Kultur
Luzerner Fasnacht muss umdenken

Telefonbuch-Aus: So geht es mit dem Fötzeliregen weiter

Der Fötzeliregen begeistert jung und alt – und kommt vielleicht künftig in neuem Kleid daher. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Eine Ära geht zu Ende: Das Telefonbuch wird nach 142 Jahren nicht mehr gedruckt. Und bringt damit eine Tradition der Luzerner Fasnacht in Bedrängnis. Den Fötzeliregen.

142 Jahre lang sind private Telefonnummer in einem gedruckten Telefonbuch erschienen. Wie Localsearch mitteilt, ist damit nun Schluss: Private Telefonnummern werden nur noch online veröffentlicht. Immer weniger Leute hätten überhaupt eine Festnetznummer und immer mehr fühlen sich ob Werbeanrufen belästigt. Die Folge: Die Zahl der Nummern im Telefonbuch nimmt ab.

Besondere Bedeutung für die Luzerner Fasnacht

Dem Telefonbuch trauern jedoch nicht nur Nostalgiker und Personen ohne Internetzugang nach – sondern auch die Fasnächtler aus Luzern. Denn die Schnipsel für den traditionellen Fötzeliregen auf dem Kapellplatz werden aus alten Telefonbüchern hergestellt.

Dafür werden jedes Jahr rund 250 Kilogramm Bücher verarbeitet, wie Martin Dudle von der Zunft zu Safran «Pilatus Today» erzählt. Deren Papier eigne sich dafür optimal: die Schnipsel kleben nicht aneinander, haben ein gutes Gewicht und drehen sich gut in der Luft.

Das Telefonbuch-Aus hat die Zunft zu Safran bereits befürchtet: Vor einigen Jahren habe sie einen Vorrat angelegt. In diesem lagern noch Telefonbücher für gut vier Fötzeliregen. Auch für danach hat die Zunft eine Lösung parat. «Wir werden ein spezielles Papier verwenden. Es ist wie Seidenpapier, nur ein bisschen stabiler – also ähnlich wie ein Telefonbuch.»

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