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Leere Pisten: «Es ist deprimierend»
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Skifahren macht auch im Frühling mächtig Spass. (Bild: Fotolia)

Skifahren an Ostern Leere Pisten: «Es ist deprimierend»

4 min Lesezeit 28.03.2015, 12:00 Uhr

Viele Skigebiete in der Zentralschweiz haben bis Ostern geöffnet. Die Betreiber schauen auf eine schlechte Saison zurück und hoffen auf einen Endspurt. Schnee hätte es zu Hauf – was fehlt, sind die Skifahrer.

Haben Sie die Ski oder das Snowboard schon «eingesommert»? Sehnen Sie sich nach warmen Frühlingstagen und hoffentlich sonnigen Ostern? Oder zieht es Sie nach dem durchzogenen Winter doch noch einmal in die Berge, um nochmal so richtig die Pisten runterzubrettern? Letzteres ist gar keine schlechte Idee, denn: Vielerorts in der Zentralschweiz sind die Pistenverhältnisse so gut wie kaum je diesen Winter.

Fast alle bis Ostern geöffnet

Was auch erfreulich ist: Die meisten Skigebiete haben bis und mit Ostermontag geöffnet, so dass einem österlichen Skispass eigentlich nichts im Wege stehen sollte. Nur auf dem Sattel-Hochstuckli und in Marbachegg sind die Lifte bereits seit dem 19. März geschlossen. Auf dem Gemsstock in Andermatt kann man auch in den Osterferien Ski fahren (bis 26. April), am längsten geöffnet haben die Titlisbahnen in Engelberg: Dort ist am 25. Mai Saisonende – dem Gletscher und der hohen Lage sei Dank.

«Der Schnee ist nach wie vor gut. Aber leider ist es sehr ruhig auf den Pisten.»

Martin Vogel, Sörenberg-Bahnen

Katzenjammer bei den Betreibern

Nebst dem reichlich vorhandenen Frühlingsschnee gibt es noch einen anderen Vorteil für spätberufene Pistenliebhaber: Es hat jede Menge Platz auf den Pisten ­– was für diejenigen, welche gerne langgezogene Carvingschwünge ziehen, ein Traum ist. Für die Bahnbetreiber hingegen ist es eher ein Alptraum. «Es ist traurig, dass niemand mehr kommt», bringt es Martin Vogel, Leiter Marketing und Projekte von den Sörenberg-Bahnen, unmissverständlich auf den Punkt. «Es ist für uns deprimierend, schliesslich ist der Schnee nach wie vor gut. Aber leider ist es sehr ruhig auf den Pisten.»

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Ähnlich tönt es in Andermatt. Dort stellt man seit einigen Jahren fest, dass viele Skifahrer bereits im November auf die Piste wollen, im März hingegen fast niemand mehr kommt. «Es ist speziell, dass die Leute so früh nicht mehr in den Schnee wollen, insbesondere, da die Verhältnisse jetzt viel besser sind als Anfang Saison», sagt Rolf Bissig, Leiter Administration der Skiarena Andermatt Sedrun. Das sei keine gute Entwicklung, fügt er an.

Sonderangebote sind wirkungslos

Hoffen nun alle auf einen Endspurt an Ostern und bieten entsprechende Sonderangebote an? Davon ist auf den Webseiten nichts zu sehen, die Betreiber sehen darin offenbar keinen Weg, die Misere etwas abzuschwächen. «Wer jetzt noch auf die Piste will, der ist herzlich willkommen. Wer nicht mehr Ski fahren will, könnte wahrscheinlich selbst mit einem Gratis-Ticket nicht mehr angelockt werden», sagt Ivan Steiner von der Stoosbahnen AG. Dabei seien die Schneeverhältnisse gut, es habe an den Nordhängen des Klingenstocks sogar noch Pulverschnee, versichert er.

Trübe Saisonbilanzen

Ebenso pessimistisch tönt es, wenn man nach der Saisonbilanz fragt. Zahlen sind zwar noch keine erhältlich, aber es ist klar, dass dieser Winter nicht gut war fürs Geschäft. «Wir hatten einen guten Februar, der Rest war schlecht», sagt Martin Vogel von Sörenberg. Auch auf der Klewenalp trauert man dem verpassten Weihnachtsgeschäft nach. «Der Anfang der Saison war schlecht», sagt der technische Leiter Paul Odermatt. Das Weihnachtsgeschäft könne man nicht mehr aufholen. Rolf Bissig bezeichnet die ablaufende Saison in Andermatt zwar nur als «leicht negativ» gegenüber dem Vorjahr, fügt aber an, dass dieses eben auch schon «nicht berauschend» gewesen war.

Auf dem Hoch Ybrig hat man bis Silvester einen Einbruch von 20 Prozent hinnehmen müssen. Gesamthaft sei man rund 6 Prozent unter dem Vorjahr, hiess es auf Anfrage. Auch auf der Frutt muss man diesen Winter unten durch: 6 bis 8 Prozent weniger Umsatz gab es diese Saison.

Einzige Ausnahme ist Engelberg: Gemäss Marketingleiter Peter Reinle sei man etwa 4 Prozent über dem Vorjahresergebnis. Das liegt vor allem an der hohen Lage des Skigebiets. «Darum konnten wir ab Mitte November bereits öffnen.» Auch an Ostern könne man noch bis ins Tal hinunter fahren, verspricht er. Das sind doch schöne Aussichten.

Überblick

Skigebiet geöffnet bis Saisonbilanz
Titlis 25. Mai ca. +4%
Andermatt 26. April «leicht negativ»
Sörenberg 6. April «schwierige Saison»
Klewenalp 6. April «durchzogen»
Stoos 6. April «schwierige Saison»
Sattel-Hochstuckli geschlossen keine Angaben
Hoch-Ybrig 6. April ca. –6%
Marbachegg geschlossen «gleich wie Vorjahr»
Melchsee-Frutt 6. April  –6 bis –8%

 

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