strasseninspektorat oder der EWL besprochen würde. Ob eine Zwischennutzung auf dem grauen Teil des Inseli mittelfristig realistisch ist und die durch Corona bedingte Situation für Experimente benutzt werden kann, steht derzeit also in den Sternen.

Auch etwas grössere Installationen wie hier auf der Brache Seetalplatz kann sich die Stadt vorstellen.

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2 Kommentare
  1. paul, 15.09.2020, 19:41 Uhr

    parkplätze aufheben! grüne wiese macjen. bitte kein schnick schnak. einfach, günstig, nutzbar schön.
    wird aber eher kompliziert, teuer und „sehr [email protected] so wie ich die luzerner kenne

    1. der parkplatzverderber, 16.09.2020, 16:21 Uhr

      chills…..da wird schon was cooles gemacht.

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