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Ladenöffnungszeiten: Gewerkschaften schiessen scharf
  • Politik
In Tourismuszonen wie hier am Schwanenplatz dürfen die Läden länger geöffnet haben. (Bild: les )

Wunsch der City Vereinigung Luzern gibt zu reden Ladenöffnungszeiten: Gewerkschaften schiessen scharf

2 Min 01.05.2018, 17:52 Uhr

Der neue Präsident der City Vereinigung Luzern möchte die Ladenöffnungszeiten leicht anpassen. Bei den Gewerkschaften befürchtet man jedoch bereits eine Totalliberalisierung und greift zum verbalen Zweihänder. Den Start in sein Amt hatte sich Josef Williner wohl anders vorgestellt.

«Ausgerechnet zum 1. Mai prescht der neue Präsident der City Vereinigung (CVL) Josef Williner mit den ewig gleichen Forderungen nach längeren Ladenöffnungszeiten vor.» Dies geht aus einer Mitteilung des Luzerner Gewerkschaftsbundes hervor.

Williner erklärte zu seinem Amtsantritt, dass man eine moderate Erhöhung der Ladenöffnungszeiten anstreben wolle. So brachte er ins Spiel, dass die Läden am Samstag bis 18 Uhr geöffnet bleiben dürfen (zentralplus berichtete). 

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«Dem neuen Präsidenten ist ein veritabler Fehlstart gelungen.»

Martin Wyss, LGB-Präsident

Das kommt bei den Gewerkschaften gar nicht gut an. «Josef Williner setzt auf Konfrontation statt auf Dialog mit den Sozialpartnern», bedauert Martin Wyss, Präsident des Luzerner Gewerkschaftsbundes (LGB).

Redlichkeit der City Vereinigung in Frage gestellt

Im vergangenen Herbst gab es einen runden Tisch zum Thema Ladenöffnungszeiten – einberufen von Regierungsrat Paul Winiker. «Das einseitige Vorpreschen von Herr Williner zerstört das ohnehin schon geringe Vertrauen in die Redlichkeit der City-Vereinigung», erklärt Wyss. Die Gewerkschaften hätten sich bereit erklärt, am runden Tisch über die bestehenden Probleme zu diskutieren. Dass nun der Weg an die Medien gewählt wurde, stösst Wyss sauer auf. Sein Fazit: «Dem neuen Präsidenten ist ein veritabler Fehlstart gelungen.»

Stimmvolk hat drei Mal Nein gesagt

Eine Verlängerung der Ladenöffnungszeiten muss dem Stimmvolk des Kantons Luzern unterbreitet werden, wie das Justiz- und Sicherheitsdepartement auf Anfrage mitteilt. Bisher fanden im Kanton Luzern drei Abstimmungen statt, die allesamt verworfen wurden. 2006, 2012 und 2013 sagte das Stimmvolk zu unterschiedlichen Lockerungen Nein. Bei der letzten Abstimmung wurde eine weitgehende Liberalisierung mit 68 Prozent Nein-Stimmen verworfen.

Sonderregelungen gibt es in der Stadt Luzern für Geschäfte, welche stark vom Tourismus abhängig sind. So dürfen etwa die Uhren-Geschäfte am Schwanenplatz länger geöffnet haben. Wer genau von diesen Sonderregelungen profitieren darf, wird aktuell diskutiert.

In der Mitteilung kritisiert der Gewerkschaftsbund auch, dass der runde Tisch nur ein Vorwand sei. «Die CVL muss diese Salamitaktik hin zur Totalliberalisierung der Ladenöffnungszeiten endlich aufgeben», heisst es. «Diese Gelüste sind allgemein bekannt», ergänzt Wyss.

Bauschen die Gewerkschaften ein Thema auf?

Doch bezwecken die Gewerkschaften damit nicht, auf Vorrat längere Ladenöffnungszeiten zu bodigen? Williner hat in seinem Antritts-Interview gar nicht von einer Totalliberalisierung gesprochen. Zudem sind die Forderungen alles andere als neu (zentralplus berichtete). Da drängt sich die Frage auf: Sind es nicht eher die Gewerkschaften, welche nun schwarz malen und durch eine scharf formulierte Mitteilung auf Konfrontation gehen? 

Martin Wyss lässt das nicht gelten. «Am runden Tisch wurde klar vereinbart, dass man nicht in der Öffentlichkeit Probleme bewirtschaften wolle», erklärt er. «Die konkreten Probleme sollen gemeinsam mit den Sozialpartnern besprochen werden.» Dass sich die Arbeitnehmerverbände gewissen Einverständnissen gegenüber durchaus offen zeigen, belege die Tatsache, dass man überhaupt zu Gesprächen bereit sei. Ganz verschlossen zeigt man sich längeren Öffnungszeiten also nicht. Aber: «Es macht keinen Sinn, an einem runden Tisch etwas zu vereinbaren, wenn sich die eine Seite nicht daran halten will.»

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