Kultur
Premiere mit Glühwein und Artisten

Premiere in Luzern: Zirkus Knie gibt sich winterlich

Die Geschichte des Nationalzirkus Knie ist über 100 Jahre alt. Noch nie wurde das Zelt über den Winter auf der Luzerner Allmend aufgestellt. Hat es sich gelohnt, eine Weihnachtsshow zu machen? zentralplus war mit der Kamera bei der Premiere dabei und sagt dir, warum Bastian Baker drei Pullover braucht.

Alles ist anders in dieser Zeit. Das ist auch beim Schweizer Nationalzirkus Knie der Fall. In normalen Jahren verabschieden sich die Artisten im November voneinander. Der Zirkus beendet dann seine Saison und geht in die Winterpause.

Nun ist alles anders – die Zelte stehen auf der Luzerner Allmend bis am 31. Dezember. Und es duftet nicht nur nach Popcorn und Bratwurst wie sonst üblich.

Schon beim ersten Schritt ins Vorzelt kommen Weihnachtsgefühle auf

Irgendwie ist es komisch – da sollte doch der bekannte Zirkusduft in der Luft schweben. Popcorn und ein bisschen Grillduft. Stattdessen steigt mit dem ersten Schritt ins Vorzelt ein Geruch nach Weihnachtsmarkt in die Nase. Zumindest wenn die Maske abgezogen wird. Maskenpflicht herrscht zwar noch nicht, die meisten Besucherinnen haben aber freiwillig eine an.

Wenn die Nase an der Luft ist, riecht man eine Mischung aus Glühwein, Gebäck und Raclette, verzuckert mit ein wenig Zirkuspopcorn. Komisch war es nur in den ersten Sekunden. Danach ist der Besucher schon in die Weihnachtswelt eingetaucht.

Der Start der Show ist gar nicht besinnlich. Die Show legt schon in den ersten Minuten mit Tempo los. Aus dem Nichts fliegen plötzlich Motorräder einmal quer durch das Zelt. Das Publikum reisst es teilweise schon das erste Mal von den Stühlen. «Standing Ovation» von einigen im Publikum, schon nach wenigen Minuten.

Bastian Baker singt – und reitet

Für Stehapplaus sorgte auch Bastian Baker. Dass der 30-Jährige aus Lausanne singen kann, ist bekannt. Seine sportlichen Talente sind es ebenso. Bastian Baker hat nach dem Sportgymnasium einen Profivertrag beim Eishockeyverein HC Fribourg-Gottéron erhalten. Nun kommt also noch ein weiteres «Steckenpferd» in seine Sammlung. Und dieses Pferd ist aus Fleisch und Blut. In ungewohnter Manier reitet Bastian Baker singend durch die Manege.

Er scheint in den letzten Monaten das Zirkusleben in vollen Zügen genossen zu haben. Auch wenn der Wohnwagen jetzt im Winter nicht gerade jedermanns Sache ist. «Du musst einfach mit zwei, drei Pullovern schlafen und dann ist das voll easy!», meint Bastian Baker schmunzelnd. «Es ist noch gemütlich. Es ist ein Teil des Erlebnisses und ich mache dies gerne mit.»

Knies Weihnachtswelt – eine einmalige Sache?

Normalerweise gastiert der Nationalzirkus im Sommer auf der Allmend. Für die Artisten ist Luzern immer so etwas wie «Sommerferien». Hier bleibt der Zirkus länger als an anderen Orten. Dank der grosszügigen Fläche auf der Allmend gibt es Raum um durchzuatmen. Die Wohnwagen stehen hier nicht so eng aufeinander.

Wegen des Virus ist nun der Nationalzirkus im Winter hier angekommen. Ist das eine einmalige Sache oder hat die Familie nun «Weihnachtsblut» geleckt? Ivan Frédéric Knie gibt uns die Antwort: «Der Gedanke ist da. Es ist interessanter jetzt zu arbeiten als im Hochsommer.»

Den Sommer geniessen die Leute lieber am See oder sie sind in den Ferien. Da ist es eigentlich sinnvoll, länger in den Winter hinein zu arbeiten. Ob dies eine einmalige Sache bleibt bleibt also offen, verrät uns Knie.

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