Kurios: 22 Blitzer stehen in der Stadt Luzern – 0 auf der Landschaft
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Solche Blitzer sind ausschliesslich in der Stadt Luzern installiert. (Bild: les)

Ein Blick zurück löst das Rätsel Kurios: 22 Blitzer stehen in der Stadt Luzern – 0 auf der Landschaft

3 min Lesezeit 1 Kommentar 14.02.2021, 16:01 Uhr

Alle fix installierten Radaranlagen des Kantons Luzern befinden sich in der Stadt. Nicht, weil auf der Landschaft braver gefahren wird, wie ein Blick in die Geschichte zeigt. Was zu diesem kuriosen Umstand geführt hat.

In der Stadt Luzern herrscht Blitzgefahr. Wo in Luzern Radaranlagen aktiv sind, soll in absehbarer Zukunft öffentlich einsehbar sein (zentralplus berichtete). Klar ist schon jetzt: Die Liste wird extrem stadtlastig ausfallen.

Tatsache ist, dass im gesamten Kanton Luzern 29 fix installierte Blitzkästen existieren. 7 davon befinden sich auf Abschnitten der Autobahnen A2 und A14. Die restlichen 22 stehen ausnahmslos alle auf Stadtgebiet. Weder in den regionalen Zentren wie Sursee, Willisau oder Hochdorf noch sonstwo auf der Landschaft ist ein solcher Kasten installiert.

Wie kommt das?

Verschiedene Philosophien

Um zu verstehen, wie dieses vermeintliche Ungleichgewicht zustande kam, muss man mindestens zehn Jahre zurückblicken. Damals fusionierte die Kantonspolizei mit der Luzerner Stadtpolizei zur heutigen Luzerner Polizei. Zuvor lag die politische Führung der Stadtpolizei beim Stadtrat. Und damit ist man der Lösung des Rätsels bereits sehr nahe.

«Die Regierung des Kantons Luzern hat sich jeweils gegen fix installierte Radaranlagen ausgesprochen. Anders der Stadtrat.»

Christian Bertschi, Mediensprecher Luzerner Polizei

Wie bei vielen Dingen hatten der Luzerner Stadtrat und die Kantonsregierung andere Philosophien, was Geschwindigkeitskontrollen betrifft. «Die Regierung des Kantons Luzern hat sich jeweils gegen fix installierte Radaranlagen ausgesprochen. Anders der Stadtrat von Luzern», heisst es bei der Luzerner Polizei auf Anfrage.

Während in der Stadt an diversen neuralgischen Punkten Radaranlagen installiert wurden, setzte man beim Kanton auf bemannte Geschwindigkeitskontrollen. Als die Stadtpolizei 2010 in die Kantonspolizei integriert wurde, übernahm letztere zwar die 22 Blitzer, neue kamen aber nicht hinzu.

Somit stammen alle Blitzer in der Stadt noch aus der Zeit vor der Polizeifusion. In den letzten Jahren wurden diese jedoch durch technisch erneuerte Geräte ersetzt, wie die Luzerner Polizei ausführt.

Mobile Anlagen und bemannte Kontrollen

Wer nun meint, auf dem Land könne man hemmungslos aufs Pedal drücken, irrt. Zum einen verfügt der Kanton über drei mobile Radaranlagen, die überall im Kanton zum Einsatz kommen können, wie es seitens der Polizei heisst.

«Es sind fast täglich bis zu vier bemannte Radargeräte im Einsatz, die an einem Tag an verschiedenen Orten eingesetzt werden können.»

Christian Bertschi, Mediensprecher Luzerner Polizei

Zudem führe die Verkehrspolizei fast täglich bemannte Radarkontrollen auf Stadt- und Kantonsgebiet durch. Über die genaue Anzahl werde keine Statistik geführt, wie es auf Anfrage heisst. «Es sind fast täglich bis zu vier bemannte Radargeräte im Einsatz, die an einem Tag in unterschiedlichen Zeitabständen an verschiedenen Orten eingesetzt werden können», erklärt Mediensprecher Christian Bertschi.

Auf der Landschaft kein Thema

Seitens des Kantons gab und gibt es demnach keine Bestrebungen, weitere Blitzer ausserhalb des Stadtgebietes zu installieren. Und auch bei den Gemeinden selbst sind Radaranlagen kein Thema, wie eine Umfrage zeigt.

In der Stadt Sursee, die derzeit rasant wächst, seien Radaranlagen bisher nie aufs politische Parkett gekommen, wie es beim Stadtrat auf Anfrage heisst. Auch in Willisau sei noch niemand auf die Idee gekommen, wie Stadtpräsident André Marti mitteilt. Gemäss langjährigen Verwaltungsangestellten sei dies zumindest in den vergangenen drei Dekaden nie in Erwägung gezogen worden.

«Selbstverständlich wird auch hier ab und zu mobil kontrolliert», hält Marti fest. Zudem stelle die Stadt Willisau in der Altstadt – wo eine 20er-Zone gilt – ab und zu die mobile Station auf, welche den Verkehrsteilnehmern mit der «Smiley-Anzeige» signalisiert, ob man die zulässige Geschwindigkeit einhält.

Blitzlichter wird man aber auch weiterhin vor allem in der Stadt fürchten müssen. Immerhin: Von den 22 Anlagen sind jeweils höchstens sieben gleichzeitig in Betrieb.

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1 Kommentare
  1. Dominic Schmid, 15.02.2021, 09:50 Uhr

    Die Aussage, es wären seit der Fusion der Stapo & Kapo keine weiteren Blitzer instaliert worden, stimmt nicht ganz.
    An der Rothenstrasse vom Seetalplatz kommend Richtung Littauerboden auf der rechten Seite steht seit dem Neubau der Strasse (ca 2016/2017) ein festinstalierter Blitzkasten.

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