Kulturförderung steht vor ungewisser Zukunft
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Unter anderem der Südpol in Kriens wurde von der regionalen Kulturförderung unterstützt.

Luzern: Immer mehr Gemeinden steigen aus Kulturförderung steht vor ungewisser Zukunft

2 min Lesezeit 03.02.2020, 16:11 Uhr

Die Regionalkonferenz Kultur Region Luzern (RKK) unterstützt seit Jahren diverse Kulturinstitutionen im Raum Luzern. Doch immer mehr Gemeinden ziehen sich wegen Geldmangels zurück. Der Ebikoner Gemeindepräsident fordert deshalb ein Umdenken.

Diverse Kulturinstitutionen im Raum Luzern wie der Südpol oder das Museum Bellpark in Kriens werden seit 2008 jährlich von der Regionalkonferenz Kultur (RKK) mit insgesamt rund einer Million Franken gefördert. Der Organisation sind mehrere Gemeinden aus der Agglomeration angeschlossen, die einen Beitrag in den Förderfonds zahlen. Gut 10 Millionen Franken konnten in den vergangenen Jahren so in diverse kulturelle Projekte investiert werden.

Doch bei der RKK läuft es nicht rund. Aufgrund finanzieller Engpässe haben seit 2016 sieben Kommunen den Austritt aus der RKK erklärt. Per Ende 2019 ist auch Ebikon ausgestiegen, weshalb die Organisation zunehmend auf wackeligen Beinen steht.

Das Problem der Trittbrettfahrer

«Die Gemeinde Ebikon begründet dies damit, dass die Kulturlasten unter den Kommunen mittlerweile sehr ungleich verteilt seien», schreibt die RKK in einer Mittelung. So würden viele Gemeinden zwar vom hervorragenden Kulturangebot in der Region Luzern profitieren, seien aber nicht bereit dafür zu bezahlen. Einige seien gar nie Mitglied gewesen, andere hätten sich «entsolidarisiert».

«Vor diesem Hintergrund sei die Gemeinde Ebikon auch in Anbetracht ihrer eigenen prekären Finanzlage künftig nicht mehr bereit, die RKK zu alimentieren», hadert man bei der Organisation.

Die Problematik habe man aber erkannt und in Zusammenarbeit mit dem Gemeindeverband LuzernPlus im vergangenen Jahr einen Prozess gestartet, um ein Finanzierungsmodell zu entwickeln, welches alle Gemeinden im Einzugsgebiet einbindet. Um eine möglichst optimale Lösung zu erreichen, möchte die RKK als nächstes die Diskussion mit dem Kanton aufnehmen, heisst es in der Mitteilung.

Wie soll regionale Kultur finanziert werden?

Der RKK- und Ebikoner Gemeindepräsident Daniel Gasser ist überzeugt, dass es weiterhin eine regionale Kulturförderung braucht. «Unsere Region verfügt über ein hervorragendes Kulturangebot, welches für alle Gemeinden einen wichtigen Standortvorteil darstellt.» Die Politik stelle sich deshalb nicht die Frage, ob es dieses Angebot braucht, sondern wie diese angemessen alimentiert werden kann, so Gasser.

Letztlich gehe es um nicht weniger als einen fairen Kulturlastenausgleich in der Region Luzern. «Sollte ein neues solidarisches Modell zustande kommen, würde auch Ebikon weiterhin zur kulturellen Verantwortung stehen», lässt sich Gasser zitieren.

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