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Lasst die Kapellbrücke brennen!
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Der Sonntagabend in Zug: Der «Tatort» und dann ins Bett. (Bild: Montage jav)

Wir machen dem Luzerner «Tatort» ein Ende Lasst die Kapellbrücke brennen!

4 min Lesezeit 08.04.2018, 17:47 Uhr

Über die Nachfolge der Luzerner «Tatort»-Kommissare wird bereits breit spekuliert. zentralplus hat sich hingegen gefragt: Wie möchten wir uns von Flückiger und Ritschard verabschieden? Nett oder mit einem Knall? Sieben Ideen für ein fulminantes Ende.

Luzern befindet sich noch immer im Schockzustand: Der «Tatort» zügelt nach Zürich (zentralplus berichtete). Die Strassen sind getränkt von unseren Tränen, der Videorekorder läuft heiss unter all den «Tatort»-Wiederholungen und zuhause an den Pulten entstehen hasserfüllte Gedichte und Zeichnungen über Zürich und das SRF. Die Stadt Luzern erhält tausende Anfragen, ob man sein «Nein» zu «No Billag» noch in ein «Ja» ändern könne.

Nein, ganz ernsthaft, wir bedauern es tatsächlich. Um uns also vom Schmerz abzulenken, haben wir uns in ein Brainstorming geflüchtet. Dabei wurde schnell klar: Auch auf der anderen Seite wird der Abschied nicht leicht fallen. Um sich von einer so wahnsinnig schönen, historisch relevanten und freundlichen Stadt zu verabschieden, braucht es einen klaren Cut.

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Wir bieten hiermit sieben sexy Vorschläge für ein spektakuläres Ende des «Tatorts» in Luzern. Interessierte Drehbuchautoren und Regisseure dürfen sich direkt an die Redaktion wenden.

#1 Die Havarie

In Luzern kennt man sich aus mit Schiffli-Versenken. Und Flückiger ist bekannterweise ein passionierter Segler. Somit ist das perfekte Ende eigentlich schon geschrieben.

#2 Der Brand

Um der Dramatik des Moments genügend Wumms zu verleihen, kann man auf historische Ereignisse in der Stadt Luzern zurückgreifen. Man nimmt zum Beispiel das Drama aus dem Jahr 1993: Die Kapellbrücke brennt.

In einem aktuellen Krimi-Kontext lässt sich ein solches Drama durch den Massentourismus perfekt in Szene setzen. Man nehme einen durchgeknallen Wutbürger, der die Leuchtenstadt in ihrem Herzen treffen will, und vor allem will er möglichst viele Opfer: Die Kapellbrücke gerät in seinen Fokus und er plant, diese in die Luft zu sprengen.

So geschieht es. Als Flückiger und Ritschard den Sprengstoff entdecken, ist es bereits zu spät. Die Kapellbrücke fliegt mit den beiden Kommissaren in die Luft. Die Flammen lodern so hoch wie der Wasserturm, brennende Holzbretter fliessen die Reuss hinunter. Ende.

#3 Das Spiegel-Märchen

Bei einer Ermittlung gegen einen Zauberer schnüffeln Ritschard und Flückiger im Gletschergarten umher und gelangen bei einer wilden Verfolgungsjagd durch das Museum ins Spiegellabyrinth. Sie werden darin vom Zauberer verwirrt und verlaufen sich gottsjämmerlich zwischen den Spiegeln. Verzweifelt versuchen sie, den Ausweg zu finden, Flückiger wird hysterisch und hyperaktiv und Ritschard wiegt sich verstört in einer Ecke hin und her.

Ein typisch fieses Märchen-Ende: Und vielleicht irren sie noch heute im Spiegellabyrinth herum.

#4 Die Liebe in der Südsee

Die Liebe hat sich angekündigt. Bei Flückiger wird’s ernst mit seiner Angebeteten Eveline und auch bei Liz Ritschard zeigt sich die Frau für’s Leben. Während der Aufklärung eines aufwühlenden Falls über ein Familiendrama erkennen Ritschard und Flückiger, was ihnen wirklich wichtig ist. Gemeinsam treten sie vor Mattmann und kündigen ihren Job für die Liebe.

Flückiger und Eveline ziehen sich für die erste gemeinsame Zeit auf das «Traumschiff» zurück. Doch auch hier gibt es immer wieder spannende Fälle zu lösen und schnell wird Flückiger an Bord in aufregende Ermittlungen hineingezogen. Mit Heiratsschwindlern und Taschendieben und so. Liz und ihre Freundin ziehen derweil aufs Land und widmen sich dem Aufbau eines eigenen Hofs. Bald jedoch wird es Liz zu ruhig und sie heuert bei einem lokalen Bestatter an.

#5 Der chinesische Car

Ein Mordfall bei Bucherer führt Kommissar Flückiger in seinen Ermittlungen an den Schwanenplatz. Der chinesische Top-Agent Jackie Peng verfolgt Flückiger zwischen den Cars hindurch und genau in dem Moment, als sich der Touristentransporter in Bewegung setzt, befördert der Agent den Luzerner Kommissar mit einem Roundhouse-Kick unter das Fahrzeug. Tod durch Touristen-Car.

#6 Die Beförderung

Aktuell wird in Zug ein neuer Polizeichef gesucht – Karl Walker geht in den Ruhestand (zentralplus berichtete). Einer mit Erfahrung, einer aus der Region wäre ideal für die Nachfolge. Flückiger bewirbt sich und punktet im Bewerbungsverfahren mit seinem einnehmenden Charme, seiner Wortgewandheit und mit der jahrelangen Polizeiarbeit in Luzern. 

Ritschard hingegen will sich politisch engagieren. Sie kauft sich einen Haufen schlecht sitzender Anzüge und Krawatten und wird tatsächlich im März 2019 in den Luzerner Regierungsrat gewählt. Und das als Frau! Eine unfassbare Wendung mit politischer Brisanz.

#7 Die Sparmassnahme

Der Kanton Luzern muss sparen. Sparen. Sparen. Und selbstverständlich wird auch bei der Polizei gespart. Der «Tatort» ist ja bekannt dafür, aktuelle Themen, regionale Probleme und Geschehnisse aufzugreifen.

Und so werden Flückiger und Ritschard einfach weggespart. Ausradiert. Verschwindibus.

 

Wer sich wundert, weshalb oft nur Kommissar Flückiger umkommt: Wir würden Ritschard gern behalten. Wenn’s ginge.

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