Kultur

Rezension zur Ausstellung «Dreimaldreimaldrei»
Kunst hoch drei in der Kunsthalle Luzern

  • Lesezeit: 3 min
Neben vielen Malereien und Fotografien sind auch dreidimensionale Arbeiten wie «Individual» von Barbara Davi (*1971) ausgestellt.
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Neben vielen Malereien und Fotografien sind auch dreidimensionale Arbeiten wie «Individual» von Barbara Davi (*1971) ausgestellt. (Bild: Joke Lustenberger)

Anstelle eines Tages der offenen Ateliertüren bittet die Kunsthalle Luzern Künstlerinnen mit einem Bezug zur Zentralschweiz in ihre Räumlichkeiten. Die eingeladenen Kulturschaffenden dürfen je drei Objekte aus ihrem Atelier mitbringen und ausstellen.

Eigentlich hätte im Herbst 2021 die Veranstaltung «Grüsse aus den Ateliers» die Menschen in die Werkstätten von Luzerner Künstlern locken sollen. Dieser Anlass wird nun voraussichtlich um ein Jahr verschoben. Doch verzichten auf einen Einblick in die Arbeit von lokalen Kunstschaffenden muss man trotzdem nicht. In der Ausstellung «Dreimaldreimaldrei» stellen Künstler mit einem Bezug zur Zentralschweiz Gegenstände aus ihren Ateliers in der Kunsthalle aus.

Die Ausstellung «Dreimaldreimaldrei» wurde kuratiert von Corinna Holbein, Michael Sutter und Shannon Zwicker, die zusammen das Team der Kunsthalle Luzern bilden. Die drei Kuratoren haben je neun Kunstschaffende ausgewählt, wodurch eine Zusammenstellung aus 27 verschiedenen zeitgenössischen Positionen aus der Zentralschweiz entstand. Neben der Zeichnung und der Malerei sind auch Videokunst, Druckgrafik, Textil und Objektkunst in der Ausstellung präsent.

Künstlerinnen mit Bezug zur Zentralschweiz

Unter der Auswahl, welche die Kuratierenden treffen mussten, sind je drei Kunstschaffende aus der Basis-Dokumentationstelle, einer Plattform der Kunsthalle, auf welcher Portfolios von Zentralschweizer Künstlern gesammelt werden, drei bereits etwas etablierte und drei junge Kunstschaffende. Ein wichtiges Kriterium bei der Wahl der Künstlerinnen war der Bezug zur Zentralschweiz, welche die Kunstschaffenden dadurch, dass sie in der Region arbeiten oder leben, studiert haben oder in anderer Form präsent waren, aufweisen mussten.

Die 27 Künstler bekamen den Auftrag, ein Kunstwerk, einen Gegenstand und eine Verpackung, welche für den Transport ihrer Werke verwendet wurde, aus ihrem Atelier in die Kunsthalle zu bringen. Nun hängen an der Wand der Kunsthalle 27 Werke, auf Tischen sind 27 Gegenstände aufgestellt und im Kabinett wurde mit den 27 Verpackungen eine begehbare Installation errichtet.

Plattform für lokale Kunstschaffende

Unter den Werken ist zum Beispiel das Video «out oft he dark» von Anaïs Bucher (*1972). Die Künstlerin hat spontan eine Situation festgehalten, welcher sie in ihrem Alltag begegnete. In einem dunklen Park, der sich bei genauerem Betrachten als jener beim Löwendenkmal herausstellt, macht der Lichtkegel einer Laterne die Schneeflocken, die gleichmässig vom Himmel fallen, sichtbar. In unmittelbarer Nähe des Orts, an welchem das Video entstanden ist, erhält die Arbeit der Künstlerin eine besondere Bedeutung.

Die Kunsthalle Luzern schafft es nicht ganz, die Stimmung, die in den Ateliers der Künstler herrscht, in den Ausstellungsraum zu bringen. Besucher erhalten keinen Einblick in die Räume, in denen künstlerische Ideen entworfen und umgesetzt werden. Dafür veranschaulicht die Kunsthalle auf kleinem Raum den Reichtum des kreativen Schaffens der lokalen Kunstszene und erfüllt damit die wichtige Aufgabe, die Arbeit der Künstlerinnen sichtbar zu machen, welche im letzten Jahr keine Plattform dazu bekommen haben.

Und Atelieratmosphäre kommt in der Ausstellung trotzdem auf, denn auch wenn die Kunsthalle nicht vollgestellt ist mit Werkzeugen, Notizen und Skizzen von Kunstschaffenden, dauert es eine Weile, bis man sich in der grossen Vielfalt der im Raum ausgestellten Werke zurechtfindet.

«Dreimaldreimaldrei» – Kunsthalle Luzern

Die Ausstellung ist vom 7. November bis zum 19. Dezember 2021 zugänglich. Begleitet wird sie durch Veranstaltungen wie einem «get together» mit Drinks, Musik und Radio Sentimental am 26. November 2021 und einem Videoscreenig von «lievito madre» in Anwesenheit der Künstlerin Sara Stäuble (*1988). Abgeschlossen wird die Ausstellung mit einer durch performative Beiträge der Stiftung Alma und Dominik Lipp (*1974) bereicherte Vernissage.

Weitere Informationen zur Ausstellung, zu den Veranstaltungen sowie ein Überblick über alle ausstellenden Künstlerinnen sind hier zu finden.

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