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Durchgangsbahnhof Luzern Lässt sich die Zentralschweiz über den Tisch ziehen?

2 min Lesezeit 04.10.2017, 11:31 Uhr
Niemand bestreite mehr, dass die Beseitigung der drei Einspurabschnitte auf der Bahnarterie Zürich-Zug-Luzern und der Durchgangsbahnhof Luzern nötig seien, schreibt Pro Bahn Zentralschweiz in einer Mitteilung. Doch die Kritik an der Planung überwiegt.

Nach einem ersten Studium der Vernehmlassungsunterlagen kommt Pro Bahn Zentralschweiz in Bezug auf den für die Zentralschweiz matchentscheidenden Ausbau der Bahnarterie ZH-ZG-LU inkl. Durchgangsbahnhof Luzern zu den folgenden Schlussfolgerungen:

  • Die Finanzierung des Durchgangsbahnhofes Luzern durch den Bund sei eher unwahrscheinlich. Wer die diesbezüglichen drei Kapitel 2.1.10/2.3.2/2.6.1 gründlich studiere, könne zu keinem anderen Schluss kommen. Ein Zitat aus dem Kapitel 2.1.10 bringt das deutlich zum Ausdruck:

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Die Kantone tragen dabei das finanzielle Risiko: Nach geltendem Recht darf ihre Beteiligung weder in der Bau- noch in der Betriebsphase zu einer Mehrbelastung des Bundes führen (Artikel 58b Absatz 3 EBG). Eine nachträgliche Erstattung der Investitionsbeiträge durch den Bund ist mit den heutigen Bestimmungen im EBG nicht möglich. Für eine allfällige spätere Übernahme dieser Investitionskosten durch den Bund müssten zuerst die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen werden.»

  • Zwar werde das Angebot ins Auge gefasst, die Projektierung im Rahmen des AS 2035 zu finanzieren. Aber das sei ein «Buebetrickli» – denn das Geld für die Projektierung sei schon im Ausbauschritt 2025 vorhanden.

  • Im Kapitel 5.10.1 des Berichtes zur Bewertung der Module werden die untersuchten Module aufgeführt und erläutert, inkl. Preisschild. Ein Modul mit dem Ausbau der Stammstrecke zwischen Horgen und Baar («Zimmerberg light»), dem Tiefbahnhof Luzern und den weiteren zugehörigen Massnahmen zwischen Baar und Cham suche man jedoch vergebens. Dafür werde ein geradezu groteskes Modul bis und mit Sensitivitätsanalyse untersucht: nämlich nur der Durchgangsbahnhof mit einigen weiteren Ausbauten – aber ohne Beseitigung der Einspurabschnitte zwischen Horgen und Baar. Der Eindruck entstehe, dass das Ergebnis zum vorneherein schon feststand: der Zimmerberg Basistunnel II für 2.2. Milliarden sei ein Muss. Und dann habe es halt keinen Platz für den Durchgangsbahnhof Luzern.

  • Immerhin habe nicht zuletzt der öffentliche Druck dazu geführt, dass dem Zimmerberg light ein Exkurs im erläuternden Bericht zuteil werde. Die inzwischen notorische Behauptung, dass der ZBT II und ZBL gleich teuer seien, werde aber auch in diesem Exkurs wiederholt, aber nicht mit harten Zahlen belegt. Es sei und bleibe eine unbelegte Behauptung.

Zusammenfassend heisst es in der Mitteilung von Pro Bahn Zentralschweiz: «Es ist schwierig, sich des Eindruckes zu erwehren, dass die Zentralschweiz über den Tisch gezogen werden soll. Es liegt nun an den Kantonsregierungen und allen politischen Kräften der Zentralschweiz, dies zu verhindern, auf dass die Zentralschweiz nicht für weitere 20 Jahre das Nachsehen hat.»

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