Kultur
«Éclats de Folie» im Theater Casino Zug

Stéphanie D’Oustrac und das Ensemble Amarillis begeistern

Das beeindruckende Ensemble Amarillis (Bild: Yan Dyver) (Bild: )

Die auf Barock spezialisierte Mezzosopranistin und das Ensemble Amarillis unter der Leitung von Héloïse Gaillard nehmen ein kleines, aber sehr aufmerksames Publikum mit auf eine intensive musikalische Reise. Die Absicht der Musiker, die spektakulärsten Aspekte des Wahnsinns aufzuzeigen, ging am Mittwoch in Zug auf.

Was die Musiker aus Frankreich mit ihrem anderthalbstündigen Programm beabsichtigten: die musikalische Darstellung der «Folie» (des Wahnsinns) in der Barockzeit. Dies ist ihnen erfolgreich gelungen.

Die Darstellung des Wahnsinns

Den Zuhörern wurden alle, aber wirklich alle, Gesichter und Eigenschaften, Makel und Stärken der «Folie» musikalisch dargestellt. Und dazu bekamen sie auch noch vor Augen geführt, wie diese von verschiedenen Komponisten durch die verschiedensten konzertant-virtuosen Stilelemente wiedergegeben wurden. Last but not least gelang es den Musikern am Mittwochabend auch zu zeigen, dass «Folie» nicht nur Zorn, Wut, Schrecken, Furcht und Verzweiflung bedeuten kann, sondern auch Liebe, Rausch und Leidenschaft.

Können und Fantasie für ein zündendes Programm

Die französische Mezzosopranistin Stéphanie D’Oustrac begeisterte sofort mit ihrer farbenreichen Stimme: zwischen ernster Tiefe und perlengleicher, virtuoser Leichtigkeit, von «Accourez hâtez vous» von André Campra zu «From Silent Shades and the Elysian Groves» zur letzten Arie des Programms «Souffrez que l’amour vous lie».

Mit Spielfreude, Temperament und Virtuosität wurde das Publikum durch ein Repertoire geführt, das neben Händel und Purcell auch Barockmusik von weniger bekannten Komponisten wie etwa Johann David Heinichen, Marin Marais, Jean-Féry Rebel, John Eccles und Reinhard Keiser einschloss.

Mezzosopranistin Stéphanie D’Oustrac überzeugte am vergangenen Abend im Theater Casino Zug (Bild: ean-Baptiste Millot) (Bild: )

Das beeindruckende Ensemble Amarillis  

Am Mittwochabend hatte man auch die Gelegenheit zu merken, wie grossartig die Mitglieder des Amarillis Ensembles spielen. Und dies nicht nur während der präzisen Begleitung der Sängerin, sondern auch in den Momenten, in denen die von Héloise Gaillard mit Leidenschaft und Energie geleiteten Instrumentalisten sich auch als reine Musikformation profilieren konnten. Wie etwa bei Marais' «Suite à trois e-Moll» sowie bei der schönen «Sinfonia» aus Keisers «Der lächerliche Prinz Jodelet».

Héloise Gaillard leitete die Instrumentalisten vergangene Nacht im Theater Casino Zug (Bild: zvg) (Bild: )

Das Publikum verliess begeistert den Festsaal des Theater Casino Zug

So wie alle Musiker glücklich waren, nach der langen Covid-Pause wieder einmal spielen zu dürfen (der Auftritt stand bis vor wenigen Tagen auf der Kippe), brachte auch das Publikum seine Zufriedenheit zum Ausdruck, wieder ein Konzert besuchen zu können. Lang andauernder Beifall erschallte am Ende des Programms für das Ensemble Amarillis und für Stéphanie D’Oustrac. Für die Mezzosopranistin gab es einen enthusiastischen Applaus auch nach der Zugabe, der perfekt gesungenen, grossartigen Arie «When I am laid in Earth», aus Purcells «Dido and Aeneas».

Eine zweite Vorstellung von «Éclats de Folie» ist für heute (20. Mai) vorgesehen (Maske für alle immer noch obligatorisch). Weitere Events findest du in unserem Eventkalender.

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