Kultur
Unerwartete Wende

Mehr als 100 Privatpersonen retten Zuger Lesebühne Satz & Pfeffer

Sie haben allen Grund zur Freude: die Co-Leitung von «Satz & Pfeffer»: Michael van Orsouw und Judith Stadlin. (Bild: zvg)

Die Satz & Pfeffer-Lesebühne musste aufgrund unterlassener politischer Unterstützung geschlossen werden – jetzt folgt die unerwartete Wende: Mehr als 100 Privatpersonen und 4 Institutionen retten die Zuger Lesebühne.

Nach 15 Jahren war Schluss – die Zuger Lesebühne Satz & Pfeffer musste ihren Betrieb einstellen. Der Grund: für pandemiebedingte Umbauarbeiten will der Regierungsrat trotz anfänglichem mündlichen Versprechen doch nichts bezahlen.

Doch nun gibt es eine unerwartete Wende. Mehr als 100 Privatpersonen und vier Institutionen haben kleinere und grössere Beiträge gesprochen. So habe der Trägerverein den Schuldenberg abtragen können, wie die Zuger Lesebühne am Donnerstag mitteilt.

«Wir haben überhaupt nicht damit gerechnet, dass wir die Lesebühne retten können», sagt Judith Stadlin, die Co-Leiterin der Lesebühne, auf Anfrage von zentralplus. Schliesslich war der Verein Liveliteratur Zug auf 97'000 Franken Schulden sitzen geblieben. «Nach dem Regierungsrat-Entscheid waren wir enorm enttäuscht. Die Hoffnung hatten wir daher völlig verloren.»

Beiträge in Höhe von 50 und 10'000 Frangen gespendet

Das drohende Aus der Lesebühne warf jedoch hohe Wellen. Auch die Kulturszene sprach von einem «riesigen Verlust für Zug» (zentralplus berichtete). «Wir spürten, wie sehr die Kulturszene und das Publikum hinter uns steht. Das motivierte uns, weiterzukämpfen – auch wenn wir nicht mehr grosse Hoffnung hatten.»

«Es ist das Wunder von Zug.»

Judith Stadlin, Co-Leitung «Satz & Pfeffer»

Stadlin sagt weiter: «Es ist das Wunder von Zug.» Über 100 Privatpersonen haben Beiträge in Höhe zwischen 50 und 10'000 Franken bezahlt. «Jemand hat uns sogar anonym in einem Couvert einen Geldbetrag in den Briefkasten geworfen», so Stadlin. Hinzu kamen originelle Aktionen wie die Auktion «Bitzeli Batzeli» oder die Adventsshow «Glitzer, Gläser und Geschichten», die ebenfalls mithalfen, das Defizit zu verkleinern. Der Trägerverein konnte so den Schuldenberg abtragen. Die Rechnungen der lokalen Handwerker konnten in der Zwischenzeit alle beglichen werden.

Jetzt muss der Vereinsvorstand hinter die Bücher

Regula Fehr Braun, die Präsidentin des Vereins Liveliteratur, bewundert den Durchhaltewillen von Judith Stadlin und Michael van Orsouw. «Jetzt können wir wieder vorwärtsschauen!»

Dennoch muss der Vereinsvorstand nun hinter die Bücher. Er muss die Zukunft beraten und wird sich im Februar für eine Retraite zurückziehen. Dort will sie das weitere Vorgehen und die weitere Zukunft der Satz&Pfeffer-Lesebühne genauer unter die Lupe nehmen. «Es geht konkret darum, einiges Organisatorisches und Finanzielles zu stabilisieren, zu verändern und zu konkretisieren», heisst es in einer Medienmitteilung von «Satz & Pfeffer».

Festival geplant

Eins ist jedoch schon heute klar: «Es wird weitergehen, die Lesebühne wird wieder öffnen!» Im Mai 2023 ist ein mehrtägiges Festival geplant, das «Juhee!-Festival». Damit will sich das «Satz & Pfeffer»-Team für die breite Unterstützung bedanken.

Verwendete Quellen
  • Medienmitteilung «Satz & Pfeffer»
  • Telefonat mit Judith Stadlin
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