Kultur
Seit acht Jahren droht das Aus

Moderne-Bar: Über neuem Besitzer hängt ein Damoklesschwert

Elias Fuchs, Geschäftsführer des «Bruch Brothers» wird eine der treibenden Kräfte hinter der geplanten «Modern Bar». (Bild: cbu/mik)

Im Kino Moderne in Luzern entsteht eine Bar samt Eventlokal. Dahinter steckt unter anderem der Geschäftsführer des «Bruch Brothers», Elias Fuchs. Wie geht es nun mit dem Lokal an der Baselstrasse weiter? Die Antwort ist alles andere als klar.

Das Kino Moderne wird ab 2023 zum Bar- und Eventlokal (zentralplus berichtete). Hinter den Plänen steckt das Duo Simon Märki und Elias Fuchs. Wie Fuchs auf Anfrage schreibt, waren sie vom Standort begeistert. Durch die langjährigen Kontakte von Märki, der unter anderem beim Rok Klub oder beim Honky-Tonk-Festival involviert ist, ging der Zuschlag für das Lokal letztlich an die beiden.

Zukünftige Bar soll jeden ansprechen

Gemäss Fuchs wird der vordere Teil des Kinos in eine Bar verwandelt. Diese soll ein möglichst breites Publikum ansprechen. Aufs Konzept angesprochen, meint er: «Ein gemütlicher Ort zum Verweilen und den Kopf ausschalten.» Dazu plane er ein «überschaubares Angebot» an Drinks zu «fairen Preisen». Der Kinosaal hingegen wird mit 360-Grad-Projektoren ausgestattet und so zum «Modern Karussell». Dieser kann gemietet und für verschiedenste Projekte genutzt werden – von Kunstausstellungen und immersiven Projekten bis hin zu Geschäftsanlässen sei alles möglich, so Fuchs.

Das neue Projekt wird viel Zeit des 26-jährigen Gastronomen in Beschlag nehmen. Gleichzeitig führt er auch noch das «Bruch Brothers» an der Baselstrasse 7. Auf die Frage, wie es nun mit der Rockerbar weitergehen wird, hält er fest: «Das ‹Bruch Brothers› wird es nicht für immer geben.»

Seit rund acht Jahren droht Häusern an Baselstrasse der Abbruch

Das «Bruch Brothers» steht nämlich in einer Häuserreihe in Luzern, bei der bereits seit acht Jahren klar ist, dass irgendwann die Baumaschinen auffahren. Damals wurde den Bewohnern der Baselstrasse 7 wegen «vorsorglicher Massnahmen» gekündigt (zentralplus berichtete). Der Plan: die verlotterte Häuserreihe der Baselstrasse 3 bis 9 sanieren oder abreissen, um einem Neubau Platz zu machen.

Die Häuser am Eingang der Baselstrasse machen einen verlotterten Eindruck. (Bild: ida)

Leichter gesagt als getan. Denn die Häuserzeile am Eingang der Baselstrasse befindet sich in der Ortsbildschutzzone B. Konkret bedeutet dies: Die Häuser stehen zwar nicht unter Denkmalschutz, gelten aber grundsätzlich als erhaltenswert. Der Stadtrat kann dort in Ausnahmefällen Abbrüche bewilligen, wenn beispielsweise die Sanierung unverhältnismässig wäre.

Nun hat die Häuserzeile aber verschiedene Besitzer. Nummer 5 und 9 gehören der Stadt, Nummer 3 und 7 einem privaten Immobilienunternehmer aus Hergiswil (NW). Während die Stadt ursprünglich eine Sanierung anstrebte, hat der private Eigentümer bereits 2017 angekündigt, dass er einen Neubau realisieren möchte. Dies schreibt Denise Weber-Zingg von der Stadtluzerner Baudirektion auf Anfrage.

Abklärungen laufen noch immer

Mittlerweile präsentiert sich die Ausgangslage für eine Sanierung aber anders. Als Antwort auf eine Interpellation im Jahr 2019, die sich mit zerfallenen Häusern in der Stadt Luzern befasste, antwortet Baudirektorin Manuela Jost: «In die Aufwertung wurde nicht gross investiert», und weiter, dass eine solche «praktisch unmöglich» sei (zentralplus berichtete).

Einen Plan für das Gebiet hatte Jost noch nicht parat. Eine Firma, die ein Neubauprojekt für den Eingang der Baselstrasse entwickeln wollte, sei nach langjährigen Bemühungen gescheitert. Konkrete Infos konnte Jost bereits damals nicht nennen. Die Stadt musste zurück auf Feld eins. Währenddessen zerfiel die Häuserzeile weiter.

«Wir bleiben mit demselben Konzept im ‹Bruch›, bis wir rausgeschmissen werden.»

Elias Fuchs, Geschäftsführer des «Bruch Brothers»

Und wie ist der momentane Stand der Dinge? Wie die Stadt schreibt, befinden sich die Häuser «in einem schlechten Zustand». Doch Abklärungen hätten gezeigt, dass «dringend notwendige Sanierungen nur gemeinsam mit den benachbarten Grundeigentümern möglich sind».

Letztlich läuft es aber wohl auf einen Neubau hinaus. 2019 hat die Stadt Luzern grünes Licht für einen Abbruch gegeben, wenn für die Neubebauung ein Projektwettbewerb durchgeführt werde, wie Weber-Zingg schreibt. Die Gespräche dazu sind noch immer im Gang.

«Bruch Brothers»-Besitzer rechnet im Sommer 2023 mit dem Ende

Auch der private Grundstückbesitzer, Pius Ambühl, kann auf Anfrage noch keine konkreteren Angaben machen. Er beteuert lediglich, dass derzeit Gespräche mit verschiedenen Stakeholdern laufen. Ewig Zeit lassen kann er sich mit den Abklärungen aber nicht. Wie die Stadt weiter schreibt, könnten bei längerem Nichtstun Sanierungsmassnahmen fällig werden.

Für Elias Fuchs bedeutet das, dass auch weiterhin das Damoklesschwert über dem «Bruch Brothers» schwebt. Er versucht es positiv zu sehen: «Wir sind ja froh, dass es nicht schnell vorangeht.» Nach letztem Stand rechnet Fuchs mit einem «Bruch»-Aus im Sommer 2023. Bis dahin verspricht er: «Wir bleiben mit demselben Konzept im ‹Bruch›, bis wir rausgeschmissen werden.»

Verwendete Quellen
  • Telefonat und schriftlicher Austausch mit Elias Fuchs, Geschäftsführer «Bruch Brothers»
  • Schriftlicher Austausch mit Pius Ambühl, privater Eigentümer der Baselstrasse 3 und 7
  • Schriftlicher Austausch mit Denise Weber-Zingg, Mitarbeiterin im Rechtsdienst der Baudirektion
  • Informationen des kantonalen Grundbuchplans
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