Blick hinter die Kulissen

«Moderne»: Die neue Bar behält einen Hauch Kinofeeling

Simon Märki (links) und Elias Fuchs (rechts) haben das ehemalige Kino in eine Bar verwandelt. (Bild: cbu)

Fast 100 Jahre lang war das «Moderne» in Luzern ein Kino. Nach dessen Schliessung erwacht es als Eventbar zu neuem Leben. zentralplus hat einen Blick hinter die Leinwand geworfen.

Für Kinofans war die Nachricht im vergangenen Februar wie ein Schock, als bekannt wurde, dass die Kinos Capitol und Moderne ihre Türen für immer schliessen würden (zentralplus berichtete). Die betreibende Blue Entertainment AG entschied sich im Juni dann dazu, zumindest das Kino Capitol noch bis Ende 2027 weiterhin zu betreiben (zentralplus berichtete). Für das «Moderne» erlosch der Filmprojektor im September zum letzten Mal.

Mittlerweile ist neues Leben in das Haus an der Pilatusstrasse 21 eingekehrt. Zwar nicht mehr als klassisches Kino, sondern als Bar und Eventlocation unter dem Namen «Moderne Bar & Karussell». Hinter dem Projekt stehen Simon Märki und Elias Fuchs.

Märki ist quasi ein Urgestein in der Luzerner Bar- und Clubszene, hat unter anderem das Casineum aufgebaut und ist auch beim neu eröffneten Nachtclub Kopfklang involviert (zentralplus berichtete). Im neuen «Moderne» ist er für die Programmation und Eventplanung zuständig. Fuchs kennen Nachtschwärmer von der Bar Bruch Brothers, einem Lokal an der Baselstrasse, dessen Tage gezählt sind (zentralplus berichtete). Der Dritte im Bunde, bei unserem Besuch aber nicht zugegen, ist Joël Van Eck von der Blok Bar am Löwengraben (zentralplus berichtete).

Cocktails statt Popcorn

Zwar eröffnet das fertige «Moderne Bar & Karussell» offiziell erst Anfang April, zentralplus durfte jedoch vorab bereits einen Blick in die einst heiligen Hallen des Luzerner Kinolebens werfen. Die neuen Betreiber haben den Foyer-Bereich in die Moderne Bar umgewandelt. Wo früher Tickets und Popcorn verkauft wurden, gehen heute Cocktails über den Tresen. Stehtische und Stühle laden zum Verweilen ein. Und die Nische, wo in früheren Zeiten eine weitere Kinokasse stand, ist jetzt eine kleine Bühne. «Hier können kleine Konzerte von DJs oder Singer-Songwriters stattfinden», erklärt Elias Fuchs.

Das Karussell dreht noch nicht

Optisch haben Fuchs, Van Eck und Märki einiges noch beim Alten gelassen. Teppichboden und die braun marmorierte Wandfarbe sind immer noch da, wirken aber im Licht von Discokugel und Spotlights einladender. An den Wänden hängen statt Filmplakate Gemälde. Folgt man dem dunklen Flur hinunter, vorbei an einigen neu arrangierten Kinosesseln, zum ehemaligen Kinosaal, betritt man das «Karussell».

Sprich: den Ort, der einst das «Karussell» werden wird, denn hier sind die Projektierungsarbeiten noch in vollem Gang. Die Kinobestuhlung wurde grösstenteils entfernt, unter dem Balkon entsteht eine zweite Bar. Simon Märki erklärt uns, was hier entsteht: «Das Karussell ist eine Eventlocation mit Club- und Barbetrieb.» Herzstück des Betriebs wird die «Immersive Experience» sein.

Mittels zwölf Projektoren sollen 280 Grad des Saals mit speziell angefertigten Videos bespielt werden – Wände, Decke und Boden – ähnlich, wie man das von «Lilu»-Shows kennt. «Wir sind eine Kooperation mit der Zürcher Firma Projektil und der Luzerner Firma Auviso eingegangen», so Märki. «Hier legen wir den Schwerpunkt auf das eigentliche Publikumspotenzial für die Lokalität – und hoffen, etwas bewegen zu können. Auch für die Stadt Luzern.»

Geplant sind auch Zeitfenster, die Künstler nutzen können, um ihre Werke präsentieren können. Seien es Live-Performances oder digitale Arbeiten mit neuen Technologien. Und während des Barbetriebs am Freitag- und Samstagabend wird der Kinosaal mit «Video-Mapping und Lichtdesign, einem Mix aus Visuellem, Audio und dem jeweiligen Eventangebot» bespielt.

«Wir hoffen, mit dem Konzept für das Luzerner Kultur- und Nachleben eine Bereicherung zu sein.»

Simon Märki, Mitinhaber

Das Team legt grossen Wert auf die Vielseitigkeit des früheren Kinos. «Der Raum kann ebenso für Veranstaltungen und Ausstellungen jeglicher Art genutzt werden», erklärt Elias Fuchs. «Wir hoffen, mit dem Konzept für das Luzerner Kultur- und Nachleben eine Bereicherung zu sein.»

Ein bisschen Kino bleibt im «Moderne»

Im Saal bleiben wird indes die Leinwand. «Auch den Filmprojektor haben wir übernommen», erklärt Simon Märki. Aus gutem Grund. «Wir wollen einmal die Woche alte Filmklassiker zeigen.» Entsprechende Abklärungen mit Filmverleihern laufen bereits. Ganz verliert das Moderne seine Kinovergangenheit also nicht. «Die Kinoromantik wollen wir beibehalten», bestätigt denn auch Märki.

Während die Bar im Foyer bereits geöffnet hat – aktuell von Donnerstag bis Samstag jeweils ab 17 Uhr – planen die Betreiber ein Grand Opening auf Anfang April.

Verwendete Quellen
  • Website «Moderne Bar & Karussell»
  • Gespräch mit Simon Märki und Elias Fuchs
  • Augenschein vor Ort
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